01.08.2021 - 12:10 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Kinder lernen Leben im Einklang mit Natur

Kurz vor den Sommerferien geht ein Trapper- und Indianerprojekt an der Grund- und Mittelschule Weiherhammer über die Bühne. Dabei geraten die Buben und Mädchen ins Staunen.

Zum selbstgebastelten Kopfschmuck gehörte auch eine kriegerische Indianerbemalung.
von Eva SeifriedProfil

Zwei Tage konnten Schüler der Grund- und Mittelschule zum Teil bis in die Abendstunden Frischluft genießen, an Aktionen teilnehmen, beobachten, Experten befragen, draußen etwas ausprobieren, statt im Klassenzimmer zu sitzen. Die Buben und Mädchen gaben sich einen Indianernamen, entwarfen ein Emblem für ihre Gruppe oder bastelten Kopfschmuck mit originalen, zum Teil selbst gesammelten Vogelfedern. Im Heimat- und Sachkundeunterricht der dritten Klasse wurden Tierspuren behandelt und Laub- und Nadelbäume besprochen, die dann während der Projekttage in einem Gruppenwettbewerb in Teamarbeit wiedererkannt werden sollten.

Musiklehrerin Agnes Hehenberger erklärte, dass es bei dem Outdoorprojekt um die direkte Begegnung mit der Geschichte amerikanischer Ureinwohner, Begegnung mit der Natur, Erlebnisse ohne Maske ging. Ziel war, das Wissen nicht nur aus Büchern, sondern aus direkter Begegnung und mit Hilfe von erfahrenen Experten in generationenübergreifender Art zu erwerben und im Team zusammenzuarbeiten. "Jeder soll Verantwortung übernehmen für etwas das er kennt und füreinander, ob Mensch, ob Tier oder auch Pflanze und aus der Geschichte für das eigene Leben lernen2, sagte Hehenberger.

Los ging es mit einem Trommelprojekt für die dritten bis fünften Klassen mit Djembe-Pädagogen Gerd Fenzl. In der Turnhalle der Mittelschule gab es eine Ausstellung mit Fellen, einer Trapperbehausung und vielen Gegenständen und Ausstellungsstücken von Kleidung und Gebrauchsgegenständen der Menschen in dieser Zeit. Am Nachmittag gab es dann "Abenteuer pur" auf dem Sportplatz der Mittelschule.

Die Schüler staunten beim Anblick des Tipis, oder Behausungen von ersten Europäern auf in der neuen Welt, die meist eng mit den Ureinwohnern zusammenarbeiteten und lebten. Die Kinder lernten, wie man Feuer macht ohne Zündhölzer und Feuerzeug, bekamen Einblick in den nicht immer romantischen Alltag dieser Menschen, deren körperlich zum Teil schwere Arbeit, Ernährungsweise, Herkunft von Popcorn, Kleidung aus Leder, Behausungen aus Zeltleinen, Werkzeuge, Schmuck, Musik, Zeichensprache und vieles mehr.

Die Schüler bastelten selbst kleine Tipis und tauchten in die damalige Zeit ein. Mit von der Partie waren Roland Geyer als Trapper, "Fergusson Georg" alias Gerd Fenzl und Hehenberger als Indianerin. Fenzl erklärte, dass die Trapper damals sehr ärmlich lebten. Ein Schuss Munition kostete umgerechnet 10 Euro, sie erlegten die Tiere mit Fallen und Schlingen und handelten dann mit den Fellen. Fenzl verbrachte selbst einige Zeit als Trapper in den Wäldern der Rocky Mountains. Interessant war, dass das Tipi der Squaw gehörte und wenn ihr Mann nicht ihre Anordnungen befolgte, musste er draußen schlafen.

Die Schüler versuchten sich noch im Goldwaschen, Hufeisenwerfen und Feuermachen, schnitzten Stöcke für Stockbrot, lernten Tierfelle kennen und hörten Geschichten über die Begegnungen von Alter und Neuer Welt. Abschließend machten alle Klassen der Grundschule und der Kindergarten mit der Gruppe Fuchsbau einen Rundgang, durften Felle streicheln, Indianertrommel und Indianerlieder dazu hören, die drei Darsteller in original nachempfundenen Outfits bestaunen und befragen.

Neben dem Gruppenwettbewerb lernten die Kinder ein Indianerlied und sangen es an der Feuerschale. Stockbrot und Marshmallows an den selbst geschnitzten Laubstecken schmeckten hervorragen, ebenso Kräuterwassser und Melonen und Butterbrote mit selbstgemachtem Kräutersalz. Abends durften Eltern auch die Ausstellung besuchen und lauschten gespannt den Ausführungen zu Exponaten oder dem indianischem Kinderlied.

Noch eine etwas andere Unterrichtsstunde

Weiherhammer
Faszinierend war eine Aussstellung in der Turnhalle mit Trapperbehausung, Schmuck, Kleidung und Fellen und einem alten Hundeschlitten.
Auch in der Trapperbehausung fühlten sich die Schüler wohl.
Die Schüler bestaunten das hinter der Turnhalle aufgebaute Tipi.
Zu Beginn des Trapper- und Indianerprojekts kamen die Kinder mit Trommeln in den Rhythmus.

 

 

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