28.08.2018 - 11:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zumba bringt Senioren auf Trab

Bei Zumba geht's rund im Seniorenzentrum. Nicht das einzige Kursangebot, das die älteren Semester auf Trab bringt. Auch für Kultur legen sie sich ins Zeug ‒ und für die neuen Medien.

Breit aufgestellt: Susanne Meichner (Mitte) und Alfons Heidingsfelder (rechts) präsentieren das neue Halbjahresprogramm des Maria-Seltmann-Hauses, dessen "enorme Vielfalt" OB Kurt Seggewiß, Nicole Hammerl (von links) und Dezernent Wolfgang Hohlmeier (Zweiter von rechts) übereinstimmend loben.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

(ps) Gezeigt hat sich das am Montagmorgen. "Bereits eine Stunde vor Öffnung nach der Sommerpause standen die Leute Schlange", staunt selbst die Leiterin der Einrichtung, Susanne Meichner. Obwohl ihr durchaus bewusst ist, dass die Kurse ankommen. Nicht umsonst wird das Programmheft von Mal zu Mal dicker. Doch mit 120 Seiten ist jetzt das Maximum erreicht. "Mehr lässt sich nicht heften." Deshalb hat Meichner diesmal sogar Texte gekürzt. Das Angebot ist trotzdem vielfältig wie nie. Das bestätigen ihr auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Thomas Hohlmeier als Leiter des Dezernats 5 (Familie und Soziales) sowie seine Stellvertreterin Nicole Hammerl.

Gerade für Senioren sei es wichtig, sich nicht in die eigenen vier Wände zurückzuziehen, Kontakte zu erhalten und neue zu knüpfen, sagt Hammerl. Das Maria-Seltmann-Haus trägt viel dazu bei, weiß Susanne Meichner. "Es ist phänomenal, wie viele Freundschaften hier in über 20 Jahren entstanden sind." Dank des vielfältigen Kursangebots, zu dem auch die Senioren selbst beitragen. Zum Beispiel mit der Veranstaltung "Durch's Jahr hindurch ‒ G'schicht'n und Brauchtum im Jahreskreis", die von Bertram Erhardt angeregt wurde und durchgeführt wird.

  • Eine Neuerung gibt es auch in dem bewährten Projekt "senSiwen" der Polizei: Dazu zählt das Seminar "Brandschutz für Senioren", in dem diesmal eine Besichtigung der Feuerwache stattfindet und der richtige Umgang mit dem Feuerlöscher praktisch geübt werden kann. An die Besichtigung der ILS schließt sich diesmal noch eine Fahrt nach Latsch an zur Besichtigung des Rettungshubschraubers. Ebenfalls neu in dieser Reihe: Eine Ausstellung zum Thema Prävention im Rathaus sowie eine Lesung zum Thema Zivilcourage, gestaltet von Mitgliedern des Schreibkreises am Maria-Seltmann-Haus und Schülern des Augustinus-Gymnasiums, die ihre Texte in einer Art Poetry-Slam vortragen.
  • Neu im Bereich Bewegung, Entspannung, Tanz sind die Kurse Orthopädische Gymnastik, Meditation in Bewegung und Stille sowie Tänzerische Gymnastik, den die Ballettlehrerin Evelina Yosifova anbietet.
  • "Geradezu überrannt" wird das Maria-Seltmann-Haus laut Meichner bei den Kursen rund um Smartphone, Tablet und Computer. Bei einem Infovormittag am Montag, 24. September, können sich die Interessenten über die verschiedenen Angebote informieren. Erstmals im Prgramm sind unter anderem die Kurse Virenschutz am PC, "Rund ums I-Phone für Einsteiger", Facebook, Twitter und Co. sowie "Bezahlen mit dem Smartphone.
  • Bei den Vorträgen sind vor allem medizinische Themen gefragt: Dr. Martin Brand geht hier der Frage "Demenz - was nun?" auf den Grund und Facharzt Johannes Weiß widmet sich dem Thema "Faszientherapie kann Schmerzen lindern".
  • Auf möglichst viele Teilnehmer hofft Meichner beim "Erzählcafé", das sich am 16. Oktober mit dem Thema "Witze und Anekdoten" befasst und am 27. November mit Geschichten rund um die Detag.
  • Bestens gebucht sind bereits die Fahrten, die im neuen Halbjahr unter anderem nach Pilsen, zur Hundertwasser-Ausstellung in Amberg und zum Weihnachtsmarkt am Flughafen München führen. Die Besichtigungsfahrt ins Krematorium Hohenburg stößt auf so großes Interesse, dass sie nun schon zum dritten Mal angeboten wird. Ebenfalls ein Renner: Die von Seniorenbeauftragtem Alfons Heidingsfelder organisierte Zoigl- und Kulturfahrt, die diesmal in den Schafferhof führt. Hannes Rupprecht wird die Teilnehmer dort mit Sagen und Legenden rund ums Waldnaabtal vertraut machen.
  • Zu den Selbstläufern zählen Kreativ- und Entspannungskurse, die Theatergruppe "MimOldies" Literatur- und Lesekreis sowie die Philosophische Gesprächsrunde. Aber auch die Schafkopfkurse kommen laut Meichner bestens an.

Nicht nur Meichner und ihrem Team zollten Seggewiß und Hohlmeier ein dickes Kompliment für das vielfältige Angebot. "Alfons Heidingsfelder hat eine wichtige Scharnierfunktion inne und dabei einiges bewegt", bestätigte der Oberbürgermeister dem Seniorenbeauftragten. Der nutzte die Gelegenheit, um den Vertretern der Stadt ein Problem ans Herz zu legen, das ihn schon lange beschäftigt. "Eine Frau hat heute gesagt, sie würde gerne eine Fahrt mitmachen, hat aber kein Geld dafür. Wir können die Sozialhilfeempfänger schlecht integrieren." Ein Problem sei hier der Pauschalbetrag für Kultur, der im Hartz IV-Satz eingerechnet sei, räumte Wolfgang Hohlmeier ein. Nicole Hammerl regte an, von Seiten der Stadt einen bestimmten Betrag pro Kursjahr für derartige Fälle zur Verfügung zu stellen. "Das kriegen wir hin", gab sich Seggewiß optimistisch. "Wir wollen auch diesen Menschen die Teilnahme ermöglichen."

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