31.10.2019 - 12:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Youngblood Brass Band" macht mächtig Dampf in der "Sünde"

Die fünfjährige "Sünde" als Sauna. Bei Blasmusik bleibt kein Shirt trocken: Die "Youngblood Brass Band" spielt ein heißes Geburtstagsständchen.

Wie eine Rockband, nur mit anderen Mitteln: die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

David Henzie und seine Mannen blasen ganz schön. Während der Songs sowieso, aber auch dazwischen. "Ich habe das Gefühl, nach jedem Lied ist es um vier Grad wärmer", stöhnt Henzi, Gründungsmitglied und Lautsprecher seiner ungewöhnlichen Combo. Als ob sie's am Mittwochabend nicht genau darauf anlegen würden: die proppenvolle "Sünde" zur Sauna zu machen.

Erfolg auf ganzer Linie. Es dampft, es mieft, die tanzenden, hüpfenden, klatschenden Fans schwitzen mit den zehn Schwerarbeitern aus den USA um die Wette. Gut, dass Blasinstrumente nicht rosten können! Ein Raum im ersten Stock der Alten Hauptpost in Weiden wird zu einem überhitzten Kellerclub in der Bronx. Wobei man sich die "Youngblood Brass Band" natürlich auch gut auf den Festival-Bühnen dieser Welt vorstellen kann: Diese Power reicht für ein ganzes Stadion.

Eigentlich ist die 1998 gegründete Combo ja eine Rockband mit anderen Mitteln. Sie rührt Soul, Jazz und Hip-Hop zusammen und lässt das explosive Gemisch von einer gewaltigen Drei-Mann-Rhythmus-Section in die Welt hinausballern. Der Karneval in Rio im Rücken treibt die Bläser an der Front zu immer neuen Höchstleistungen, Sax-, Trompeten- oder gar Tuba-Soli bekommen immer wieder ihren verdienten Szenenapplaus. Und wenn Henzi dazu rappt, klingt es schon mal wie "Rage Against The Machine" in einer Blechbläser-Version. Genauso heftig jedenfalls.

Was kann man dieser Wucht entgegensetzen? Nüscht. Denis versucht's auch gar nicht erst: Im Vorprogramm spielt der solo reisende Frontmann der UK-Chaoten-Truppe "Imperial Leisure" den Alleinunterhalter, und das alles andere als schlecht. Wie sich der Schnauzbart- und Afroträger so völlig überdreht durch seine Halbplaybacks rappt und kalauert - lustiger war's selten in der Sünde! Am Ende rekrutiert der Entertainer wahllos Besucher als imaginäre Begleitband: Eine deutet Trompetenspiel an, die anderen spielen Luftgitarre, -bass, -schlagzeug und -keyboards. Wohl die beste Art, um für eine perfekte Live-Band wie den "Youngbloods" zu eröffnen.

Mit denen macht das "Sündikat" sich und seinen Fans das größte Geschenk zum fünften "Sünde"-Geburtstag: Es gibt die größte und weitest angereiste Band, den fettesten Sound, die höchsten Temperaturen in der Geschichte des Pop-up-Clubs. Vorgestern noch in Lyon, gestern in Paris. In den nächsten Tagen in München, Frankfurt, Berlin. Und heute in "Wiiieden" (O-Ton David Henzi)! Kaum vorstellbar, dass es für sie irgendwo auf der Europa-Tournee nochmal heißer wird.

Die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
Die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
Die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
Die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
Die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
*Die "Youngblood Brass Band" in der "Sünde".
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