07.11.2018 - 14:49 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Flachglas baut weiteres Werk

Die Flachglas-Gruppe mit Sitz in Wernberg-Köblitz hat ambitionierte Ziele entwickelt. Dazu gehört auch die Auslagerung eines der drei Produktionsschwerpunkte in ein neues Werk.

Seit 1999 agiert der Betrieb an der Nürnberger Straße unter dem Namen Flachglas Wernberg als konzernunabhängiges Unternehmen für Glasveredelungen aller Art und gilt als einer der führenden Bauglas- und Fahrzeugglashersteller in Europa.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

In einem Pressegespräch mit unserer Zeitung erinnert Geschäftsführer Robert Meier zunächst an die große Feier zum 80-jährigen Firmenjubiläum, die heuer im Sommer auf dem Werksgelände an der Nürnberger Straße über die Bühne ging. Die Sprache kommt dann schnell auf Gerüchte und Mutmaßungen, die über die Zukunft des Werks zu kursieren scheinen. "Wir werden das Werk in Wernberg-Köblitz nicht verlagern", betont Meier. Das habe er auch Bürgermeister Konrad Kiener gegenüber versichert.

Trotzdem tut sich etwas in dieser Richtung. Meier erklärt das so: In Wernberg-Köblitz gibt es drei Standbeine in der Produktion - zum einen das sogenannte Architekturgeschäft, also beispielsweise Glas für Fassaden; dann das Tagesgeschäft, wenn die Fabrik Bestellungen von Glashändlern ausführt; und schließlich das Railway-Geschäft mit den Eisenbahnen. "Da sind wir in Europa Marktführer".

Eines dieser drei Standbeine wird ausgelagert. Dafür baut Flachglas ein neues Werk "in der Region", wie Meier sagt. Wo es hinkommen werde, das sei noch nicht spruchreif, auch wenn "das Werk in vier, fünf Jahren stehen sollte". Eine Spekulation geht dahin, dass es möglicherweise nach Weiherhammer im Landkreis Neustadt/WN kommt, wo die Flachglas-Miteigentümerfirma Pilkington (49 Prozent Anteil) das Glas für die Wernberger herstellt. Aber Meier legt Wert auf die Feststellung, "dass mehrere Standorte in der Region in der Auswahl sind und wir entsprechende Gespräche führen". Was das Werk in Wernberg-Köblitz anbelangt, so gibt der Geschäftsführer eine Standortgarantie ab: "Wir haben mit Pilkington erst kürzlich einen Zehn-Jahres-Mietvertrag abgeschlossen."

Grundsätzlich müsse laut Geschäftsführer erst der Businessplan gebilligt und verabschiedet werden, mit dem sich Flachglas für die Zukunft aufstellen will. Die Strategie zielt darauf, alle (bisher noch) fünf Werke der Flachglas-Gruppe intensiver zu vernetzen und in den Jahren bis 2025 den Umsatz so hochzuschrauben, dass er sich fast verdoppelt.

Die Flachglas-Gruppe umfasst neben Flachglas Wernberg weitere Unternehmen, die sich bei der Entwicklung, Herstellung und Lieferung von innovativen Isolier- und Sicherheitsgläsern ergänzen. Insgesamt gibt es fünf Werke - drei in Deutschland, zwei in der Schweiz mit insgesamt über 1000 Mitarbeitern.

Das Werk in Wernberg-Köblitz wurde 1999 aus dem Pilkington-Konzern herausgelöst und verselbstständigte sich zur Flachglas Wernberg GmbH. Im gleichen Jahr wurde das Mitarbeiter-Beteiligungsmodell gegründet, so dass die Mitarbeiter-Beteiligungs- GmbH 51 Prozent des Unternehmens besitzt. 2005 erfolgte der Erwerb der Glas-Profi GmbH in Luhe-Wildenau, 2007 kam die Flachglas Nord-Ost GmbH in Osterburg dazu, 2009 folgte der Erwerb von Pilkington Schweiz samt Fusion zur Flachglas (Schweiz) AG mit den drei Standorten in Wikon, Thun und Münchenbuchsee.

Die Flachglas Gruppe umfasst neben Flachglas Wernberg drei weitere leistungsstarke Unternehmen, die sich bei der Entwicklung, Herstellung und Lieferung von innovativen Isolier- und Sicherheitsgläsern optimal ergänzen.
Flachglas hat zwei Gesellschafter: 51 Prozent hält die Mitarbeiter Beteiligungs-GmbH, 49 Prozent die Pilkington Deutschland AG.
Blick in die Produktion
Blick in die Produktion
Flachglas-Geschäftsführer Robert Meier
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