14.09.2021 - 15:10 Uhr
WeigendorfOberpfalz

Alwin Baumert will für die Partei "die Basis" in den Bundestag

Alwin Baumert aus Weigendorf tritt für die Partei "die Basis" bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Amberg-Neumarkt an. Er steht dafür, mehr direkte Demokratie zu wagen. Außerdem kritisiert er die Coronapolitik als nicht verhältnismäßig.

Alwin Baumert möchte für die Partei „die Basis“ Bundestag kommen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Alwin Baumert sagt, er sei schon immer ein politisch interessierter Mensch gewesen. Parteipolitisch ist er erst in diesem Jahr in Erscheinung getreten.

Der 55-jährige selbstständige Sozial- und Theaterpädagoge tritt bei der Bundestagswahl für die 2020 als Protest gegen die Coronapolitik gegründete "Basisdemokratische Partei Deutschland", kurz "die Basis", im Wahlkreis Amberg-Neumarkt an. Baumert behauptet: "Die Basis ist eine coronakritische Partei, aber besteht nicht aus Corona-Leugnern. Uns geht es um die wissenschaftliche Evidenz und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen."

Baumert sagt von sich, dass er sich bereits in jungen Jahren bei der evangelischen Jugend engagiert hat und bei den Bewegungen gegen Atomkraft oder bei den Protesten gegen den Nato Doppelbeschluss dabei war. Er habe Seminare für Gewaltfreiheit, für Völkerverständigung und Ökologie mit aufgebaut.

Der 55-Jährige ist von der Ausrichtung der Partei die Basis, die auf vier Säulen beruht, überzeugt. Diese vier Pfeiler bestehen laut "Basis" aus den Begriffen "Freiheit", "Machtbegrenzung", "Achtsamkeit" und "Schwarmintelligenz".

Runde Tische als ein Ziel

"Unser Ansatz von Basisdemokratie ist, dass nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben regiert werden soll. Es gibt so viel Wissen in der Gesellschaft, das einfach nur brach liegt", erklärt er. Es sei sein Anliegen, auch außerhalb von Geldinteressen "das Leben wieder in den Mittelpunkt zu stellen." Wäre Baumert im Bundestag, würde er sich dafür einsetzen, dass Runde Tische im Wahlkreis eingerichtet würden, bei denen die Bürger und Bürgerinnen politisch mitentscheiden könnten.

"Es wäre so wichtig, dass die Menschen wieder miteinander in Kontakt treten und Belange, die sie alle angehen, gemeinsam entscheiden", sagt Baumert. Er stellt sich darunter "eine Art Bürgerparlament im Kleinen" vor. Auch würde er sich für die Regionalisierung der Pflege einsetzen.

Einen besonderen Wert legt der Weigendorfer auf den Begriff der Freiheit. "Das für mich die Grundvoraussetzung des Lebens. Aus Freiheit entstehen neue Ideen und neue Begegnungen. Solidarität kann nur auf Freiheit basieren", sagt der Theaterpädagoge.

Der Basispartei geht es Baumert zufolge auch "um die Wiederherstellung der Grundrechte, die durch die Maßnahmen seit über eineinhalb Jahren sehr stark begrenzt wurden."

Baumert ist davon überzeugt, dass es nur auf Basis dieser Freiheiten überhaupt einen Weg aus der Krise geben könne.

Kritik an der Coronapolitik

Der 55-Jährige kritisiert ebenfalls die Coronapolitik. "Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen fehlt mir", sagt er. Der Theaterpädagoge behauptet, dass sich während der Pandemie gezeigt habe, dass die "Sterblichkeit so wie bei einer normalen Grippe" war und deshalb hierzulande keine so dramatischen Szenarien eingetreten sind, wie das anfangs gedacht wurde. Was ihm zufolge anders hätte laufen sollen: "Die Regierung hätte nicht in diesem Panikmodus bleiben sollen. Was es braucht, ist eine Risikoanalyse. Wir müssten uns das genauer anschauen und die Ergebnisse transparent machen." Baumert zufolge sei "die wissenschaftliche und medizinische Evidenz der Maßnahmen nicht nachgewiesen worden". Die sozialen Nachteile würden die Vorteile übertrumpfen.

Baumert sagt, er habe während der Pandemie nur eine Person in seinem Bekanntenkreis gehabt, die "grippeähnliche Symptome" gehabt hätte. Ferner stellt er folgende Behauptung auf: "Ich persönlich kenne niemanden, der Corona hatte. Aber ich kenne viele, die massive Nebenwirkungen von der Impfung hatten". Dem 55-Jährigen zufolge seien alternative Behandlungsmethoden bei Corona nicht ernstgenommen worden. Nur die Impfung werde als alternativlos dargestellt. "Mich macht das sehr skeptisch", sagt er.

Menschen im Wahlkreis

Baumert sagt, dass er Amberg und den Landkreis für seine Architektur schätzt. Auch die Menschen seien sehr herzlich und miteinander in Kontakt geblieben.

Weitere Ziele für den Landkreis würde Baumert mit den Bewohnern nach der Wahl auf direktdemokratischem Weg erarbeiten.

Der Oberpfalz-Medien Erstwähler-Check zur Bundestagswahl

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Mehr über die Partei "die Basis"

  • Die Basisdemokratische Partei Deutschland (kurz: „die Basis“) zählt als Kleinstpartei.
  • Gegründet im Juli 2020 im Dunstkreis der Proteste gegen Schutzmaßnahmen wegen der Coronapandemie.
  • Laut eigenen Angaben hat die Partei derzeit knapp 23 000 Mitglieder.
  • Ziel ist, basisdemokratische Elemente in Gesellschaft und Politik auszubauen.
  • Die Partei hat kein eigenes Programm, sondern möchte es mit den Wählern gemeinsam erarbeiten.
Kommentar:

Es braucht wahre „Empathie“ und „Achtsamkeit“

92.694. So viele Todesopfer gab es bislang in Deutschland im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Hinter jedem Einzelnen steckt eine Geschichte des Leids, trauernder Angehöriger und eines einsamen Todes. Ohne die nun mal leider harten Maßnahmen während der Pandemie wäre die Zahl ohne jeden Zweifel um ein Vielfaches höher. Wie viele Menschen die Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland tatsächlich gerettet haben, ist natürlich nicht exakt zu ermitteln. Tote lassen sich eben leichter zählen als Menschen, die nicht einmal wissen, dass gerade sie andernfalls hätten sterben können. Wer jetzt behauptet, dass gerade die Maßnahmen, die das Schlimmste verhindert haben, zu übertrieben waren, weil es nicht noch dicker kam, der hat diese Zusammenhänge nicht verstanden.

Dann noch zu behaupten, „die Sterblichkeit bei Corona ist nicht höher als bei einer Grippe“ und sogar so weit zu gehen, ohne jegliche Evidenz zu unterstellen, die Impfungen seien genauso gefährlich wie das Virus selbst, ist nur dreist. Es ist ein Schlag ins Gesicht jeder Person, die einen geliebten Menschen durch dieses grauenhafte Virus verloren hat. Wer sich solch Mutmaßungen bedient, um Menschen von seinem angeblichen „Argument“ zu überzeugen, zeigt, dass für ihn die Begriffe „Empathie“ und „Achtsamkeit“, wenn er sie sich auch noch so sehr auf die Fahnen schreibt, nicht mehr sind als zwei hohle Phrasen.

Wolfgang Ruppert

 

 

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