15.04.2021 - 14:53 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Fast alle Schildkröten wieder an Bord

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Nach der Winterstarre krabbeln Edmund Schmids Maurische Landschildkröten aus den Überwinterungsbeeten. Sie sind gleich wieder putzmunter.

Das erste Treffen seit vier Monaten. Wo bleiben die anderen Geschwister?
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Seit über vierzig Jahren züchtet der Wernberg-Köblitzer Edmund Schmid Maurische Landschildkröten. Auch heuer hat er die gepanzerten Freunde – bis auf eine Schildkröte – gut über den Winter gebracht.

Nachdem im vergangenen Jahr die beiden 20 Jahre alten Weibchen "Susi 1" und "Susi 2" von Männchen "Strolchi" begattet worden waren, hatten sie ihre Eier im Freilandgehege im Sand abgelegt. Dann kam die Nachkommenschaft in den Brutkasten. Der ist notwendig, um für die Zeit der Brut mediterranes Klima zu erzeugen. Um sich entwickeln zu können, müssen die Eier die gleiche Lage wie im Freiland-Sand haben, und nachts wird die Temperatur etwas abgesenkt.

Im August schlüpften die kleinen Winzlinge. Nach der Überwinterung krabbelten sie Anfang Februar dieses Jahres innerhalb von zehn Tagen aus ihren Plastikbehältern im Kühlschrank. Daneben hatte Schmid seine schon größeren 16 gepanzerten Kinder durch den Winter bringen. Der etwas wärmere Winter in den Herkunftsländern wird durch den Kühlschrank simuliert, in dem die Kleinen in Überwinterungsbeeten Platz für die Winterstarre gefunden haben. Dabei passen die Schildkröten ihre Körpertemperatur an die im Kühlschrank an.

Spannend wurde für den Hobbyzüchter im Februar die Frage, ob auch seine älteren Schildkröten den Winter überstanden haben. Sie haben: Auch die Zweijährigen buddelten sich bis Ende des Monats aus ihrem Überwinterungsbeet auf dem Balkon. In der zweiten Märzwoche haben dann auch die drei Großen ihre Überwinterungskiste im Keller verlassen“, berichtet Schmid erfreut und nicht ohne Stolz. Bis auf eine kleine Schildkröte "haben es alle geschafft", freut sich der Wernberg-Köblitzer Züchter.

„Nach der langen Fastenzeit haben natürlich alle einen prächtigen Appetit auf Salate, Gurken und speziellem Schildkrötenfutter“, ergänzt er. Wenn nun "Strolchi" nach dem Winterschlaf wieder seine "Susis" begattet, könnte es für die Schildkrötenkinder zum Ende des Sommers wieder kleine Geschwisterchen geben, denn sie selber sind erst in etwa sechs bis acht Jahren fortpflanzungsfähig.

„Wegen den aktuell kalten Temperaturen habe ich alle Schützlinge noch in Terrarien mit Wärmelampen", erzählt Schmid. Wenn es wärmer wird im Mai, kommen zuerst die drei Großen ins Freilandgehege. Dort kommt es dann zur Paarung und zur Eiablage. "Die Lage der Eier wird wieder markiert und so in den Brutkasten übernommen“, erklärt der engagierte Hobbyzüchter.

Ein gutes Händchen für die Zucht

Wernberg-Köblitz
Nach dem Erwachen krabbeln die ersten Winzlinge aus ihren Überwinterungsbehältern.
Der Erste der Zweijährigen schaufelt sich aus Erdreich und Laub heraus.

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