31.08.2020 - 18:53 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Machen und machen lassen

Er vertraut auf Gott und setzt eine große Portion Vertrauen in seine Mitmenschen. Pfarrer Markus Ertl gelingt es so, "seine" Pfarreiengemeinschaft zu managen. Nun feiert er Jubiläum.

"Die Freude am Glauben vermitteln", das sieht Pfarrer Markus Ertl als seine größte Aufgabe an.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Seit 25 Jahren ist Pfarrer Markus Ertl Pfarrer in Wernberg-Köblitz. Am 1. September 1995 wurde ihm die Pfarrei Wernberg übertragen. Inzwischen hat er seinen Dienstsitz von Wernberg nach Unterköblitz verlegt. Doch auch hier steht die Tür zum Pfarrhaus offen.

Viel Unterstützung

Pfarrer Markus Ertl erwartet gerade die Ruhestandsgeistlichen, die ihn unterstützen: Josef Höning, Norbert Demleitner, Johannes Schlosser und Hans-Peter Bergmann. Mit ihnen spricht er alle vier Wochen den Einsatzplan durch. "Wir haben die meisten Ruhestandsgeistlichen in der Diözese", freut sich Markus Ertl im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. So können am Wochenende in dem großen Gebilde Pfarreiengemeinschaft auch sieben Gottesdienste angeboten werden.

Und es gibt weitere Unterstützung: Das Atemlos-Team organisiert die Veranstaltungen mit Kindern, Gemeindereferentin Maria Witt hat einen Draht zu den Ministranten und der Landjugend, übernimmt die Krankenkommunion. Ertl ist froh, diese Helfer zu haben. "Wir kommen gut miteinander aus". Warum die Pfarreiengemeinschaft so gut aufgestellt ist, hat einen einfachen Grund: Wenn Mitglieder der Pfarrei bereit sind, sich zu engagieren, ihre Talente einzusetzen und "etwas zu machen", dann "muss man sie auch machen lassen", meint Ertl mit Blick auf Maiandachten oder Kreuzwege. In den beiden Pfarrgemeinderatsgremien, sechs Kirchenverwaltungen und zwei Ortsgremien steckt Potenzial. Für Ertl ist diese Arbeitsform unabdingbar in einer Pfarreiengemeinschaft mit 4700 Mitgliedern.

Baumaßnahmen gemanagt

Das hätte er sich vor 25 Jahren auch nicht träumen lassen, als er zum ersten Mal seinen Fuß ins Pfarrhaus von St. Anna setzte. Viele Aufgaben warteten auf den Geistlichen, der vor seiner Priesterlaufbahn Automechaniker gelernt hatte. Der neue Kindergarten St. Anna entstand. Das bisherige Gebäude wurde zum Pfarrheim umgebaut. Die Renovierung der Kirchen in Woppenhof, Deindorf und Wernberg stand an, jetzt läuft die Innenrenovierung in Neunaigen. In Angriff genommen wird die Renovierung in Glaubendorf. Abgeschlossen ist hier der Pfarrheimneubau.

Und dazwischen kam die wohl größte Herausforderung: Oberköblitz, Wernberg, Neunaigen und Glaubendorf wurden zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammengelegt. Waren beim Amtsantritt rund 1600 Mitglieder zu betreuen, so sind es nun fast drei Mal so viel. Ein enormes Pensum. Positiv sieht Ertl, dass sich das Ganze von 2005 bis 2008 schrittweise entwickeln konnte und er auch "die Leute kannte".

Freude am Glauben vermitteln

Bei all den Aufgaben ist es für ihn aber das Wichtigste "zu versuchen, die Freude am Glauben zu vermitteln". Ertl ist kein Illusionist: Die Zahl der praktizierenden Christen werde weniger, auch wenn sich die Zahl der Kirchenaustritte in Wernberg-Köblitz nur im einstelligen Bereich bewege. Viel gewonnen sei schon, wenn im Elternhaus eine positive Einstellung dem Glauben gegenüber herrsche, Väter und Mütter nicht als Bremslicht wirken, wenn es beispielsweise um den Ministrantendienst gehe: "Wenn sie ihre Kinder ziehen lassen", könne die Kirche darauf aufbauen.

Das Miteinander pflegen

Wernberg-Köblitz

"Wir haben eine positive Grundstimmung in der Pfarrei", fasst Pfarrer Ertl zusammen. Ihm kommt entgegen, dass er gerne in Gesellschaft ist: Er ist unter anderem Mitglied bei der Feuerwehr Wernberg, im Kirwaverein, Vorsitzender der KAB Oberköblitz, begleitet die Bibelwanderungen des Frauenbundes und verkauft Glühwein beim Adventsmarkt. Das schafft Beziehung.

Das Jubiläum nahmen die kirchlichen Vereine - Frauenbund Wernberg, KAB Wernberg, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat - zum Anlass, Pfarrer Ertl zu gratulieren. PGR-Sprecherin Petra Hartinger sprach am Ende des Sonntags-Gottesdienstes im Namen aller vier Gremien ein großes Danke und überreichte einen Gutschein.

Lebensmittelpunkt geworden

Pfarrer Ertl ergriff gerührt das Wort: Er sei in Wernberg jetzt schon länger als in seiner Heimatgemeinde Rosenberg beheimatet, so der Geistliche und fühle sich hier "gut aufgenommen und aufgehoben".

Wir haben die meisten Ruhestandsgeistlichen in der Diözese.

Pfarrer Markus Ertl

Wernberg-Köblitz ist für Pfarrer Markus Ertl in den vergangenen 25 Jahren zum Lebensmittelpunkt geworden.
Die Vertreter der kirchlichen Vereine gratulierten Pfarrer Markus Ertl zum Jubiläum.

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