Wernberg-Köblitz
26.12.2018 - 15:30 Uhr

Grundsatzbeschluss mit Erklärungsbedarf

Es ist nicht einfach, die Bedeutung der Begriffe Abstandsübernahme und Abstandsflächenübernahme aus brandschutzrechtlicher Sicht zu verstehen.

Die Deutsche Bundesbahn investiert in den Bahnhof Wernberg. Im Januar werden die Pläne dem Marktrat vorgestellt. Bild: bnr
Die Deutsche Bundesbahn investiert in den Bahnhof Wernberg. Im Januar werden die Pläne dem Marktrat vorgestellt.

Kommen dann noch Entschädigungszahlungen hinzu, erfordert es von dem Betroffenen eine gehörige Portion Verständnis. Um in dieser Sache Klarheit zu schaffen, traf der Marktrat in seiner letzten Sitzung eine Grundsatzentscheidung. Demnach ist zwischen Abstand und Abstandsfläche zu unterschieden. Der Abstand im brandschutzrechtlichen Sinne beträgt ohne Ausbildung einer Brandschutzwand 2,50 Meter zur Grundstücksgrenze oder 5,0 Meter zum nächsten Gebäude. Die Abstandsfläche richtet sich dagegen nach der Gebäudehöhe. Häufig überlagern sich diese Flächen. Durch diese Regelung kann das Nachbargrundstück hinsichtlich der Bebauung belastet werden. Sie bietet aber auch den Vorteil, dass - bei gegenseitigem Einverständnis - eine Bebauung bis zur Grundstücksgrenze möglich wird. Häufig ist dies der Fall, wenn der Grundstücksnachbar die Kommune ist. Diese Einschränkung des Nachbargrundstückes soll nun finanziell entschädigt werden. Die Entschädigung richtet sich nach dem Grundstückspreis. Die Entschädigungssätze werden nach nichtgewerblichen und gewerblichen Bauvorhaben unterschieden und sind in der Satzung festgeschrieben. Dem stimmte der Marktrat einstimmig zu. In der Bahnhofstraße ist der Bau einer Lager und Produktionshalle geplant. Die erforderlichen Befreiungen vom Bebauungsplan wurden bereits genehmigt. In diesem Fall tritt der gefasste Beschluss einer Entschädigungsleistung für eine Abstandsfläche erstmals in Kraft. Der Bauherr kann dadurch sein Bauvorhaben bis nahezu an die Grundstücksgrenze verlegen, ohne den geforderten Mindestabstand einhalten zu müssen. In der Krummleite 3 soll ein Einfamilienhaus mit Garage errichtet werden. Das Bauvorhaben weicht in einigen Punkten vom Bebauungsplan ab. Da in der Vergangenheit schon öfters diverse Befreiungen erteilt worden sind, stimmte der Marktrat auch in diesem Fall einer Befreiung zu. Am Ausbau der Kreisstaße SAD 54 Neunaigen ist der Markt Wernberg mit der Erneuerung des Regenwasserkanals und des Gehweges beteiligt. Das Gewerk Straßenbau geht zu Lasten des Landkreises und das Gewerk Wasserleitung zu Lasten des Zweckverbandes Wasserversorgung. Das gesamte Bauvolumen beläuft sich auf 2,134 Mio. Euro, davon entfallen 540 000 Euro auf den Gehweg und 398 000 Euro auf den Regenwasserkanal. Den Auftrag erhielt die Firma Baumer aus Oberviechtach. Baubeginn ist im Frühjahr 2019. Für den Bau der Wasserleitung von Alletshof über Kötschdorf, Woppenhof nach Deindorf ist im Vorfeld ein Bodengutachten zu erstellen. Der Auftrag dafür geht an das Büro Gründer Geotechnik aus Pyrbaum zum Angebotspreis von 7160 Euro. Im Bundeshaushalt wurden die Fördermnittel für das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ um 200 Mio. Euro erhöht. Um diese Fördermittel will sich auch der Markt Wernberg-Köblitz mit dem Ersatzneubau einer Mehrfachhalle in Unterköblitz bewerben. Die Förderung beträgt 45 Prozent, bei Kommunen mit einer Haushaltsnotlage 90 Prozent. Diese nachzuweisen dürfte der Kommune nicht schwer fallen. „Die Erwartungshaltung ist allerdings sehr gering“, so die Aussage von Bürgermeister Konrad Kiener, da der Fördertopf ziemlich begrenzt ist. Zurückgestellt wurde ein Antrag des TSV Detag Wernberg auf Übernahme der Energiekosten für die Nutzung der Turnhalle. Erst wenn genauere Daten vorliegen, will der Marktrat den Antrag erneut behandeln. Laut Mitteilung des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) wird der Fahrausweisautomat durch die Deutsche Bundesbahn zum Jahresende abgebaut. Die jährlichen Fixkosten betragen bis 20 000 Euro. Zeitkarten können weiterhin an den Vorverkaufsstellen erworben werden. Die verbilligten Fahrausweise des Landkreises für den RVV sind auch weiterhin im „Tabatreff“ erhältlich. Die angekündigte Investitionen in den Bahnhof Wernberg nehmen nun konkrete Formen an. Im Januar will die Deutsche Bundesbahn die Pläne dem Marktrat vorstellen.

Der Fahrkartenautomat am Bahnhof wird zum Jahresende abgebaut. Fahrkarten sind dann nur noch in den Vorverkaufsstellen oder im "Tabatreff" erhältlich. Bild: bnr
Der Fahrkartenautomat am Bahnhof wird zum Jahresende abgebaut. Fahrkarten sind dann nur noch in den Vorverkaufsstellen oder im "Tabatreff" erhältlich.
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