Weihersberg bei Trabitz
01.06.2026 - 15:37 Uhr

Gänsmühle macht auf traditionelle Kräuterheilkunde neugierig

In Weihersberg bei Trabitz kann man seit kurzem so einiges über die einheimischen Kräuter und Gewächse lernen. Zwei Jahre dauerte die Planung des Kräuterlehrpfads Gänsmühle. Nach Absprache und zu Anlässen kann man den Pfad besuchen.

Ein "Märchenbaum" (Bild) und eine "Entspannungsecke" sind zwei von vielen Stationen des von Liane Scharf (schwarzes Kleid) gestalteten Kräuterlehrpfads, der mit zahlreichen Text- und Bildtafeln über die Nordoberpfälzer Kräuterwelt informiert. Bild: bjp
Ein "Märchenbaum" (Bild) und eine "Entspannungsecke" sind zwei von vielen Stationen des von Liane Scharf (schwarzes Kleid) gestalteten Kräuterlehrpfads, der mit zahlreichen Text- und Bildtafeln über die Nordoberpfälzer Kräuterwelt informiert.

Für die einen ist es Unkraut, für die anderen „der Oberpfälzer Petersill“: Der Giersch zählt ebenso wie Malve und Königskerze, Eberesche und Kapuzinerkresse und sogar das unscheinbare Gänseblümchen zu den vielen heimlichen Stars für Küche und Krankenbett, die auf den Feld- und Waldfluren rund um den Rauhen Kulm wachsen. Der Kräuterlehrpfad Gänsmühle bietet Naturfreunden jetzt eine weitere Gelegenheit, die Vielfalt der Oberpfälzer Flora besser kennenzulernen.

Zwei Jahre lang habe sie gemeinsam mit Ehegatten Hermann an diesem Projekt geplant, verrät Liane Scharf bei der Eröffnung in der Gänsmühle. Das fachliche Rüstzeug verdanke sie ihrer landwirtschaftlichen Arbeit sowie Qualifikationen zur Kräuterführerin, zur Mentorin für Natur und Garten und zur Fachperson für „Traditionelle Europäische Heilkunde“ (TEH). Vor allem aber motivierten sie ihre praktischen Erfahrungen mit der Heilkraft der Natur, betont Scharf und erwähnt als Beispiel die immer wieder beeindruckende Wundheilkraft des Spitzwegerichs.

Immaterielles Kulturerbe

Als „Reich der Schätze“ beschreibt auch Kräuterexpertin, Architektin und „Heimatentwicklerin“ Cornelia Müller die Pflanzenwelt im Land am Kulm. Der Kräuterlehrpfad rücke das Wissen um deren heilkundlichen Nutzen als elementaren Teil der Regionalkultur aufs Neue ins Blickfeld der Bevölkerung. Über das Eintreten der Familie Scharf für die „Traditionelle Europäische Heilkunde“, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt sei, freut sich ebenfalls Theresia Harrer vom österreichischen „Verein TEH“, der den Lehrpfad zertifiziert hat.

Diese von „Ideenreichtum und Kreativität“ getragene Initiative habe auch politische Entscheidungsträger überzeugt, betont Vizelandrat Albert Nickl. Er verweist auf die Förderung aus dem Regionalbudget 2025 für die „integrierte ländliche Entwicklung“ im „VierStädtedreieck“-Gebiet. Der Lehrpfad kann nach Absprache mit Familie Scharf sowie zu besonderen Veranstaltungen der Gänsmühle besucht werden.

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