16.06.2020 - 17:16 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Bürgerversammlung digital

Wernberg-Köblitz' Bürgermeister Konrad Kiener hat ein offenes Ohr für Anliegen der Gemeindemitglieder. Das richtige Format dafür ist die Bürgerversammlung. Weil das aber wegen Corona nicht geht wie bisher, hält er das Treffen digital ab.

So werden die Bürger in Wernberg-Köblitz mit ihrem Gemeindechef am 3. Juli sprechen können. Konrad Kiener hält eine digitale Bürgerversammlung ab.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Mindestens einmal im Jahr müssen Bürgermeister eine Bürgerversammlung einberufen. Schließlich soll es nicht zuletzt darum gehen, einen besseren Einblick in die Sorgen, Wünsche und Nöte der Bürger zu bekommen. Die Coronakrise hat solche Treffen allerdings unmöglich gemacht. Wernberg-Köblitz' Bürgermeister Konrad Kiener hat sich da etwas überlegt. Am Freitag , 3. Juli, soll es zum ersten Mal eine digitale Bürgerversammlung geben. Los geht's um 19 Uhr. Inspiration für die digitale Versammlung hat sich der Bürgermeister aus dem Nachbar-Bundesland Baden-Württemberg geholt. "Da wurde eine solche Versammlung bereits einmal abgehalten", sagt er.

Damit die Versammlung auch in Wernberg-Köblitz klappen kann, musste zuerst einmal eine passende Software her. "Ich habe in den vergangenen Wochen einige Programme durchprobiert", sagt Kiener. Am Ende erwarb die Markt-Gemeinde eine Programm-Lizenz, bei der bis zu 250 Menschen auf einmal einem digitalen Konferenzraum beitreten können. Die Gemeinde in Baden-Württemberg, die Kiener als Referenz dient, sei etwas größer als Wernberg-Köblitz. An der Sitzung hätten aber rund 70 Menschen teilgenommen. "Das ist schon ein ziemlich guter Schnitt. Ich würde mich freuen, wenn das bei uns auch so angenommen würde", sagt Kiener. In seinem privaten Umfeld habe er bereits positives Feedback für die Idee bekommen.

Bürgerversammlung 2019: Hier geht's zum Artikel

Wernberg-Köblitz

Dabei mit Laptop, App und Link

Wer am 3. Juli mit dabei sein will, braucht sich laut Kiener keine Sorgen machen, dass Kosten auf ihn zukommen. Alles was nötig ist, sind ein Laptop mit Kamera, ein Internet-Anschluss und die kostenlose App für die Konferenz-Software. "Ich als Moderator kann dann sehen, wer teilnimmt. Wer will kann sich aber auch einen Fake-Namen geben und seine Kamera ausschalten", sagt Kiener. Auch sonst müsse der Teilnehmer keine persönlichen Daten angeben. Alles was die Bürger dann noch machen müssen, ist auf den Link zur Sitzung auf der Homepage der Marktgemeinde zu klicken. "Den stelle ich diese Woche noch online", sagt Kiener. Auch in Facebook teilt die Marktgemeinde die Zugangsdaten.

Wer Fragen hat, kann diese schon im Voraus per Mail ans Rathaus schicken. Laut Kiener wird die Veranstaltung rund eine Stunde dauern. Der Bürgermeister wird zu Beginn in einer Präsentation vorstellen, was sich derzeit bautechnisch im Markt tut und was es sonst noch so neues gibt. Danach können die Teilnehmer weitere Fragen stellen. "Wenn die Zeit nicht reicht, werden wir verlängern", sagt Kiener.

Kiener habe sich bewusst für einen Video-Chat und nicht für ein Messenger-Programm entschieden. "Man soll sich schon auch sehen können. Wenn wir nur hin und her schreiben würden, könnten wir das ganze auch per Whatsapp machen. Das wäre nicht Sinn der Sache", sagt Kiener.

Man soll sich schon sehen können. Wenn wir nur hin und her schreiben würden, könnten wir das ganze auch per Whatsapp machen. Das wäre nicht Sinn der Sache.

Konrad Kiener, Bürgermeister Wernberg-Köblitz

Konrad Kiener, Bürgermeister Wernberg-Köblitz

Auch andere Formate digital?

Prinzipiell würde es der Bürgermeister befürworten, auch für andere Formate einen Video-Konferenzraum zu nutzen. Zum Beispiel für Ausschusssitzungen. "Wir werden sehen, was die weiteren Lockerungen bringen." Dass sich aber bald wieder 50 bis 100 Leute in einem geschlossenen Raum zusammensetzen können, dürfte Kiener zufolge noch länger dauern. "Leider sieht es die Bayerische Gemeindeverordnung vor, dass Ausschusssitzungen Präsenzveranstaltungen sein müssen", erklärt er. In Baden-Württemberg sei diese Regelung verändert worden. Kiener glaubt aber nicht, dass das auch in Bayern denkbar ist.

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