Weiden in der Oberpfalz
25.09.2019 - 17:52 Uhr

Zucker ist der größte Feind der Zähne

Während die Kinder sich spielerisch mit Zähneputzen und gesunden Zähnen beschäftigten, diskutierten die Erwachsenen beim Festakt am Tag der Zahngesundheit über grundsätzliche Fragen der Zahngesundheit im Kindesalter.

An Hühnereiern wird nachgewiesen, welche positiven Eigenschaften Zahnpasta hat. Bild: Bühner
An Hühnereiern wird nachgewiesen, welche positiven Eigenschaften Zahnpasta hat.
Hauptrednerin beim Festakt am Tag der Zahngesundheit ist Dr. Brigitte Hermann, Vorsitzende der Bayrischen Landsarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit. Bild: Bühner
Hauptrednerin beim Festakt am Tag der Zahngesundheit ist Dr. Brigitte Hermann, Vorsitzende der Bayrischen Landsarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit.

Kinder standen am Tag der Zahngesundheit in der Max-Reger-Halle immer im Mittelpunkt. Zunächst als kleine Besucher, denn die mehr tausend Grundschüler und Kindergartenkinder wurden humorvoll und spielerisch über alle Themen der Zahnhygiene informiert. Etwas ernster war es im parallel laufenden Festakt. Dort diskutierten Ehrengäste und Repräsentanten der Bayrischen Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit (LAGZ) über den aktuellen Stand der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen.

Bürgermeister Lothar Höher begrüßte die Besucher im Namen der Stadt Weiden. Positive Botschaften überwogen in den Ansprachen der in diesem Jahr in Weiden stattfindenden zentralen Veranstaltung der LAGZ. LAGZ-Vorsitzende Dr. Brigitte Hermann freute sich über Fortschritte auf „dem Weg in eine zahngesunde Zukunft“. Seit über 30 Jahren fänden in Bayern für Kinder und Jugendliche Maßnahmen der Gruppenprophylaxe statt. 300.000 Schüler und 240.000 Kindergarten- und Krippenkinder seien darin jährlich einbezogen. 2800 ehrenamtliche Patenzahnärzte würden dabei mithelfen.

Dass mit diesen Aktionen große Fortschritte in der Zahngesundheit von Kindern erreicht wurden, erläuterte Ministerialdirektorin Ruth Nowak vom Bayrischen Gesundheitsministerium. Mit 61,1 Prozent zahngesunden Kindern läge Bayern bei den Sechs- bis Siebenjährigen über dem Bundesdurchschnitt. „Luft nach oben“ gäbe es bei den Zwölfährigen, die in Bayern zu 71,1 Prozent als zahngesund gelten. Prävention sei also sehr sinnvoll, lautete die Schlussfolgerung der Referentin.

Als Vertreterin des Bayrischen Kultusministeriums stellte Stefanie Frisch fest, dass „Schulen mit Zahnärzten kooperieren, ist im Lehrplan verankert“. Zahnprophylaxe habe Modellcharakter auch für andere Gesundheitsbereiche wie Bewegung und Ernährung. Laut Frisch können dabei in den Schulen alle Kinder erreicht und so sozialen Benachteiligungen entgegenwirkt werden. Dass aber bildungsfernere Schichten noch besser erreicht werden müssten, betonte der Vizepräsident der Bayrischen Landesärztekammer Dr. Rüdiger Schott. „Unser größter Feind ist der Zucker“, kritisierte Schott und forderte ein allmähliches Umdenken in der Lebensmittelindustrie. Schließlich nehme die Zahl der Kinder mit Diabetes mellitus noch immer zu. Wörtlich stellte Schott fest:„Die Lebensmittelindustrie steht heute dort, wo die Tabakindustrie vor 15 bis 20 Jahren stand“. Extensiver Zuckerkonsum sei ähnlich schädlich wie Nikotin oder Alkohol. „Es gibt längst knallharte wissenschaftliche Argumente für Zuckerreduzierung“, sagte Schott. Selbst mit zweimaligen täglichen Zähneputzen könne man die schädlichen Auswirkungen des Zuckers nur um 40 Prozent reduzieren.

Der Tag der Zahngesundheit stand unter dem Motto „Ich feiere meine Zähne“. Dr. Fridolin Wechsler vom LAGZ-Arbeitskreis Weiden hatte eingeladen und begrüßte die Teilnehmer. Er erinnerte daran, dass vor 23 Jahren, als dieser Tag in Weiden zum ersten Mal durchgeführt wurde, noch drei weitere Zahnarztkollegen beteiligt waren. „Heute sind wir 13 mit ihren Teams“, freute sich der Zahnarzt. Es war ein Tag mit viel Informationen, Aktionen und Angeboten zum Mitmachen für die Kinder. Dabei sollte auch ein Beitrag geleistet werden, den Kindern die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen. Dies geschah an zahlreichen Ausstellungs- und Aktionsständen, zum Beispiel im „Zauberzelt“, beim Müslimahlen mit dem Heimtrainer, beim Vitaminschlangendrehen oder einem „Beweis für die Wirksamkeit des Zähneputzens an Hühnereiern“.

Mehr als 1000 Kinder strömen am Tag der Zahngesundheit in die Max-Reger-Halle. Bild: Bühner
Mehr als 1000 Kinder strömen am Tag der Zahngesundheit in die Max-Reger-Halle.
Zuckerloses Müslimahlen mit dem Heimtrainer. Bild: Bühner
Zuckerloses Müslimahlen mit dem Heimtrainer.
Kinder lernen am Tag der Zahngesundheit auch Zahnspangen und Zahnkorrekturen kennen. Bild: Bühner
Kinder lernen am Tag der Zahngesundheit auch Zahnspangen und Zahnkorrekturen kennen.
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.