01.08.2019 - 17:24 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Kandidaten in den Startlöchern

Sommergespräche gibt es nicht nur in der großen Politik. Die CSU-Fraktion und Bürgermeister Konrad Kiener informieren über wichtige Themen im Marktrat – und die Kandidaten für die Kommunawahl.

Der CSU-Fraktionssprecher ging zusammen mit Bürgermeister Konrad Kiener auf die derzeitigen kommunalen Herausforderungen ein. Dieter Rosenberg freute sich außerdem über das Kommen von Altbürgermeister Georg Butz und JU-Kreisvorsitzenden Jonas Rester, die ihm für den anstehenden Kommunalwahlkampf ihre Unterstützung mit zugesagt haben.
von Elisabeth WeidnerProfil

"Herausforderungen gibt es genügend, diese können wir nur mit einem guten Miteinander schultern", so Bürgermeister Konrad Kiener beim Infoabend im Gasthaus Burkhard. Die finanzielle Situation sei nach wie vor angespannt - andererseits stehen große Themen an. Kiener nannte die Planungen für den Hochwasserschutz und das Projekt "Kulturstodl" (Sanierung/Umbau Jugendheim).

Nicht nachvollziehbar

Dann das Thema Bahnhof: Da die durch Wernberg-Köblitz führende Bahnstrecke als Ausweichkorridor für den Güterverkehr mit genutzt werden soll und diese Güterzüge dann auch 750 Meter lang sein können, benötigt die Bahn ein Ausweichgleis. Dem müsste der Bahnsteg weichen. Er ist in seiner bisherigen Form zu niedrig und müsste zukünftig auch barrierefrei ausgebaut werden. Die Bahn habe der Kommune dazu bereits einen Vorschlag unterbreitet, der aber vorsehe, dass der Markt rund 500 000 bis 600 000 Euro für den Umbau des Bahnsteges schultern soll. Bürgermeister und Marktrat können nicht nachvollziehen, warum die Gemeinde Kosten übernehmen soll, die aufgrund einer Maßnahme der Bahn zur Verbesserung des Schienengüterverkehrs anfallen. Der Steg sei auf jeden Fall weiterhin notwendig. Mitglieder des Ortsverbandes hätten hierzu auch Zählungen vorgenommen, die eindeutig belegen würden, dass der Steg gut frequentiert sei.

Die Entwicklung im Industriegebiet betrachtet Bürgermeister Konrad Kiener als durchaus positiv. Es gebe immer wieder Interessenten, auch liegen mehrere Reservierungen vor. Um die Müll- und Parksituation dort zu verbessern, habe man mehrsprachige Hinweise zum nächsten Müllcontainer aufgestellt und im nächsten Schritt wird ein absolutes Halteverbot verhängt, welches auch kontrolliert wird.

Leider gescheitert sei die Petition zum Erhalt der fünften Klasse - mit zwölf Kindern - an der Schule Wernberg-Köblitz. Es gebe aktuell nicht genügend Lehrer, so eine Begründung. Der Bürgermeister bedauert dies umso mehr, da in der Gemeinde eine top sanierte Schule mit sehr guter digitaler Ausstattung stehe, die immer weniger genutzt werde.

Eine weitere Herausforderung bringe die "Strabs" mit sich. Der Freistaat Bayern unterstütze die Kommunen nun mit einer Pauschale, die aber nicht den Kostenanteil decke, welchen die Bürger in der Vergangenheit aufgebracht haben. Beispiel: Die Paul-Schiedt-Straße würde in der Sanierung (Straße, Wasser und Kanal) 1,2 Millionen Euro kosten. Für die Erstellung von Wasser und Kanal, was rund 400 000 Euro ausmachen würde, bekäme die Kommune eine gute Förderung von rund 80 Prozent, allerdings gibt es für die Wiederherstellung der Straße nur eine Pauschale von 40 000 Euro. Der Beitrag der Anlieger zur Straße war in der Vergangenheit deutlich höher. Folglich müsse in Zukunft bei der Sanierung von Straßen nach einer Prioritätenliste vorgegangen werden.

Kandidaten stehen fest

Ein Schwenk zu den Kommunalwahlen im nächsten Jahr: Mit dabei waren beim Infoabend schon die Bewerber der CSU, die als Marktgemeinderat kandidieren möchten. Sie werden sich nach den Sommerferien in der öffentlichen Nominierungsversammlung dem Votum der Mitglieder stellen und sich ausführlich persönlich vorstellen. Unter dem Motto "Hand in Hand" für Wernberg-Köblitz werden sich auf der CSU-Kandidatenlisten neun junge Frauen und Männer erstmals um ein Mandat bewerben, zusammen mit den amtierenden Markträten der CSU-Fraktion und jungen Bewerbern, die bereits bei der letzten Kommunalwahl die CSU-Liste unterstützt haben. "Betrachtet man den beruflichen, familiären und ehrenamtlichen Hintergrund der Bewerber, so bringen sie gemeinsam ein vielfältiges Wissen ein und sind gut vernetzt innerhalb der Marktgemeinde", so Dieter Rosenberg. Auch in das Wahlprogramm haben sich die zukünftigen Bewerber bereits aktiv eingebracht. Es umfasst vier Themenschwerpunkte: "Familie, Jugend und Senioren", "Wirtschaft und Finanzen", "Bauen, Verkehr und Digitalisierung", "Umweltschutz und Nachhaltigkeit". Die Jugend soll in regelmäßigen Jugendversammlungen mehr Mitspracherecht erhalten. Barrierefreiheit ist ebenfalls ein Thema. Familien sollen einen Ansprechpartner haben und man möchte auch einen Umweltbeauftragten berufen. Schwerpunkte sind eine verantwortungsvolle Finanzpolitik und die Einbindung der Menschen aus allen Ortsteilen.

Altbürgermeister Georg Butz freute sich über das Engagement und begrüßte es sehr, dass die Liste weiblicher werde. Der JU-Kreisvorsitzende, Jonas Rester honorierte, dass die Liste auch der jungen Generation gerecht werde.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.