05.10.2020 - 14:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wittgarten: Weidener für epochalen Plan gewinnen

Plötzlich ist Platz ganz nahe an der Weidener Innenstadt. Der Wittgartendurchstich rückt das Areal zwischen Bahn und Schweigerstraße in den Fokus, öffnet das Tor für großartige Entwicklungen. Die Stadt präsentiert die wichtigsten Ideen.

Beim ersten Ausstellungsrundgang (von links) Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel, Oberbürgermeister Jens Meyer, Marion Stelzl von der Stadtplanung sowie Jessica Schröder von Dragmomir Stadtplanung aus München. :
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Mit einigen der wichtigsten Grundstückseigentümern hat die Stadt gesprochen. Auch sie sind "angetan" von den Ideen, an denen das Baudezernat und das Münchener Büro Dragomir Stadtplanung feilen. Dragomir sicherte sich den Sieg im Wettbewerb Neugestaltung Wittgarten, arbeitet nun am städtebaulichen Rahmenplan, der wiederum in einen Bebauungsplan übernommen werden soll. Um die Ideen weiter entwickeln und auch umsetzen zu können, werden in der Bürgerbeteiligung die Weidener gehört.

Sehenswerte Ausstellung

Da jetzt in Corona-Zeiten die Vorgaben einen großen öffentlichen Workshop, eine "Planungswerkstatt" nicht erlauben, wählt die Stadt zwei Alternativen: Zum einen werden seit Montag die Pläne mit Erläuterungen in einer Ausstellung im Rathausfoyer und zum zweiten im Internet gezeigt. Hier wie dort können sich die Bürger bis zum 30. Oktober äußern. Dazu liegen Kärtchen auf. Um die Coronaregeln einzuhalten, ist vor der Ausstellung ein Wartebereich eingerichtet.

"Wir bitten um diese Unterstützung. Wir haben nicht die Absicht, eine Schubladenplanung zu generieren, sondern wir wollen die breite Öffentlichkeit, die Grundstücksbesitzer und die Bürger, mitnehmen und einbinden", betont Baudezernent Oliver Seidel. Gespräche mit den Eigentümern der Schlüsselgrundstücke seien geführt. Sie sind offen für das, war wir planen. Es gibt angeregte Diskussionen." So wünschenswert die Vorschläge zur Entwicklung dieses Stadtteils seien: Es gelte auch hier der Grundsatz "ohne Moos nix los". Und dies bedeute, dass sowohl die Eigentümer als auch die Stadt investieren müssten. "Wir hoffen, dass unsere Gremien beschließen, die überarbeiten Ideen zu bestätigen und unsere Fördergeber uns weiter wohl gesonnen bleiben."

Bei der Vorstellung des Rahmenplans unterstreicht Oberbürgermeister Jens Meyer die Bedeutung des Wittgartendurchstichs. Generationen von Stadträten und Oberbürgermeistern hätten dafür gekämpft. Seit Oktober 2019 ermögliche das "grandiose Bauwerk" den barrierefreien, kurzen Weg vom Stadtteil Stockerhut in die Max-Reger-Straße und die Fußgängerzone, aber auch die "Flucht aus Hektik der Innenstadt ins Grün des Wittgartengebietes".

Auch Marion Stelzl, die im Stadtplanungsamt das Projekt betreut, betont, dass die Stadt bei der Vertiefung der Ideen des Rahmenplanes die Öffentlichkeit mitnehmen wolle. "Die Ideen lassen sich nur umsetzen, wenn die Grundstückseigentümer und Bürger mitspielen und sie mittragen". Jessica Schröder (Dragomir Stadtplanung) erläutert die Konzepte für die "Fokusbereiche" Schweigerblock, Stadtwerke-Areal, Siechenweiher und Karl-Heilmann-Block. Dabei erklärt sie das offensichtlich vorhandene gewaltige Entwicklungspotenzial. Gemeinschaftsgaragen in den Innenbereichen der Quartier eröffnen mannigfaltige Möglichkeiten, die Wohn- und Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern. Auf dem Stadtwerkegrundstück und den angrenzenden Flächen sowie am Karl-Heilmann-Block könnten durch bis zu fünfgeschossigen Häusern nicht nur Raumkanten geschaffen, sondern auch zwischen 150 und 200 innenstadtnahe Wohnungen sowie Gebäude für Büros und Dienstleistungen errichtet werden.

"Flucht aus der Hektik"

Das Herzstück des Rahmenplans ist natürlich der Wittgarten selbst mit dem Siechenweiher, der mit Gastrobetrieben, Biergarten, Spielplätzen. Liegewiesen usw. künftig entlang der attraktiven Wegebeziehungen einen 2vitalen Wechsel von Aktiv- und Ruhebereichen" bieten wird. Bevor jedoch der Weiher (bis zu 1,50 Meter tief) angelegt und aus zwei Bächen das Wasser eingespeist werden kann, hat die Stadt noch besondere Herausforderungen zu stellen, räumt Bau- und Planungsdezernent Seidel ein. Wohin mit den Pächtern der Kleingärten, die mit ihren grünen Oasen seit Jahrzehnten verwachsen sind?

Die Stadt suche auf dem Weg zur weiteren Konkretisierung dieses epochalen Rahmenplans die Unterstützung durch die Weidener. "Wir gehen mit der Ausstellung und der Präsentation im Internet einen neuen Weg und hoffen, dass ihn möglichst viele Bürger mitgehen. Wir erwarten deshalb einen hohen Rücklauf an Anregungen, Wünschen und Kritik."

Herzstück: neuer Siechenweiher

Die Planungen rund um den Wittgarten

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Rahmenplan Wittgarten auch im Internet

Die Stadt Weiden präsentiert den aktuellen Stand des Rahmenplans Wittgarten. Dazu gibt es bis 30. Oktober eine Ausstellung im Foyer des Neuen Rathauses.

Die Weidener können die Ausstellung nach Anmeldung vor Ort in der Bürgerinformation oder vorab unter planung-wittgarten[at]weiden[dot]de besuchen. Online kann der Planungsstand auf www.weiden.de unter der Rubrik >Wirtschaft>Stadtplanung>Beteiligung der Öffentlichkeit eingesehen werden. Die Bürger sind gefragt, ihre Meinung zu den Planungen zu äußern.

Dazu dienen auch die Postkarten, die bis zum 30. Oktober in der Ausstellung ausliegen. Eine Rückmeldung ist auch per E-Mail an wittgarten[at]dragomir[dot]de möglich. (wd)

 

 

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