Üblicherweise beginnt der Kirchweihsonntag mit dem Gottesdienst an der Kapelle zur Heiligen Familie. Der Regen führte jedoch zu der Entscheidung, die Messe unter dem Zeltdach zu feiern. Das übernahm der Salesianerpater Dieter Putzer aus Bamberg, ein gebürtiger Wellucker. Musikalisch wirkte ein Chor aus Sängerinnen der KLJB mit.
Der Weißwurst-Frühschoppen und der reichlich gedeckte Mittagstisch machten es möglich, den Ort des Geschehens nicht zu verlassen, bis die Kirwa-Weltmeisterschaft ab 14 Uhr ihren Lauf nahm. Einige Teams kapitulierten allerdings vor dem permanenten Nieselregen. Unbeeindruckt davon zeigten sich die Stadträte, die Feuerwehr Nitzlbuch, die KLJB Gunzendorf, der FC Bayern-Fanclub, die Feuchten Ganoven von der KLJB Nitzlbuch und die Kirwaleit' aus Ranna-Mosenberg. So traten doch sechs Mannschaften gegeneinander an.
Schon in der ersten Runde war viel Geschicklichkeit gefordert. Beim Sackhüpfen, beim zehnmaligen Umkreisen einer Flasche ohne sie loszulassen, beim Schubkarren-Fahren mit verbundenen Augen und beim Versenken eines Stifts lief die Stoppuhr. Nach den Runden um die Flasche packte manche schon der Drehwurm. Nicht einfach war es auch, als Schubkarren dem blinden Anschieber durch den Slalom zu dirigieren. Und beim Versenken des Stifts im Flaschenhals, der am Hosenbund angebunden zwischen den Beinen baumelte, half sogar mal der Schiedsrichter nach. Den Stadträten und den Bayern-Fans nutzte auch das nicht mehr. Sie schieden mit der längsten Zeit aus.
Ein voller Maßkrug musste in der nächsten Runde gestemmt werden. Auch hier auf Zeit. Lokalmatador Julian Wallner schaffte 3:33 Minuten, etwas länger als Norbert Gradl, der als stellvertretender Bürgermeister nach dem Ausscheiden der Stadträte in seiner Lieblingsdisziplin mitkämpfte. Doch Sebastian Schwemmer, Kirwabursch aus Ranna-Mosenberg, ließ mit 5:26 Minuten alle Kontrahenten alt aussehen.
Ins Finale an der Torwand zog neben den kirwaerprobten Athleten aus Mosenberg und Ranna die Mannschaft der Feuerwehr Nitzlbuch ein. Die Wetbewerber versuchten es mit Football, Wasserball oder einem schlecht aufgepumpten Fussball, aber niemand traf. Als schließlich Werfen erlaubt wurde, avancierte Sebastian Schwemmer für seine Mannschaft zum Matchwinner. Geldprämien gab es für alle Mannschaften. Norbert Gradl übergab den Trostpreis an die WM-Leiter Bernhard Frohnhöfer, Gerhard und Manfred Lindner als Spende zugunsten der Kinder-Kirwapaare für ihre Tanzeinlagen an beiden Nachmittagen.
Gut eingeübt hatten Lena Steger und Lena Vogl von der KLJB die Kirwatänze mit 16 Kindern. Fünf Probennachmittage übten sie in ihrem Ferienprogramm. Da stand genauso viel Eifer dahinter wie bei den Großen, die am Abend bei strömendem Regen auf dem Hänger eines Traktor vorfuhren. 20 Paare zogen auf den Festplatz ein, angeführt von den Gseesa Wepsn aus Kleingesees. Die Band spielte zum Austanzen und unterhielt später die Gäste mit Musik. Gstanzln und zünftigen Kirwasprüchen.
Der Wecker hatte offensichtlich Mitleid mit den Kirwamoidln und ihren vom Regen durchnässten Dirndln. Es dauerte nur etwa eine Viertelstunde, bis er schellte und die Gratulanten das Oberkirwapaar Corinna Kraus und Florian Geyer hochleben ließen. Als Insignien hingen für sie eine Schärpe sowie für ihn Hut und Kuhglocke am Baum. Damit ausgestattet, drehten sie den Ehrentanz und warfen anschließend Brezelstücke, Würste und Bonbons in die Menge.
























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