16.08.2018 - 10:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zwei Kühe aus Bald Tölz

Der Circus Carelli gastiert auf dem neuen Festplatz. Auf die Besucher wartet so manch Überraschung.

Almabtrieb in Weiden. Bild: Kunz
von Helmut KunzProfil

(uz) Keine Elefanten, dafür drehen sich zwei Kühe. Das Fleckvieh stammt aus Bad Tölz. Der "Circus Carelli" zeigt es seit Mittwoch auf dem neuen Festplatz, wo normalerweise um diese Zeit das Weidener Volksfest gefeiert wird. Die Feuerschützen lassen aus Kostengründen die Finger vom Volksfest. Doch auch die Zirkusleute berichteten ihren Besuchern von ihren Existenzängsten.

Seit 250 Jahren gebe es Zirkus, sagt Direktor Jakel Bossert, der über die große Hitzewelle klagt. 20 bis 30 Zuschauer kamen in den letzten Wochen in eine Vorstellung: Zu wenig zum Überleben. Dies allein bei Transportkosten nach Weiden von 10 000 Euro. "Lassen Sie den Zirkus nicht untergehen. Ein Stück Zirkus gehört doch einfach dazu." Rund 100 Premierengäste beklatschten dann ein tolles Programm.

Los ging's mit einer kurzweiligen Hundeshow. Und unverzagt führte Clown Timmy Barelli durchs Programm. Stets zu Späßen aufgelegt, egal, ob als Jongleur oder als Trompetenspieler. Auf seine Gesangskünste im zweiten Teil hätte man allein wegen der Längen doch lieber verzichtet. Dafür erntete er Applaus, als er mit Esel "Manolito", das "schönste Pferd der Welt" ankündigte.

Der erste Teil vor der Pause gehörte den Tieren. Der zweite den Artisten. Die Zuschauer erlebten, wie ein groß gewachsener Schimmel mit einem Pony harmonierte oder ein schwarzer Rappe sich fast unterwürfig vor Publikum verneigte. Gefühlvoll wurden gewaltige Trampeltiere zu einer homogenen Dressurdarbietung geführt. An schneeweißen Tüchern verzauberte Salima mit einer Luftakrobatik. Es gab Hula-Hoop-Tänze, Jonglagen und Drahtseilakte.

In der Pause durften die Besucher bei Zahlung eines kleinen Obolus die Tiere aus allernächster Nähe sehen. Unter anderem ein vier Monate altes Kamel-Zwillingspärchen, das noch einen Namen sucht. Kinder durften in der Manege auf Kamelen und Ponys reiten.

Höhepunkt im zweiten Teil war die Dressurvorführung von Salima Folco, einer wahren Meisterin auf dem Gebiet der hohen Schule. Sie erinnerte mit ihrem Schimmel an die Dressurreitkunst der legendären Hofreitschule in Wien. Vorher bot der Circus Carelli Abwechslung mit artistischen Einlagen. So schwang sich "Lady Desdemona" elegant auf dem Luftring. Beim großen Finale stellte sich heraus, das eigentlich nur wenige Artisten für die tollen Einlagen verantwortlich zeichneten.

Salima Folco ist ein begnadete Pferdeflüsterin. Bild: Kunz
Salima Folco ist ein begnadete Pferdeflüsterin. Bild: Kunz
Hund und Herrchen hüpf! Bild: Kunz
Sprünge auf dem Drahtseil. Bild: Kunz
Prächtige Hochlandrinder aus Bad Tölz. Bild: Kunz
Immer artig verbeugen. Bild: Kunz
Tolle Pferdedressur. Bild: Kunz
Gemeinsam verbeugen. Bild: Kunz
Vier Kamele. Bild: Kunz
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