"Der Nussknacker" ist das Rezept für beste nachweihnachtliche Stimmung. Das wissen die Verantwortlichen längst und schicken das dekorative Schmuckstück aus Buchenholz traditionell jedes zweite Jahr zum Jahreswechsel in die Max-Reger-Halle. Und natürlich begeisterte die Aufführung nach dem choreografischen Muster von Marius Petipa und der Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky auch am Mittwochabend die Ballettfreunde. Das "Klassik Konzert Dresden" lieferte dem Weidener Publikum im vollbesetzten Gustl-Lang-Saal in gewohnter Weise eine grandiose farbenprächtige Aufführung. Diesmal sogar mit Live-Orchester.
Kein Ballettstück passt besser in die Weihnachtszeit als dieses. Es spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Gäste treffen zur Weihnachtsfeier im Hause Stahlbaum ein. Die Kinder Marie und Fritz sind von der festlich geschmückten Tanne begeistert. Schließlich erscheint Maries Pate, Drosselmeier, der sich wieder lustige Geschenke hat einfallen lassen. Mechanische Spielzeuge und tanzende Puppen. Marie (Yuliia Davydova) ist entzückt von einem Nussknacker. Sie fällt in einen Traum und erlebt viele Abenteuer mit ihrem neuen Spielgefährten, der zum Prinzen (Andrii Varankin) mutiert und das Haus mit seinen Nussknacker-Soldaten von einer Mäusearmee befreit.
Gemeinsam durchschreiten Marie und ihr Prinz das Märchenland. Spanische, chinesische und russische Puppen bedanken sich bei den beiden für den Sieg über die Mäuseplage. Marie tanzt mit ihrem Nussknacker, bis sie aus ihrem Traum erwacht. Die Aufführung spielte in herkömmlichen Kulissen. Bei der Ausstattung und den Kostümen wurde sehr viel Wert auf Farbenpracht und Würde gelegt. Die Zuschauer sollten sich wohlfühlen, sollten Musik, Tanz und Bühne kitschfrei so erleben, wie Marius Petipa es weiland bestimmt hatte. Sein Libretto geht zurück auf das Märchen "Nussknacker und Mausekönig" aus dem Jahr 1816 von E. T. A. Hoffmann.
Das vielköpfige Ensemble machte mit schwebender Leichtigkeit, Eleganz und Anmut jede athletische Strenge vergessen. Die künstlerisch anspruchsvolle Choreographie zielte darauf, dass sich das Publikum in den Sitzen zurücklehnen und sich von der Magie und der stimmigen Tanzsymbolik verzaubern lassen sollte. Keiner sollte merken, wie viel an exakter Arbeit in jeder einzelnen Bewegung steckte: in gewaltigen Sprüngen, Spagat, Pas de deux, Pas de trois und Pas de quatre. Die Aufführung wurde mit begeisterten Beifallsstürmen bedacht.

























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