Weiding
03.03.2019 - 12:56 Uhr

Wenn der Hydrant ans Auto springt

An ein Fahrrad gehört ein Navi. Ein Gockerl verbrennt fast im Backrohr, und ein "Preiß" kann Krawatten binden. Dem "Pfatterer Omasch" kommt nichts aus.

Allerhand Begebenheiten aus dem Dorfleben besangen die "Ordensleute" bei ihrem Faschingsauftritt. Bild: mmj
Allerhand Begebenheiten aus dem Dorfleben besangen die "Ordensleute" bei ihrem Faschingsauftritt.

"Mia singa des halt, dass dez a Bescheid wißts; und d’Unterhaltung g’hert zum Dorflebm" – Mit dem dazu passenden Schuss Humor und Augenzwinkern kündigte der "Schwoaz-Mich" das an, "wos einfach g’sagt wern mou"! Mit dem “Pfatterer Omasch” waren die Musikanten der Blechlawine, aus diesem Anlass im Ordensgewand, in den Wirtshäusern des Dorfes unterwegs und brachten mit kräftiger Stimme die ein oder andere Neuigkeit ans Licht oder erinnerten an so manches Missgeschick.

Die neun Musiker wussten von der Radltour zweier Damen ins Nachbarland zu berichten, deren Drahtesel zwar batteriebetrieben war, während ein Navi nicht zur Ausstattung gehörte. Deshalb sind sie erst "im finstan vun Böhim assa kuma". Etliche der Gasthausbesucher hörten auch, dass vor Weihnachten zwei Christbäume zum Aufstellen bei der Kirche geholt werden mussten. Der erste fand kein Gefallen und wurde zu Brennholz verarbeitet, der zweite Baum, so die Pfatterer-Omasch-Meinung, war aber "a niat schöina".

Pech hatten Kirchgänger, dass ihnen erst während der Predigt einfiel, dass im eingeschalteten Bratrohr ein Gockerl liegt, das kurz vor dem Schwarzwerden noch gerettet werden sollte. Über eine Delle im Auto des Bürgermeisters spekulierte, so die Musikanten, das ganze Dorf. Derweil habe den fahrbaren Untersatz lediglich auf dem Gelände der Kläranlage ein Hydrant "angesprungen". Einen Platz hatte im Rückblick auch das oft zu beobachtende Wirtshaussterben. Ein Abdanken des "Ripperlkönigs" wäre für den Ort einfach undenkbar.

Es wäre nicht der "Pfatterer Omasch", wenn es beim Jahresrückblick in der närrischen Zeit keinen Seitenhieb wegen der Verkabelung in die Medienwelt gegeben hätte. Bei den Arbeiten wurden Leitungen beschädigt, ein Bagger hatte seine Antriebskette verloren, und ausreichend Schotter wurde verbaut – "denn die Weidinger ham ja s’Geld zum zohln". Besonders bemerkenswert die Tatsache, dass ein Einheimischer einen "Preißn" braucht, der ihm in seine Krawatte einen passenden Knoten macht.

Nicht nur mit Applaus wurde in den Wirtshäusern der Aufmarsch der "Blechlawinerer" quittiert, für sie gab's auch Freibier und ein Extra-Schnapserl. Und sie versprachen, auch in diesem Jahr wieder Augen und Ohren für besondere Geschehnisse im Ort offen zu halten.

 
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