30.01.2020 - 14:04 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Aiwanger: Bäume als Sichtschutz gegen Windräder

Wegen der Windräder würde die "Volksseele" in Glaubenwies kochen, meldete sich ein Anrufer nach dem Aiwanger-Besuch in Wernberg-Köblitz bei Oberpfalz-Medien. Grund genug, um nachzufragen, was denn nun beim Ministerbesuch rausgekommen ist.

Wirtschaftsminister Aiwanger im Gespräch mit den Anwohnern. Auch aus dem Nachbarort Glaubenwies im Landkreis Neustadt/WN kommen Interessierte.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Mitte Januar besuchte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Wernberg-Köblitz, um sich selbst ein Bild vom kommunal geplanten Windpark Feistelberg an der Landkreisgrenze zu machen. "Der Weg der Marktgemeinde Wernberg-Köblitz mit einem kommunalen Bauleitplanverfahren ist ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Energiepolitik mit Bürgerbeteiligung“, sagte der Minister.

Das besondere daran ist, dass hier die 10-H-Abstandsregelung außer Kraft gesetzt wurde, da die umliegenden Kommunen alle einverstanden damit waren. Während die Wernberger Bürger seit Beginn der Planungen involviert waren und keine Beschwerde erhoben hatte, haben sich die Glaubenwieser aus dem Nachbarlandkreis Neustadt/Waldnaab durchaus kritisch geäußert. "Wir Glaubenwieser sind nicht gegen Windkraft, aber wir hätten uns gewünscht schon bei den Planungen mehr einbezogen worden zu sein", sagt Johannes Schärtl rückblickend. Er war, wie viele Glaubenwieser, zum Ortstermin nach Wernberg gekommen, um zu zeigen, "dass nicht alle begeistert sind".

Aiwanger war nach der Besichtigung des Windrads direkt nach Glaubenwies gefahren. „Ich wollte mir mit eigenen Augen ein Bild davon machen, was es für die Bürger in der Nachbargemeinde bedeutet, in der Nähe der Windräder zu wohnen", so der Minister einige Tage später. Von Johannes Schärtls Haus aus sind die Rotorblätter eines der Windräder zu erkennen. Hinten im Dorf sei es noch weitaus deutlicher zu sehen. Aiwanger sagte über die Situation in Glaubenwies: "Jeder empfindet die Betroffenheit unterschiedlich, was auch in den verschiedenen Meinungen der Anwohner deutlich wurde. Ich habe in konkreten Fällen, wo vom Wohnhaus aus die Spitze der Windradflügel hinter dem Horizont erkennbar waren, empfohlen, im Garten Sträucher oder Bäume als Sichtschutz zu pflanzen." Das war auch der Rat an Schärtl und seine Familie. Ob er diesen annehmen wird, weiß er noch nicht. "Wir müssen erstmal schauen, wie es weiter geht. Wenn einmal ein Jahr vergangen ist, kann man mehr sagen, wie sehr das Windrad stört", so Schärtl.

Für Aiwanger sei der Besuch direkt vor Ort sehr wertvoll gewesen. "Entscheidend ist für mich beim Windkraft-Ausbau, die Bürger vor Ort bei der Planung von Anfang an mitzunehmen. Nur dadurch schaffen wir die dringend notwendige Akzeptanz", sagt Aiwanger und ist damit mit Schärtl einer Meinung. "Es hätte mehr mit uns geredet werden müssen. Wir haben sogar ganz am Anfang schriftlich Einspruch erhoben", betont der Glaubenwieser. Die Dorfgemeinschaft hätte Bedenken gehabt. Es hätte möglicherweise ein passenderer Standort für das Windrad gefunden werden können. "Aber vielleicht wäre dann wieder ein anderer Ort betroffen" relativiert Johannes Schärtl.

Nicht nur die Landkreisgrenze trennt die Wernberger und die Glaubenwieser, auch der Windpark Feistelberg.

Hubert Aiwanger besucht den Windpark Feistelberg

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