Einstimmig hat der Gemeinderat Weiherhammer am Dienstag den Haushalt 2026 mit einem Volumen von 24,87 Millionen Euro verabschiedet. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 2,5 Millionen Euro. 12,5 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungsaushalt, 12,37 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Ebenso genehmigt wurden der Stellenplan 2026 sowie das Finanz- und Investitionsprogramm bis 2029.
Bürgermeister Ludwig Biller war erleichtert, gesundheitlich wieder soweit hergestellt zu sein. „Es war mir sehr wichtig, heute dabei zu sein, denn es ist für mich der letzte Haushalt zum Ende meiner Amtszeit.“ Biller dankte für die vielen Genesungswünsche sowie die Vertretung durch Julian Kraus und Thomas Schönberger. Der landesweite Rückgang der Wirtschaft betreffe auch die in Weiherhammer ansässigen Betriebe. "Mir tut es leid um jeden einzelnen Arbeitsplatz, ich weiß, was das für die Betroffenen bedeutet. Wir kämpfen weiterhin mit stark erhöhten Energiepreisen sowie gestiegenen Allgemein- und Baukosten. Zusätzlich werden wir mit der Streichung von Fördermitteln und höheren Kreditzinsen konfrontiert“ betonte Biller in seiner Haushaltsrede.
Rückzahlung macht zu schaffen
Zu schaffen mache der Gemeinde auch die Zurückzahlung eines Teils der Gewerbesteuer. Ludwig Biller empfahl den Kandidaten, mit Wahlversprechen vorsichtig zu sein, denn in den nächsten Jahren werde es darum gehen, die Pflichtaufgaben zu erfüllen und begonnene Projekte abzuschließen. Dazu zählen die Dorferneuerung und die Wasserversorgung in Kaltenbrunn, Straßensanierungen sowie Investitionen in Feuerwehr, Bauhof und das ALIA-Projekt. „Die Haushalte der nächsten Jahre sind auf Kante genäht und kommen ohne einen erheblichen Teil an Fremdfinanzierung nicht mehr aus“, bemerkte der Bürgermeister. Im Gemeinderat sei man sich einig, gerade in der schwierigen Zeit nicht auf die Bremse zu drücken, „sonst fällt uns das dann geballt auf die Füße“. Dank vernünftiger Finanzpolitik und guter Zusammenarbeit im Ratsgremium konnten seit 2014 rund 9 Millionen Euro abgebaut werden, „sonst stünden wir derzeit nicht noch gut, sondern mit leeren Händen da.“
Kämmerin Tanja Bittner stellte den Haushaltsentwurf vor. Die allgemeine Rücklage beträgt am Jahresende 2026 voraussichtlich 2,042 Millionen Euro. Der Schuldenstand belief sich zum 31.12.2025 auf 1,967 Millionen Euro, das sind pro Kopf 501 Euro. Für heuer sei eine Kreditaufnahme von 2,5 Millionen Euro erforderlich. Diese umfasst den Neubau des Bürgersaals mit Café und den Bau von zwei Kitas. Der Schuldenstand wird Ende 2026 voraussichtlich bei 7,24 Millionen Euro liegen.
Die Kämmerin informierte ferner über ein zur Verfügung gestelltes, einmaliges Investitions-Budget in Höhe von 453.000 Euro. Für den Grunderwerb für das Baugebiet „Am Bildbaum 8“ sind ebenfalls Mittel eingeplant.
Stimmen der Fraktionen
„Um die Kommune zukunftsfähig zu halten, ist aufgrund der immer enger werden Spielräume eine zielgerechte Planung erforderlich“ meinte Nicole Presche (CSU). Nicht alles was wünschenswert erscheine, sei immer machbar. Deshalb gelte es Prioritäten zu setzen und manchmal Entscheidungen zu treffen, die wehtun, aber notwendig sind. Der Dank galt der SPD-Fraktion für die gute Zusammenarbeit im Finanzausschuss.
Positiv bewertete Rainer Vater (SPD), dass die Steuerhebesätze unverändert bleiben. „Enttäuschend ist aus unserer Sicht, dass die Kreisumlage unverändert bleibt. Warum kommen die von der Bundesregierung benannten Zuschüsse nicht bei unserer Gemeinde an? Wir erwartet hier ein klares Bekenntnis zur Stärkung der Kommune.“ Vater dankte Bürgermeister und CSU-Fraktion für die sachliche Zusammenarbeit.
Gemeinde investiert kräftig
Der Haushalt der Gemeinde Weiherhammer für das Jahr 2026 ist von bedeutenden Investitionen und hohen Umlageverpflichtungen geprägt. Die größte Ausgabe stellt dabei das ALIA-Projekt mit 5,9 Millionen Euro dar. Einen weiteren wesentlichen Posten bildet die Kreisumlage mit 3,04 Millionen Euro. Für den Neubau der Kindertagesstätte in Kaltenbrunn sind 2,26 Millionen Euro eingeplant. Die Personalkosten belaufen sich auf 1,42 Millionen Euro. Hinzu kommen die VG-Umlage in Höhe von 890.000 Euro, die Gewerbesteuerumlage mit 339.000 Euro, die Tilgung von Krediten in Höhe von 304.000 Euro sowie die Abwasser-Zweckverbandsumlage mit 256.000 Euro. Auch für Unterhaltsmaßnahmen sind beträchtliche Mittel vorgesehen: Knapp 310.000 Euro fließen in Maßnahmen an der Grund- und Mittelschule, weitere 220.000 Euro sind für den Unterhalt der Gemeindestraßen eingeplant.
Auf der Einnahmenseite stellt die Gewerbesteuer mit 3,2 Millionen Euro die wichtigste Einnahmequelle dar. Aus der Einkommenssteuerbeteiligung erhält die Gemeinde 2,83 Millionen Euro. Weitere Einnahmen ergeben sich aus Gebühren und Entgelten in Höhe von 756.000 Euro sowie aus der Umsatzsteuerbeteiligung mit 750.000 Euro. Die Grundsteuer trägt mit 650.000 Euro zum Haushalt bei.













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