11.02.2021 - 11:04 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Wohn-, Bildungs- und Begegnungszentrum in Weiherhammer: Architekt stellt Pläne vor

Ein Leuchtturmprojekt für eine generationenfreundliche Gemeinde entsteht in den nächsten Jahren in Weiherhammer. Der Gemeinderat billigt dazu den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ An der Straße nach Mantel

Ein neues Aushängeschild bekommt die Industriegemeinde in fünf Bauabschnitten mit einem zukunftsweisenden generationenfreundlichen Wohn-, Bildungs- und Begegnungszentrum. Vorrang hat die Fertigstellung des Kindergartens.
von Siegfried BockProfil

Vor acht Zuhörern, unter ihnen der Projektleiter der Lars- und Christian Engel-Stiftung (LUCE), Dr. David Rester, präsentierte Architekt Christian Schönberger in der Mittelschul-Sporthalle 70 Minuten lang das Konzept für das Vorhaben der Alia-GmbH auf dem 1,4 Hektar großen Areal in Weiherhammer. Der Gemeinderat beauftragte schließlich die Verwaltung, das Verfahren zur förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange einzuleiten.

„Es handelt sich um ein Sondergebiet für Kindergarten, Pflege und Wohnen, und es ist eine Aufwertung für die Hauptstraße, erklärte Schönberger. Auf der einen Seite das Nahversorgungszentrum, auf der anderen die Grünoase. Auf östlicher Seite gebe es die Natur- und Landschaftsschutz-Fläche und das Naherholungsgebiet. Grundlage der Planung sei die Menschenindividualität gewesen.

Schönberger erläuterte die Strukturen des Gebäudekomplexes, der in Holzbauweise erstellt wird und dessen Haupterschließung über den zentralen Marktplatz durch direkte Anfahrtsmöglichkeit und barrierefrei durch Aufzug erfolgt. Priorität habe der Kindergarten mit drei Krippen-Gruppen im Erdgeschoss und zwei Kindergarten-Gruppen im ersten Obergeschoss. Dort befindet sich auch der gemeinschaftliche Speiseraum mit pädagogischer Küche. Eine Fluchtrutsche führt ins Freie. Für die Kinder gibt es auch einen Wasserspielplatz und eine Außentoilette.

Aufgrund des Geländeunterschieds von vier Metern ist das Untergeschoss (UG) im Norden von der Blütenstraße her aus ebenerdig erschließbar. Der mittlere der drei Nordflügel ist im Untergeschoss vom Erdgeschoss-Flügel überdacht. Dadurch ergibt sich eine optimale überdachte Parksituation und die Möglichkeit des automobilen Bringens der Bewohner/Besucher der Tagespflege und Nachtbetreuung auf kurzem Weg. Im Untergeschoss sind ferner Abschiedsraum, Verteilerküche, Kühlräume, Wäsche- und Umkleideräume, E-Parking für Auto und Fahrräder, Sanitär, Technik. Direkt angrenzend an den Küchenbereich konnte ein Selbstversorgergarten Platz finden.

Im Erdgeschoss (EG) soll ein öffentliches Cafè mit Tante-Emma-Laden, Frisör, Fußpflege den Marktplatz beleben. Dort sind auch das Alia-Verwaltungsbüro sowie das Büro für die Nachbarschaftshilfe. Das EG bietet auch Appartements mit eigener Küchenzeile, Bad/WC.

Das Angebot sieht im ersten OG auch einen Veranstaltungssaal für Feiern, Kino, Theater, Vorträge zur internen und öffentlichen Nutzung vor. Im zweiten OG werden untergebracht zwei ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaften, die Zugang zum Dachgarten über den umlaufenden, offenen Laubengang mit Absturzsicherung haben.

Der Raum der Stille im dritten OG steht zur multikonfessionellen Nutzung für Meditationen, Gottesdienste, Andachten zur Verfügung. Zudem gibt es noch Appartements für betreutes Wohnen und Gästewohnen, unter anderem für pflegende Angehörige.

Ein zentrales funktionales und gestalterisches Element der Außenanlagen wird laut Architekt ein Gartenteich sein. Das aus Sicherheitsgründen in den Randbereichen nur 50 Zentimeter tiefe Wasser wird im Becken gespeichert, kühlt dadurch zusätzlich die Umgebung und ist von der einen Seite unterfahrbar für Rollstuhlfahrer und Kinder. Fassaden- und Dachbegrünung, Beschattung von Freiflächen, helle Wegflächen, Bienenhaus, Freiluftkino mit Sitzstufen, Therapiegärten, beweidete Flächen sollen eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. Das Regenwasser wird auf dem Areal belassen.

„Wie laufen die nächsten Schritte ab?“, wollte SPD-Fraktionschef Rainer Vater wissen. Im ersten Schritt gehe es um das Sammeln von Fördergeld, erwiderte Schönberger. „Es war doch mal geplant, den Zugang zum Kindergarten zu überdachen“, hakte Ralph Egeter (CSU) nach. Das sei bewusst nicht der Fall. Eine Einhausung des 80 Meter langen Zugangs würde abschotten, konstatierte Schönberger.

Weitere Impfdosen sind in Sicht

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.