03.04.2020 - 12:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Wochenmarkt-Aus: Händler suchen Alternativen - Stadt Weiden beobachtet Vorgehen

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Die Absage des Bauern- und Wochenmarktes in Weiden zwingt die Händler nach Alternativen zu suchen. Der Gemüsehändler König aus Pressath will nun auf einem privaten Grundstück verkaufen. Die Stadt will das genau beobachten.

Der Bauern- und Wochenmarkt ist derzeit von der Stadt Weiden untersagt. Einige Händler suchen sich nun alternative Stellplätze.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Seit über 30 Jahren stehen Joseph und Andrea König aus Pressath mittwochs und samstags auf dem Markt in Weiden. Doch in der Coronakrise hat die Stadt Weiden, im Gegensatz zu anderen Städten, den Markt untersagt. Doch das Geschäft muss weiterlaufen - denn es läuft gut.

Deswegen hat sich das Ehepaar entschieden am Samstag auf einem Privatgrund in der Friedrich-Ebert-Straße seinen Wagen aufzustellen und zu verkaufen. "Jeder Händler muss schauen, wie er sein Geschäft am Laufen hält. Wir stehen ja weiterhin in Grafenwöhr auf dem Markt. Ich weiß auch, dass einige Händler sich nach Alternativen umsehen und verkaufen. Rechtlich sehe ich da kein Problem", sagt Joseph König.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien teilt Nicole Hammerl, Leiterin des Rechtsdezernats der Stadt Weiden mit: "Ja, es ist erlaubt auf Privatgrund zu verkaufen. Allerdings muss es der Lebensmittelversorgung dienen. Der Markt wurde seitens der Stadt unterbunden, weil es mehrere Stände auf einem Platz waren und es dadurch zu Menschenansammlungen kam."

Sie weist aber auch darauf hin, dass die Stadt den Verkauf genau beobachten werde. Der Betreiber muss zudem dafür sorgen, dass der Mindestabstand zwischen den Kunden eingehalten wird. "Ansonsten ist es ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz und damit eine Ordnungswidrigkeit", erklärt Hammerl.

Die Nachfrage bei Gemüse König ist derzeit sehr hoch. "Das Telefon steht nicht mehr still. Wir können gar nicht so viel liefern, wie nachgefragt wird. An einem Tag hätte ich 13 neue Haushalte in den Lieferservice mitaufnehmen können. Wir sind aber an der Grenze. Das können wir nicht leisten", erklärt Andrea König.

Dass die Stadt ein Auge auf die alternativen Vertriebsmöglichkeiten der Händler hat, beweist der Selbstbedienungsstand der Gärtnerei Krauß. Den hatte das Ordnungsamt der Stadt Weiden schließen lassen. Wegen „zu hohem Risiko“, schreibt die Gärtnerei auf Facebook. Norbert Schmieglitz, Pressesprecher der Stadt, erklärt auf Nachfrage: „Die Verwaltungsspitze der Stadt hat sich darauf verständigt, dass bei uns in Weiden aufgrund der regional im Vergleich zu anderen Regionen außerordentlich hohen Fallzahlen eine Ausnahme von der generellen Schließung aller Gärtnereien bezüglich bestimmter Produkte und auch des Betriebes sogenannter ,Vertrauenskassen’ für Setzlinge nicht vertretbar ist, um nicht Gefahr zu laufen, neue oder weitere Hotspots zu schaffen.“ Einzige Möglichkeit für Gärtnereien aus dem Stadtgebiet, ihre Ware zu verkaufen, besteht damit darin, diese auf Bestellung (online oder telefonisch) auszuliefern.

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