Weiherhammer
27.06.2018 - 15:15 Uhr

Für gutes Deutsch trommeln

Workshop für Jugendliche bringt erstaunliche Sprachergebnisse

Gerd Fenzl (Zweiter von rechts) und Daniel Bayer (links)  trommeln am Montag in Weiherhammer mit Schülern mit Migrationshintergrund. sei
Gerd Fenzl (Zweiter von rechts) und Daniel Bayer (links) trommeln am Montag in Weiherhammer mit Schülern mit Migrationshintergrund.

(sei) 12- bis 17-Jährige aus der Pestalozzimittelschule Weiden und der Mittelschule Weiherhammer, teilweise mit Migrationshintergrund, lernen im Fach Deutsch als Zweitsprache die deutsche Kultur zu begreifen und auch mit den Kulturen ihrer Herkunftsländer zu vergleichen. Die Projekte gehen sie mit Unterstützung ihrer Lehrerin Agnes Hehenberger an. Die Mädchen und Buben kommen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, unter anderem aus Syrien, dem Sudan, Eritrea, Polen oder auch den USA. "Eine Art internationale Sprache ist das Trommeln", stellten sie fest. Sprache ist Rhythmus, Rhythmus ist international. Mit Rhythmus lassen sich Sprachen leichter lernen - unter diesem Aspekt waren externe Experten zum Unterricht an die Mittelschule Weiherhammer eingeladen. Die Trommellehrer Gerd Fenzl und Daniel Bayer brachten verschiedene Djemben und weitere Rhythmusinstrumente mit und stellten sie den Schülern vor.

Die Schüler und Lehrerin Hehenberger lernten die drei Grundschläge auf der Djembe. Zuerst der Bass, der mit der etwas gewölbten Hand auf die Mitte der Trommel geschlagen wird, dann Tone und Slap, die auf der Trommelkante in verschiedener Härte mit den Fingerspitzen geschlagen werden. Damit die Knöchel geschont werden, sollten sich die Schüler vorstellen, sie fassen an eine heiße Herdplatte,um sofort nach Berühren der Trommel die Hände wieder zurückziehen.

Die Schüler stiegen gleich mit einem Samba- und Reggae-Rhythmus ein, der aus den drei Grundschlägen besteht „Augen zumachen und spüren. Wie fühlt sich das an?“, fragte Fenzl nach. Einen weiterer Rhythmus erarbeiteten die Jugendlichen für das Lied „Kum Adele“. Dafür teilten sich die Schüler in zwei Gruppen auf. Die eine trommelte eine Frage, die andere die Antwort. Man könnte sich das so vorstellen, meinte Fenzl: „Hallo kommt ihr?“ Die Antwort: „Sind schon da.“ Satzmuster können so ganz nebenbei eingeschliffen werden. Lehrerin Hehenberger betätigte auch, dass der erlernte Rhythmus beim Trommeln sich positiv auf den Rhythmus beim Deutschsprechen auswirke. Im Laufe des Workshops wurde die Schüler immer sicherer und gingen ganz in den Rhythmen auf.

Schüler mit Migrationshintergrund erarbeiten einen  Rhythmus beim Tromelworkshop sei
Schüler mit Migrationshintergrund erarbeiten einen Rhythmus beim Tromelworkshop
Schüler mit Migrationshintergrund lernen einen Rhythmus beim Trommeln sei
Schüler mit Migrationshintergrund lernen einen Rhythmus beim Trommeln
 
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