18.04.2019 - 18:46 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Ein Einbrecher schafft's in acht Sekunden

Sicher wohnen, sich vor Einbruch schützen: Wer sich Wolfgang Sennfelders Tipps anhört, geht mit einem guten Gefühl nach Hause.

Altbürgermeister Georg Butz bedankte sich bei den Referenten Oliver Wildenauer, Wolfgang Sennfelder und Christian Doleschal (von rechts) für ihre interessanten Ausführungen.
von Autor WEEProfil

Sicher wohnen, sich vor Einbruch schützen: Wer sich Wolfgang Sennfelders Tipps anhört, geht mit einem guten Gefühl nach Hause.

Der CSU-Ortsverband Wernberg-Köblitz hatte kompetente Fachleute eingeladen. Neben den Referenten begrüßte Altbürgermeister Georg Butz Bürgermeister Konrad Kiener und den CSU-Europa-Kandidaten Christian Doleschal, der als Nachfolger von MdEP Albert Deß für diesen Wahlkreis bei der Europa-Wahl im Mai antreten wird.

Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder von der Kripo Amberg zeigte die Schwachstellen an einem Haus/einer Wohnung auf und dazu Maßnahmen, was man dagegen tun kann. Statistisch passiert in Deutschland alle drei Minuten ein Einbruch. Derzeit seien die Zahlen zwar rückläufig und die Zahl der Einbrüche in Bayern sei am geringsten in Deutschland, dennoch wäre der Schaden noch immer sehr groß. "Oftmals ist der entstandene Schaden am Haus/in der Wohnung sogar höher als der materielle Schaden durch gestohlene Wertgegenstände", so Sennfelder. Und den ideellen Wert könne keine Versicherung ersetzen.

Die größte Belastung, die Betroffene aber überwinden müssen, sei die psychische Belastung - "das Gefühl, ein Fremder ist in die Wohnung eingedrungen, hat die privaten Sachen durchwühlt." In seinem Vortrag zeigte Wolfgang Sennfelder auf, dass ein etwas geübter Einbrecher in nur acht Sekunden mit einem Schraubenzieher oder einem Stemmeisen eine Terrassentür oder ein Fenster aushebeln könne, wenn dort nur einfache Beschläge verbaut seien. Rund 70 Prozent der Einbrüche würden genau auf diese Weise passieren. Man könne auch nicht davon ausgehen, dass man tagsüber geschützt sei: "Die Einbrüche bei Tag oder bei Nacht halten sich in etwa die Waage".

Oliver Wildenauer zeigte anschließend versicherungstechnische Aspekte auf. So sollte ein Fenster ganz verschlossen sein und nicht gekippt. Ein einfacher Diebstahl oder Trickdiebstahl - also der Einbrecher kommt ins Haus, ohne dass er etwas beschädigen muss - ist in der Regel nicht versicherbar. Auch die Haustür muss verschlossen und nicht einfach nur zugezogen sein - eine Ausnahme stellen jene Türen dar, bei denen bereits beim Zuziehen zusätzliche Sperrriegel ausfahren. Heruntergelassene Rollläden zählen nicht als Einbruchsschutz. Wer nachträglich sein Haus absichert, kann zum Beispiel im Vorfeld dies auch mit seiner Versicherung abklären. Werden dann vereinbarte Maßnahmen entsprechend umgesetzt, so sinkt der Versicherungsbeitrag.

Im Anschluss war Europa das Thema. Der CSU-Kandidat Christian Doleschal bat um aktive Teilnahme an der Europawahl. Deutschland brauche Europa, denn Deutschland spiele als Einzelkämpfer in der Welt nur eine untergeordnete Rolle. Das derzeitige Kräftemessen zwischen Ost und West, der Brexit, würden an den Kräften Europas zerren. Deshalb wirbt Christian Doleschal für ein starkes Europa. Mit dem Spitzenkandidaten Manfred Weber habe Bayern eine einmalige Chance, einen Bayern an die Spitze Europas zu entsenden.

Wie sich jeder schützen kann:

Jeder kann sich, meist sogar mit wenig Aufwand, sehr gut gegen Einbruch schützen. Schwachstellen sind oft Fenster, Terrassentüren, schwer einsehbare Kellertüren und Haustüren mit alten Beschlägen. Es gibt heutzutage einbruchhemmende Fenster, wer noch alte Beschläge an seinen Fenstern und Türen verbaut hat, sollte sich beispielsweise nach Fensterbeschlägen mit Pilzzapfenverriegelung erkundigen, nach Türbeschlägen mit Ziehschutz, modernen Sicherheitsschließzylindern oder entsprechenden Zusatzschlössern und geeigneten Schließblechen, mit denen Türen und Fenster gesichert werden können. Auch die Gitter an Kellerlichtschächten können durch zusätzliche Verschraubungen gut gesichert werden.

Für Fenster gibt es zum Beispiel Teleskop-Gitter, die auf die Fensternische angepasst werden können und vieles mehr. Auch elektronische Alarmanlagen sind eine gute Möglichkeit. Wichtig ist, dass ein möglicher Einbrecher bereits von außen auf den ersten Blick erkennen kann, dass er auf ein gut gesichertes Haus trifft, denn ein Einbruch muss in der Regel schnell und leise von statten gehen. Je größer der Aufwand, umso weniger interessant ist das Objekt für einen Einbrecher.

Wer zusätzliche Sicherungsmaßnahmen plant, sollte sich den Rat eines Fachmannes holen. Die Kripo Amberg bietet auf Wunsch auch eine persönliche Beratung zu Hause an. Übrigens gibt von der KfW auch eine Förderung, wenn jemand sein Haus-/Wohneigentum zusätzlich sichern will – diese muss aber vor der Einleitung der Maßnahmen beantragt werden.

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