Weiden in der Oberpfalz
29.01.2019 - 15:26 Uhr

Zugefrorene Weiher: Bei Knarzen sofort hinlegen

Schlittschuhläufer sollten sich noch gedulden: Eisrettungs-Einsatzleiter Thomas Heibl warnt davor, sich jetzt schon auf zugefrorene Weiher zu wagen.

Auch in Neunkirchen ist der Weiher zugefroren, aber wohl noch nicht tragfähig. Dazu braucht es noch einige sehr kalte Tage und Nächte. Bild: gsb
Auch in Neunkirchen ist der Weiher zugefroren, aber wohl noch nicht tragfähig. Dazu braucht es noch einige sehr kalte Tage und Nächte.

Seit mehreren Tagen ist es klirrend kalt. Viele Weiher sind zugefroren. Da kann es verlockend sein, die Schlittschuhe auszupacken. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das schon geht und, wenn ja, ob es auch sicher ist. Der Technische Leiter der Kreis-Wasserwacht Weiden/Neustadt/WN, Thomas Heibl, erklärt im Interview mit Oberpfalz-Medien, wann das Eis trägt.

ONETZ: Herr Heibl, sind die Weiher zugefroren, können die Leute aufs Eis?

Thomas Heibl: Nein. Noch ist das Eis nicht tragfähig. Es ist noch nicht lange genug kalt. Bis es so weit ist, muss es mindestens drei Wochen richtig knackig kalt sein. Prinzipiell muss die Eisschicht wenigstens fünf Zentimeter dick sein, damit man drauf gehen kann. Das bezieht sich allerdings nur auf Einzelpersonen. Gehen Personengruppen auf einen zugefrorenen Weiher, dann braucht es schon zwischen 10 und 15 Zentimetern. Liegt Schnee auf der Eisfläche, dann spielt das auch eine Rolle. Der isoliert, das Eis kann nicht mehr so schnell wachsen. Außerdem hat er ein Gewicht.

ONETZ: Kann man selber feststellen, ob das Eis dick genug ist?

Thomas Heibl: Zunächst einmal haben wir es je nachdem mit unterschiedlichen Wassertemperaturen zu tun. Bei uns sind sie zurzeit recht gering. Ich würde aber sagen, dass es für den Laien schwierig ist festzustellen, ob die Fläche dick genug ist. Wenn man das wirklich herausfinden wollte, müsste man eigentlich eine Testbohrung vornehmen. Dafür bräuchte man einen Profi, im Normalfall macht das keiner. Wir geben deshalb eine Faustregel raus, wann man aufs Eis gehen kann: Das Eis ist erst dann dick genug, wenn es mindestens vier Wochen lang - tagsüber und nachts - Minusgrade hatte. Wenn im Eis dunkle Flecken sind, dann ist das auch ein Hinweis darauf, dass es noch nicht dick genug ist.

ONETZ: Gab es in diesem Jahr schon Einsätze für die Eisrettung?

Thomas Heibl: 2019 hatten wir noch keine. Vergangenes Jahr gab es im März einen. Das war in Kemnath. Da hieß es, eine Person sei im Eis eingebrochen. Die Leute sind prinzipiell eher zurückhaltend. Wir geben gerne Tipps. Wenn man auf dem Eis ist und merkt, dass es um einen herum anfängt, zu knarzen, dann sollte man sich flach auf den Bauch legen und an das Ufer zurückrobben.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.