14.04.2019 - 12:43 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Grüne Ideen für Landwirtschaft

Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der "Grünen" im Landtag, wirbt für ihre Ideen in der Landwirtschaft. Die Bauern hingegen kritisieren unter anderem die "verschärfte Bürokratie".

Die neue Bildungsreferentin Elisabeth Manner, die seit Januar für die hauptamtliche Unterstützung der Bezirke Oberpfalz und Niederbayern sowie den Arbeitskreis Agrarpolitik zuständig ist, erhielt von der Bezirksvorstandschaft eine Schultüte überreicht und wurde nochmals bei der Bayerischen Jungbauernschaft willkommen geheißen.
von Elisabeth MannerProfil

Im Landgasthof Burkhard kamen vergangenen Freitag agrarpolitische Zukunftspläne zur Sprache. Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der "Grünen" im Landtag, äußerte sich zu etlichen Themen. Die Grünen würden eine Gesamtökologisierung anstreben. Daraus ergäben sich viele Herausforderungen. Die Grünen würden eine Veränderung in der bayerischen Förderpolitik fordern. Gelder sollten qualifizierter verteilt werden, indem landwirtschaftliche Betriebe, die Umwelt-, Klima-, Arten- und Tierschutzleistungen erbringen, stärkere finanzielle Unterstützung erhalten. Andere Leistungen, die nicht an konkrete Gegenleistungen gekoppelt sind, sollen wegfallen.

Rege Diskussion

Auch die europapolitischen Erfordernisse sprach Gisela Sengl an. So müssten ihrer Meinung nach Standards festgelegt werden, die für alle gelten, damit einzelnen Ländern keine Wettbewerbsnachteile entstehen. Sengl forderte außerdem eine stärkere Vermittlung des ökologischen Landbaus. Auch eine Aufnahme dieser Betriebsausrichtung in die Prüfungsordnung für Landwirtschaftsmeister hält für sinnvoll und erforderlich. Sengl sprach außerdem die Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft an, die auch von den Produzenten, also den Bauern, immer ganzheitlich mitgedacht werden sollte. Nicht nur über die Erzeugung müssten sich die Landwirte Gedanken machen, sondern auch über die Verarbeitung und die Vermarktung der Lebensmittel.

Bei der Umsetzung dieser Ziele sahen die anwesenden Landwirte allerdings größere Schwierigkeiten - eine rege Diskussion folgte. Dabei wurde die sich "andauernd verschärfende Bürokratie" angesprochen, die für Familienbetriebe nahezu nicht mehr tragbar sei und eine große Belastung für die Landwirte darstelle. Auch die fehlende Planungssicherheit durch ständig neue Auflagen belastet und führt oftmals dazu, dass sich potenzielle Hofnachfolger für das Ausüben anderer Berufe entscheiden. Als Beispiel wurde hier die Problematik der Biogasanlagen und dem dadurch verstärkten Maisanbau genannt. Noch vor einigen Jahren galten Biogasanlagen als nachhaltige Alternativen der Energieerzeugung und wurden staatlich stark gefördert. Landwirte, die damals investierten, stehen heute nun in der Kritik, da vermehrter Maisanbau als Monokultur Nachteile für die Biodiversität mit sich bringt.

Auch die Forderung nach einer Verdreifachung des Marktanteils von Bio-Lebensmitteln sahen die Landwirte sehr kritisch. Sie befürchten auch dort einen Einbruch der Preise, sobald das Angebot stark erhöht wird. Denn dem steht momentan noch keine entsprechende Nachfrage gegenüber. Außerdem beklagten sie die Forderung nach der Abkopplung vom Weltmarkt. Dieser sei eben nicht "aushebelbar" und die offenen Märkte seien auch für andere Branchen in Deutschland sehr wichtig. Auch die Direktvermarktung zur Erzielung höherer Preise für die hergestellten Produkte sahen die Jungbauern zwar für einige Betriebe als sinnvoll und möglich an, aber nicht als sinnvolle Lösung für die breite Masse. Im Laufe des Abends kristallisierte sich heraus, dass viele der anwesenden Landwirte zwar die Ziele der Grünen grundsätzlich nicht infrage stellen, allerdings die genannten Wege, als zu kurz gedacht, zu bürokratisch, als unrealistisch und teilweise nicht zielführend bewerten.

Neue Schriftführerin

Nach der ausführlichen Diskussion berichtete Karina Kederer, Bezirksvorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft der Oberpfalz, von den Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr. Ein Highlight war das 40-jährige Jubiläum des Bezirksverbandes, das sie im Frühjahr in Almesbach feierten. In diesem Jahr steht wieder ein Jubiläum an. Der Ortsverband Tirschenreuth wird ebenfalls 40 Jahre alt und feiert am 18. Mai. Auch ein Teamwochenende vom 24. bis 26. Mai in Grainau ist geplant, an dem sich alle Ringe der Oberpfalz beteiligen können. Auf dem Programm stehen gemeinsame Outdoor-Aktivitäten, wie eine Wanderung durch die Partnachklamm, Pizza backen im Holzbackofen sowie Besichtigungen landwirtschaftlicher Betriebe und einer Schaukäserei. Weitere Informationen und Anmeldungen können über die Geschäftsstelle in Regensburg per Mail an elisabeth.manner[at]landjugend[dot]bayern angefordert werden.

Eine Änderung der Besetzung der Bezirksvorstandschaft ergab sich für das Amt des Schriftführers. Johannes Weidner, der das Amt aus zeitlichen Gründen abgeben wollte, wurde von Franziska Bartmann abgelöst. Einstimmig wählten sie die Delegierten und Stimmberechtigten zur neuen Schriftführerin.

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