09.08.2019 - 18:05 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Kultur kontra Straßen

Fehlende Haushaltsmittel zwingen den Marktrat zum sparsamen Wirtschaften. Die Devise heißt deshalb: Prioritäten setzen.

Der Umbau des Jugendheimes in ein Kulturhaus wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Der Gemeinde fehlen die nötigen Finanzmittel.
von Richard BraunProfil

Die Förderregularien aus dem Programm "Innen statt Außen" sehen eine zeitnahe Umsetzung der geförderten Maßnahmen vor. Die Marktgemeinde hat dafür den Erwerb der "Schöner Wiese" ins Auge gefasst. Allerdings ist eine Förderung erst nach Ausschreibung eines städtebaulichen Wettbewerbs und der Umsetzung von noch festzulegenden Maßnahmen möglich. Dies scheitert aber schon aus zeitlichen Gründen. Daher wurden die Mittel auf ein anderes Projekt, nämlich das Jugendheim "verschoben".

Der Umbau des Jugendheimes in ein Kulturhaus schlägt nach ersten Kostenschätzungen mit 2,4 Millionen Euro zu Buche. Nach derzeitiger Kassenlage liegt die Umsetzung jedoch in weiter Ferne. Dringender sind dagegen Straßenbaumaßnahmen, die bereits fertig geplant sind. "Wir haben das Geld für den Umbau des Jugendheimes nicht", brachte Maria Schlögl die Finanzsituation auf den Punkt. Bei der Umsetzung zu einem späteren Zeitpunkt bleibt die Städtebauförderung von 60 Prozent erhalten. Mit 17 gegen 3 Stimmen lehnte das Gremium das Einreichen eines Förderantrages bei der Regierung der Oberpfalz zum Umbau des Jugendheimes in ein Kulturhaus ab.

Zu einer kontroversen Diskussion im Marktrat führte die Anfrage der Danzl Immobilien GmbH auf die Errichtung von drei Mehrfamilienwohnhäusern mit Penthousewohnung an der St.-Emmeram-Straße. Geplant sind 19 Wohneinheiten, die sich in geförderten Wohnungsbau, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen aufteilen. Florian Danzl stellte das Bauprojekt "Wohnen an der alten Linde" dem Marktrat vor. Da sich das Grundstück im Außenbereich befindet, soll die Erschließung durch den Bauträger erfolgen.

In diesem Zusammenhang rief Marianne Schieder eine Grundsatzentscheidung des Marktrates in Erinnerung, die eine Erschließung von Grundstücken durch Privatpersonen außerhalb des bestehenden Flächennutzungsplanes nicht gestattet. Damit soll der Forderung der Regierung nach Baulückenschluss im Ortsbereich Rechnung getragen und Spekulationen von Investoren unterbunden werden. "Einer Ausnahmegenehmigung würde die Gemeinde angreifbar machen, da in früheren Fällen solche Genehmigungen bereits untersagt worden sind", gab die Markträtin zu bedenken. Josef Wisent brachte die Verkehrssituation ins Gespräch, die sich bei den zu erwartenden 50 bis 60 Fahrzeugen erheblich verschlechtern würde. Auch die mehrgeschossige Bauweise war einigen Räten ein Dorn im Auge. Nur Christine Mösbauer und Maria Schlögl konnten dem Projekt gute Seiten abgewinnen. Bei der Abstimmung sprachen sich 17 Räte gegen und 3 für die Bauanfrage aus.

Von der Emmeram-Straße aus, wo das Projekt "Wohnen an der alten Linde" entstehen soll, hat man einen herrlichen Blick ins Naabtal. Bisher ist eine Bebauung dieses Gebietes nicht vorgesehen.

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