18.05.2020 - 14:15 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Als Wirtin und TSG-Anhängerin bekannt

Weiherhammer hat ein Original verloren. Gisela Witt, genannt die "Scherm-Gisela" starb kurz vor ihrem 87. Geburtstag.

Gisela Witt.
von Siegfried BockProfil

Sie galt als Geschäftsfrau mit Leib und Seele, als temperamentvolle Persönlichkeit, begeisterungsfähig und voller Leidenschaft. Gisela Witt starb kurz vor Vollendung des 86. Lebensjahres. Mit ihr verliert Weiherhammer ein Original.

Sie war die „Scherm-Gisela“, und die blieb sie über den Ort hinaus auch nach der Heirat 1959 mit Georg Witt aus Schwand. Schon mit fünf Jahren verlor sie die Mutter und wuchs in Kriegszeiten mit ihrer Schwester Maria Schwirzer auf. Das Wirtshaus „Zur blauen Traube“, die Metzgerei, der Saal und Umgang mit vielen Menschen prägten ihre Jugend. Bei den Englischen Fräulein im Internat in Amberg war sie das erste Mal zwei Jahre von zu Hause weg und auf sich gestellt.

Nach der Heirat der Schwester kehrte sie in ihren Heimatort zurück und schlüpfte als junges Mädchen in die Rolle der Wirtin und Hofnachfolgerin an der Seite von Vater Wilhelm Scherm. Tagsüber arbeitete sie im Laden und abends in der Pension. Nebenbei zog sie die Söhne Josef, Reinhold, Georg und Stefan groß und baute Häuser mit ihrem Schorsch.

Mit ihm hatte die fleißige und erfolgreiche Unternehmerin das von den Großeltern 1919 begründete Anwesen 1961 übernommen und aus Gasthaus, Metzgerei und Landwirtschaft einen weithin bekannten Partyservice entwickelt. „Die beiden waren ein unschlagbares Team“ sagte ein Bürger, und sie wussten ihr inzwischen weiter ausgebautes Lebenswerk (Hotel) in guten Händen. Dies erforderte Kraft, Geduld, Härte und Liebe. Die exzellente Köchin und begeisterte Tänzerin erfreute sich an sieben Enkeln und drei Urenkeln.

Ihre Leidenschaft für den Fußball zeigte sie als Zuschauerin bei der TSG, die sie neben dem MGV „Liederkranz“ als förderndes Mitglied unterstützte, wenn sie ihre Söhne anfeuerte. In Erinnerung bleiben ihre Geselligkeit, ihr Interesse am Nächsten und deren Geschichten sowie ihr ausdrucksstarkes, einzigartiges Lachen. Selbst in den schweren Tagen im BRK-Heim Hammergmünd, wo sie seit 18 Monaten die Pflege genoss, hat sie ihren Humor aufblitzen lassen.

Pfarrer Varghese Puthenchira nahm am Samstag die Einsegnung vor, ehe sie an der Seite ihres 2014 verstorbenen Mannes beigesetzt wurde. Sicher hätte ihr eine große Trauergemeinde die letzte Ehre erwiesen. Wegen der derzeitigen Lage war dies nur dem engen Familien- und Verwandtenkreis möglich.

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