21.09.2020 - 18:33 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Weiherhammer muss nachlegen

Die Corona-Krise zeigt ihre Auswirkung: Der Gemeinderat Weiherhammer beschließt deshalb einen Nachtragshaushalt mit gravierenden Änderungen.

Der Marktrat um Bürgermeister Ludwig Biller billigt den Nachtragshaushalt.
von Siegfried BockProfil

"Wir gehen von einer erheblichen Einnahmeminderung aus, deshalb sind Streichungen unumgänglich", betonte Bürgermeister Ludwig Biller in der Sitzung am Dienstag vor sieben Zuhörern. Trotz der erforderlichen Kreditaufnahme von 382 500 Euro soll der Schuldenstand um 100 000 Euro verringert werden.

Am 18. Februar war ein Rekordhaushalt mit einem Gesamtvolumen von 18,038 Millionen Euro verabschiedet worden. Kämmerer Christian Wirth nannte die darin enthaltenen zahlreichen zukunftsweisenden Maßnahmen. Durch die seit März anhaltende Pandemie seien bereits Anpassungen der Steuervorauszahlungen erfolgt. "Es ist nicht auszuschließen, dass noch heuer beziehungsweise in den kommenden Jahren bezahlte Steuervorauszahlungen verzinst zurückbezahlt werden müssen. Und künftige finanzielle Auswirkungen sind derzeit kaum abschätz- und messbar" machte Wirth deutlich. Nunmehr gelte es, mit Sorgfalt und Umsicht die weiteren geplanten und begonnenen Maßnahmen dosiert umzusetzen.

Gemeinde in bewährten Händen

Weiherhammer

Damit die Gemeinde nicht in die Lage eines nicht ausgeglichenen Haushalts versetzt werde, sei zeitnahes Handeln angesagt, fuhr Wirth fort. "Die Einnahmen, mit welchen wir noch Anfang des Jahres gerechnet haben und die zum Teil erheblich wegbrechen, müssen wir durch Kürzung anderer Ausgaben auffangen. Ansätze, welche veranschlagt wurden und sich nach Angebotseinholung in der Summe ändern, habe man angeglichen." Der Stellenplan der Gemeinde erfuhr eine Änderung, weil die Stelle eines Beschäftigten frei geworden sei und diese zu einer Nachbesetzung eine andere Gruppierung erfordere. Die Differenz im Verwaltungshaushalt beträgt 828 100 Euro, die Zuführung zum Vermögenshaushalt nur noch 325 000 Euro. Der Vermögenshaushalt erhöht sich um 70700 Euro.

Wirth: "Der Glasfaseranschluss für Rathaus, Grund- und Mittelschule wird teurer als angedacht. Mehr investiert wird auch ins digitale Klassenzimmer. Hinzugekommen ist der Umbau mit Lagergebäude an der Grundschule zur temporären Unterbringung von Kindergartenkindern. Verschoben auf 2021 werden die Planungskosten (50 000 Euro) für die Kirchstraße und der Außenputz mit Terrasse (19 000 Euro) für das Dorfgemeinschaftshaus Dürnast." Die Pro-Kopf-Verschuldung erhöht sich um 100 Euro auf 1603 Euro. Die Rücklagen sinken bis Jahresende um 2,803 Millionen auf 2,468 Millionen Euro.

Bürgermeister Biller dankte Wirth und Finanzausschuss für die Erstellung des Nachtragswerks. "Wir können trotz Einsparungen Investitionen tätigen, weil in der Vergangenheit gut gewirtschaftet wurde" sagte CSU-Sprecher Julian Kraus. Zufrieden mit dem Haushalt zeigte sich namens der SPD-Fraktion Rainer Vater. Er bat, in der Schuldentilgung nicht nachzulassen und trotzdem in die Zukunft zu investieren. Einstimmig billigte das Gremium Stellenplan sowie Nachtragshaushaltssatzung und -plan 2020.

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