Weiherhammer
10.07.2026 - 15:26 Uhr
OnetzPlus

Richtfest für Alia: 30-Millionen-Projekt in Weiherhammer nimmt Gestalt an

Nach dem Spatenstich im Februar folgt nun das Richtfest: Das rund 30-Millionen-Euro-Projekt Alia in Weiherhammer nimmt Form an. Schon Mitte 2027 soll das generationenübergreifende Quartier auf 14.000 Quadratmetern fertig sein.

Mit dem Richtfest hat das 30-Millionen-Euro-Projekt Alia in Weiherhammer den nächsten Meilenstein erreicht. Nach dem Spatenstich im Februar schreiten die Bauarbeiten laut Geschäftsführer Severin Hirmer planmäßig voran. Das Generationenprojekt an der Hauptstraße soll Mitte 2027 fertiggestellt werden. Alia steht für „Agil leben im Alter“ und soll Wohnen, Begegnung, Betreuung und Pflege auf neue Weise miteinander verbinden. Das Projekt wurde von der LUCE-Stiftung der Brüder Lars und Christian Engel gemeinsam mit der Gemeinde Weiherhammer ins Leben gerufen. Ziel ist es, generationenübergreifendes Leben zu ermöglichen und gleichzeitig neue Konzepte für Versorgung, Gesundheitsprävention und gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen.

Beim Richtfest unterstrichen zahlreiche Redner die Bedeutung des Projekts für Weiherhammer – und darüber hinaus. Hirmer sprach von einem Novum in der Geschichte der Gemeinde. "Zudem ist Alia eine der größten Modulelemente-Baustellen Europas." Bayerns Gesundheits-, Pflege- und Präventionsministerin Judith Gerlach bezeichnete Alia als ein „Projekt mit Vorbildcharakter“. Sie verwies auf die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen in Bayern. Während es 2023 rund 630.000 Pflegebedürftige gegeben habe, werde diese Zahl bis 2050 voraussichtlich auf etwa eine Million steigen. "Umso wichtiger sind nicht nur ausreichend Pflegekräfte, sondern auch passende räumliche Konzepte. Genau hier setzt Alia an: Pflege findet nicht isoliert statt, sondern wird in das gesellschaftliche Leben eingebunden. Es ist ein generationenübergreifendes Miteinander“, betonte die Ministerin. Vor diesem Hintergrund seien die mehr als vier Millionen Euro aus der Förderrichtlinie „PflegeSoNah“ des Freistaats Bayern "hervorragend investiert". Das Projekt zeige beispielhaft, wie Wohnen, Pflege, Prävention und gesellschaftliche Teilhabe unter einem Dach zusammengeführt werden könnten.

"Leuchtturmprojekt"

Projektleiter David Rester blickte auf die Anfänge zurück. Bereits 2018 seien die ersten Ideen entstanden. Für ein Projekt dieser Größenordnung brauche es „mutige und taffe Menschen“, sagte er und nannte insbesondere Christian Engel sowie den ehemaligen Weiherhammer Bürgermeister Ludwig Biller als treibende Kräfte. Nach Jahren der Planung nehme das Projekt nun sichtbar Gestalt an. Architekt Christian Schönberger aus Oberviechtach hob vor allem den Gedanken des Miteinanders hervor. Das Herzstück des Areals werde ein begrünter, offener Innenbereich sein, der als Ort der Begegnung für alle Generationen dienen soll. Nach dem traditionellen Richtspruch und dem symbolisch zerschlagenen Sektglas erinnerte auch Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger (CSU) an die lange Entwicklung des Projekts. Seit fast acht Jahren begleite er Alia. "Es ist ein Leuchtturmprojekt für die Region."

Bedürfnisorientierte Architektur

Bauherren des Millionenprojekts sind die Alia GmbH und die Gemeinde Weiherhammer in einer Bauherrengemeinschaft. Für die Umsetzung ist die Matek GmbH aus Berlin verantwortlich. Auf dem rund 14.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Quartier, das weit mehr sein soll als eine klassische Pflegeeinrichtung. Das Areal vereint unterschiedliche Pflege- und Wohnformen, ein Begegnungszentrum, ein Pfarrheim, Gewerbeflächen sowie einen öffentlichen Park. Ziel ist es, Wohnen, Betreuung, Bildung, Gesundheitsversorgung und gesellschaftliches Leben an einem Ort zusammenzuführen.

Zum Konzept gehören zudem barrierefreie Wohnungen, eine ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft, Tages- und Kurzzeitpflege sowie Bildungs- und Begegnungsangebote. Auch Kindergarten und Kinderkrippe werden auf dem Gelände Platz finden. Dadurch sollen Jung und Alt selbstverständlich miteinander in Kontakt kommen und voneinander profitieren. Auch technisch will Alia neue Maßstäbe setzen, betonte Architekt Schönberger: Der Gebäudekomplex wird in nachhaltiger Holzmodul- und Elementbauweise errichtet. Erschlossen wird er über einen inneren Ring, von dem sich mehrere Gebäudeflügel nach außen erstrecken.

Ein modernes Gebäudetechnikkonzept soll das raumgenaue Lüften, Heizen und Kühlen sowie eine automatische Kontrolle der Luftqualität ermöglichen. "Die Architektur orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen der Menschen und verbindet Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität." Schon in einem Jahr sollen die ersten Bewohner einziehen können – der wohl wichtigste Meilenstein für das Großprojekt in Weiherhammer.

OnetzPlus
Weiherhammer07.02.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.