(bey) Das Konzert beim Innovision Center war da keine Ausnahme. Es war schlichtweg eine perfekte Show der „Golden Glitter Band“ mit Sänger Brad Hering alias Markus Engelstädter. Das Open Air am Sonntagabend bot alles, was das Schlagerherz begehrt: aufwendig, bunte Lichttechnik, auf das Publikum niederregnende rote Herzballons, eine über die Köpfe der Menschen schwebende Biene Maja und natürlich viele bekannte Hits.
Schon lange vor dem Einlass standen die Besucher Schlange. Einige Damen hatten bunte Blumen im Haar, andere haben tiefer in der Klamottenkiste gekramt und noch das eine oder andere Kleidungsstück aus den Siebzigern gefunden. Die Musik aus dieser Zeit kündigte eine charmant klingende Frauenstimme an und versprach dem Publikum ein Wiedersehen mit Cindy & Bert, Chris Roberts, Howard Carpendale, Roland Kaiser oder auch Gitte. Besser als mit der Titelmelodie aus Peter Frankenfelds Sendung „Musik ist Trumpf“ konnte die musikalische Einstimmung nicht sein.
Dann legte die „Golden Glitter Band“ fulminant los: „Barfuß durch den Sommer“, einst von Jürgen Drews gesungen, verzauberte in Sekundenschnelle das Publikum, bei dem die Frage nach der Frauenquote überflüssig war. Engelstädter moderierte a la Carpendale, nannte Weiherhammer einen „Hammer am Weiher“ und leitet dann auf Bata Illics Superhit über: "Du bist alles für mich, denn ich liebe nur dich, Michaeeelaaaaaa" - es brauchte nur einige Takte Musik oder wenige Wörter Text, sofort tanzte das Publikum frenetisch mit, streckte die Hände zum Himmel, wippte im Takt, sang inbrünstig mit und umarmte sich - gelebte Schlagerseligkeit eben. Am Anfang hatte Sänger Brad Hering noch seinen langen Pelzmantel an, weil der Hubschrauber ja auf den Abflug zum Himalaja wartete, wie er mit englischem Akzent ankündigte. Nach einige Songs wurde ihm dann doch langsam heißt.
Mit lockeren Sprüchen führte Hering alias Engelstädter durchs Programm, band das Publikum in seine Moderation ein und vergaß dabei nicht, seine Musiker und beiden Sängerinnen vorzustellen. Es spielten Pinot Grigio, Enrico Cabanossi und Amigo Charlie, am Schlagzeug saßt "Costa fast gar nix“ und eine Sängerin nannte sich Tina Brexit.
„Barbara“, „Siebzehn Jahr, blondes Jahr“ oder das „Festival der Liebe“ als eines der unbestrittenen musikalischen Höhepunkte der Sommernacht waren Titel, die den Ausflug in die Siebziger perfekt machten. Beim Biene-Maja-Song richteten sich die Blicke gen Himmel, denn Maja flog, an einem Kranausleger hängend, ein paar Runden über das Areal. Mit „Mendocino“, „Fiesta Mexikana“, „Griechischem Wein“, und dem „Bett im Kornfeld“, schwebte das Publikum dann endgültig „Über den Wolken“ und kühlte sich dann mit der Hymne „Mama Leone“ etwas ab. Die Schlagerfans warten wahrscheinlich jetzt schon auf ein "Hello augain" mit der „Golden Glitter Band“.
Weiherhammer
24.07.2018 - 11:39 Uhr
"Hello again" im Schlagerhimmel
von Walter Beyerlein
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