20.11.2019 - 11:15 Uhr
Weiher bei HirschauOberpfalz

In Weiher lebt Feier des Patroziniums der Dorfkirche wieder auf

Sie ist Wahrzeichen, Mittelpunkt und Stolz des Dorfes zugleich – die Kirche Mariä Opferung. Am Freitag, 22. November, feiern die Gemeindemitglieder der Pfarrfiliale Weiher wieder das Patrozinium ihrer Dorfkirche.

In Weiher wird nach längerer Unterbrechung das Patrozinium der Dorfkirche Mariä Opferung gefeiert.
von Werner SchulzProfil
Der Volks- wie der Hochaltar der Weiherer Dorfkirche erstrahlen seit dem Abschluss der letzten Generalsanierung im Juli 1995 in neuen Glanz. Die Weiherer Dorfgemeinschaft hatte im Verlauf der Baumaßnahme über 2 000 unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet.

Den Festgottesdienst zelebriert Pfarrer Johann Hofmann um 19 Uhr. Über Jahrzehnte war die Feier des Patroziniums ein Höhepunkt im Weiherer Kirchenjahr. In den vergangenen Jahren aber wurde diese Tradition so gut wie nicht mehr gepflegt. Beim neuen Hirschauer Pfarrer Johann Hofmann stießen Kirchenpfleger Franz Reif und die Dorfbevölkerung auf offene Ohren mit ihrem Anliegen, dem Patrozinium wieder den früheren Stellenwert einzuräumen.

1508 wurde die Weiherer Dorfkirche erstmals urkundlich erwähnt: in einem Visitationsprotokoll der Diözese Regensburg. In dem Schriftstück steht nachzulesen, dass die Filialkirche, die heute den Namen Mariä Opferung trägt, der Jungfrau Maria geweiht war. Sie gehörte zur Pfarrei Aschach. Alles andere als schmeichelhaft sind die Protokolleinträge über den Aschacher Pfarrer Popp. Der Visitator stellte fest, dass in Aschach die kirchlichen Vorschriften zum Zölibat wenig beachtet würden. Dagegen hatte der Visitator am Lebenswandel des Weiherer Messkaplans Ulrich Retzer und seiner Köchin nichts auszusetzen.

Offenkundig stießen dem Visitator auch die gravierenden Unterschiede hinsichtlich der Bezahlung zwischen dem Pfarrherrn in Aschach und seinem Messkaplan in Weiher sauer auf. Während der Messkaplan weniger verdiente als ein Handwerksgeselle, verfügte der Pfarrherr von Aschach, der zudem eine Pfründe in Heidelberg besaß, über das zehn- bis zwanzigfache Einkommen seines Kollegen in Weiher. Hohe Anerkennung zollt der Visitationsbericht der Opferbereitschaft der Bevölkerung von Weiher. Ohne diese wäre nämlich das Einrichten einer dorfeigenen Mess-Stiftung und einer eigenen Priesterstelle undenkbar gewesen.

Dass im Laufe der Jahrhunderte mehrere Um- und Neubauten sowie Sanierungen nötig waren, um das Gotteshaus funktionstüchtig zu halten, belegen zahlreiche Quellen. So erfolgte 1777 ein Umbau, bei das Kirchlein um zwei Meter aufgestockt wurde. Laut Urkunde des Bistums Regensburg wurde die Dorfkirche Mariä Opferung am 9. Juli 1838 - also vor 170 Jahren - von Weihbischof Bonifatius eingeweiht. Die entsprechende Urkunde fand sich bei der letzten Renovierung im Jahr 1995 im Altarstein des Hochaltars. 1866 wurde eine Sakristei angebaut. Eine größere Sanierungsmaßnahme war 1881/82 die Erneuerung des Kirchturms. Die erste umfassende Renovierung der gesamten Kirche erfolgte 1907, eine weitere im Jahr 1937.

Über Jahrzehnte gehörte die Pfarrfiliale Weiher zur Pfarrei Pursruck. Nach einer Volksabstimmung schloss sich Weiher 1980 der Pfarrei Hirschau an. Ein Jahr später wurde der baufällige Kirchturm erneuert. 1991 begannen die Vorbereitungen für die bis heute letzte Generalrenovierung des Kirchleins. Am 28. September 1991 sprach sich die Mehrheit der Weiherer Bevölkerung für die Sanierung aus und beauftragte das Architekturbüro Mühlbauer mit der Planung. Es dauerte bis zum 21. April 1993, bis der Hirschauer Stadtpfarrer Norbert Demleitner und Kirchenpfleger Franz Reif vom Landratsamt die denkmalschützerische Erlaubnis für die Renovierung erhielten. Nach zweijähriger Bauzeit war das Projekt, das rund 800 000 Mark kostete, abgeschlossen. Am 9. Juli 1995 gab es in Weiher ein großes Fest, als Domkapitular Georg Strupf die renovierte Kirche wieder einweihte. Sämtliche Festredner lobten die Einsatzbereitschaft der Weiherer: Unter der Führung von Kirchenpfleger Franz Reif hatten die Dorfbewohner mehr als 2000 unentgeltliche Arbeitsstunden eingebracht.

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