30.06.2020 - 17:44 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Eine Frau, die vielen Menschen Freude schenkte

Im Alter von 78 Jahren verstorben: Maria Hirsch.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Maria Hirsch hatte eine große Gabe: Sie konnte ein Lachen, ein Schmunzeln in die Gesichter zaubern, auch nachdenklich machen. Nun nehmen Freunde und Weggefährten, die Pfarrei St. Anna und Menschen, die ihre Geschichten liebten, Abschied von einer Frau, die mit ihren Werken Freude zu schenkte.

Das "Weggeleit", von Maria Hirsch verfasste Zeilen, steht als Spruch in der Todesanzeige, daneben ein Bildmotiv, von ihr gemalt. Maria Hirsch konnte mit Worten, mit Farben und Formen umgehen. Die gebürtige Weidenerin studierte Pädagogik, wurde Lehrerin. Neben der Familie hatte die zweifache Mutter zwei große Hobbies: Malen und Schreiben – mit viel Gefühl und einem Blick auf das, was zählt. Die Vorliebe für Gedichte und Geschichten reichte bis in die Kindheit zurück. Mit neun Jahren verfasste sie ihr erstes Gedicht, für den Zahnarzt in ihrer Heimatstadt Weiden. Eine richtige Leidenschaft fürs Schreiben entwickelte Maria Hirsch 2002, als sie in Ruhestand ging und sich vier Enkel um sie und ihren Ehemann Alfons scharten.

Viele Kindergeschichten entstanden, später kamen Gedichte und Geschichten für Erwachsene hinzu, meist mit zarten Aquarellen illustriert. Begehrt waren der jährliche Kalender, Postkarten und Lesezeichen. Amüsant das Heft mit Stilblüten der Schüler aus fast 40 Jahren an der Schule in Wernberg. Gerne brachte Maria Hirsch "ihre Gedanken unter die Leute", war mit Vorlesen und Moderieren beschäftigt. Das wurde im Maria-Seltmann-Haus in Weiden ebenso geschätzt wie bei Vereinen und Seniorenkreisen in Wernberg-Köblitz. Die Gedanken kamen beim Spazierengehen, im Gottesdienst, bei einer Predigt.

Im Glauben war Maria Hirsch verwurzelt. Zwölf Jahre engagierte sie sich als Pfarrgemeinderatsmitglied und Sprecherin in "St. Anna". Die Pfarrgemeinde konnte als Lektorin und Vorbeterin auf sie zählen. Maria Hirsch gab auch den Anstoß für den Besinnungsweg, der 2011 entstanden ist. Wernberg-Köblitzer Bürger und Künstler gestalteten auf einem etwa vier Kilometer langem Rundweg sechs Stationen, die zum Nachdenken, zum "Seele baumeln lassen" einladen. Gerne begleitete die feinsinnige Frau hier auch Besuchergruppen auf einem meditativen Spaziergang. Auf dem Besinnungsweg werden sich viele gerne an Maria Hirsch erinnern. Das Requiem für die Verstorbene findet am Donnerstag um 15 Uhr in der Kirche St. Anna in Wernberg statt, die Beisetzung im Familienkreis in Weiden.

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