04.02.2020 - 15:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zwei Frauen an der Spitze der VHS Weiden-Neustadt und des Zentrums für regionale Bildung

Der Abschied von Leonhard Dietrich wurde quasi vorweggenommen. Zwei Frauen werden seinen Part an der Volkshochschule und dem Zentrum für regionale Bildung übernehmen. Sie sollen die Einrichtungen in die Zukunft führen.

Tanja Fichtner (Zweite von links) und Susanne Kriesche (Dritte von links) folgen als Pädagogische Leiterinnen auf Leonhard Dietrich (Zweiter von rechts), der sie bis Ende August noch in ihre Aufgaben einarbeiten wird. Geschäftsführer Stefan Frischholz (links) und OB Kurt Seggewiß (rechts) hießen die "Neuen" willkommen und dankten Dietrich für seine Verdienste.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Es sei eine echte Herausforderung gewesen, geeignete Nachfolger für Leonhard Dietrich zu finden, gestand Geschäftsführer Stefan Frischholz. Denn seit über 35 Jahren wirke dieser in den unterschiedlichsten Funktionen - als Leiter, Geschäftsführer, zuletzt als Pädagogischer Leiter - an VHS und der gemeinnützigen gGmbh Zentrum für regionale Bildung (zrb). Dabei habe sich Dietrich ein schier unerschöpfliches Know-how erworben, das nur schwer zu ersetzen sei. Mit Tanja Fichtner und Susanne Kriesche seien nun aber zwei kompetente Nachfolgerinnen am Start.

An die stark defizitäre Situation der VHS im Jahr 2013 erinnerte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. "Mittlerweile schreibt die Volkshochschule Weiden-Neustadt Erfolgsgeschichte." Räumlich habe der Umzug von der ehemaligen Clausnitzerschule in der Sedanstraße in das ehemalige Gebäude der FOS/BOS an der Luitpoldstraße "einen Quantensprung" bewirkt. Auch er bedauerte, dass Dietrich Ende August in den Ruhestand gehen wird. Doch in Anspielung auf seinen eigenen Abschied als Oberbürgermeister fügte er schmunzelnd hinzu: "Es sollen ja auch andere bald gehen. Panta rei: Alles ist im Fluss."

Glücklicherweise gehe Dietrich sozusagen "schleichend" in den Ruhestand. So könne er sein umfassendes Wissen in den nächsten Monaten noch an die Nachfolgerinnen weitergeben. Für Frauenpower und Gender stünden die neuen Pädagogischen Leiterinnen, Tanja Fichtner und Susanne Kriesche, denen Seggewiß zum Einstand viel Glück wünschte.

Tanja Fichtner (38) übernimmt die Pädagogische Leitung des zrb. Sie ist bereits seit Anfang Januar aktiv. Nach dem Realschul-Abschluss in Neustadt absolvierte sie das Abitur am Elly-Heuss-Gymnasium und studierte Slawistik, Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Bamberg. Sie war unter anderem beim Goethe-Institut, dem Beruflichen Fortbildungszentrum Weiden und im Evangelischen Dekanat Weiden tätig. Dabei habe sie immer wieder mit der VHS und dem zrb kooperiert, was mit ausschlaggebend für ihre Bewerbung gewesen sei. 15 Jahre verbrachte Fichtner mit ihrer Familie im Ausland. Ein Grund für die Rückkehr in die Heimat war für sie "die wahnsinnige Entwicklung, die unsere schöne Region in der Zeit gemacht hat".

Aktuell beschäftige sich das zrb-Team mit Zukunftsthemen wie Integration und berufliches Deutsch, Frauenförderung und Fachkräftesicherung für den ländlichen Raum. Fichtner versicherte: "Ich freue mich darauf, das zusammen mit dem tollen Team von zrb und VHS anzupacken."

"Leitung heißt für mich, Dienstleistung für Kunden und Kollegen", postulierte Susanne Kriesche (52), die neue Pädagogische Leiterin der VHS. Sie lebt seit 2012 in der Oberpfalz, war bisher in IHK-Bildungseinrichtungen und Industrieunternehmen zu Themen der Personalentwicklung tätig. Mit ihrem Programm biete die Volkshochschule Aktivitäten für Menschen in jeder Lebensphase an, sagte Kriesche. Um die Kunden für die Digitalisierung der Arbeitswelt und andere Herausforderungen fit zu machen, setze sie stark auf die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern.

"Wir haben Visionen umgesetzt, ohne zum Arzt gehen zu müssen", widersprach Leonhard Dietrich einem Zitat von Helmut Schmidt ("Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen"). Und es gebe auch in Zukunft noch Visionen umzusetzen. Seinen Nachfolgerinnen, die er in den nächsten Monaten einarbeiten wird, versicherte der 65-Jährige. "Bei Ihnen beiden weiß ich das in guten Händen."

2013 hatte Stefan Frischholz die Geschäftsführung übernommen. "Damals standen wir kurz vor der Insolvenz", erinnerte er. "Das war Hardcore." Der Geschäftsführer nutzte den letzten offiziellen Termin mit Seggewiß, um dem Oberbürgermeister und dem Aufsichtsrat für "die großartige Unterstützung" zu danken und hoffte, der künftige OB-Nachfolger werde in die gleichen Fußstapfen treten. Frischholz betonte aber auch: "Wo wir jetzt stehen, ist mit ein großer Verdienst von Leonhard Dietrich." An die neuen Leiterinnen appellierte er: "Machen Sie's mit Herz, wie Leo Dietrich und ich."

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