05.04.2019 - 18:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wohnmobil unterschlagen und weiterverkauft

Autohändler Jan Lomberg verleiht sein Wohnmobil. Statt es nach drei Wochen zurückzubekommen, hat es der Mieter verkauft. Das lässt Lomberg zu drastischen Maßnahmen greifen.

Das ist das Wohnmobil, das ein Mieter unterschlagen und verkauft hat. Jan Lomberg sucht nun den vermeintlichen Täter.
von Stefan NeidlProfil

„Wanted!!!“, schreibt Jan Lomberg auf einen Steckbrief wie im Wilden Westen auf die Firmenhomepage. Obendrein lobt er eine Belohnung von 2000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Mannes aus, der sein Wohnmobil erst gemietet und dann verkauft hat.

Die Geschichte dahinter klingt wie aus einem Fünf-Groschen-Roman: Jan Lomberg hat ein Wohnmobil zu verleihen. Es meldet sich ein Kroate, er will drei Wochen mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren. „Am Telefon sprach er gebrochenes Deutsch, war nett und klang seriös“, erinnert sich Lomberg.

Zur Absicherung lässt er sich Kopien von Führerschein und Ausweis schicken. Alles Fälschungen, wie sich später herausstellt. Mit Bahn und Taxi reist der Interessent am 1. März nach Weiden, um das Wohnmobil abzuholen. „Die 1000 Euro für Kaution und Vollkasko hat er bar bezahlt,“ erzählt Lomberg. Die Rückkehr wurde für den 22. März vereinbart. Doch der Kroate tauchte nicht wieder auf.

Lomberg erstattete Anzeige. Wenig später meldete sich die Kripo bei ihm. Lombergs Wohnmobil wäre zwischenzeitlich in Kiel angemeldet worden. Der Mieter habe es dorthin verkauft – und zwar deutlich unter Wert. Den notwendigen Fahrzeugbrief habe er dafür gefälscht. Doch die Freude währt nur kurz: Der Käufer hat den Wagen in dem Glauben, der Verkäufer wäre der Eigentümer, erworben. Durch diesen „gutgläubigen“ Erwerb geht das Eigentum auf den Käufer in Kiel über. Lomberg wird sein Wohnmobil nicht wiederbekommen.

Für Schadenersatz müsste er sich an seinen Vertragspartner, der das Fahrzeug von ihm gemietet hat, wenden. Dieser ist mittlerweile untergetaucht. Die Versicherung will ihm auch nichts erstatten. „Die sagen, es sei eine Unterschlagung und kein Diebstahl gewesen, da ich dem Mann das Wohnmobil ja übergeben habe.“ Gegen Unterschlagung hätte er sich extra versichern müssen.

Und damit zurück zum Internetaufruf: Auch auf Facebook postet der Unternehmer seine Misere: „Der Beitrag hat die Menschen richtig aufgerüttelt“, erklärt Lomberg. Über 133 000 Mal wurde der Post gesehen, fast 3000 Mal geteilt, über 500 Mal kommentiert. Was sich zeigt: Der Verdächtige ist kein Unbekannter. Viele Menschen aus ganz Deutschland meldeten sich bei Lomberg. Unter ihnen Geschädigte, aber auch Käufer.

„Eine heikle Angelegenheit“, kommentiert Polizeihauptkommissar Michael Lauterbach von der Inspektion Weiden die Aktion von Lomberg, ein Foto des Verdächtigen samt eines Zeugenaufrufs zu veröffentlichen. „Nach dem Kunsturhebergesetz hat ein Mensch die Rechte am eigenen Bild. Eine Nutzung ohne Erlaubnis kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis, wahrscheinlicher aber mit einer Geldstrafe geahndet werden.“ Eine drohende Strafe lässt Lomberg kalt: „Soll der Mann sich doch bei der Polizei beschweren. Dann haben wir ihn wenigstens.“

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