15.05.2019 - 15:10 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Starke EU als Gegengewicht

Die Seniorenunion hat für die Bezirksversammlung im Landgasthof Burkhard ein "neues Format" angekündigt. Doch die Talkrunde mit Monika Hohlmeier reduziert sich auf einen Monolog der Europaabgeordneten.

Pressesprecherin Gisela Schlenker, Bürgermeister Konrad Kiener, Europaabgeordnete Monika Hohlmeier und Bezirksvorsitzender Günther Loibl (von links) sprachen bei der Bezirksversammlung der Seniorenunion.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die CSU-Senioren nehmen gewöhnlich kein Blatt vor den Mund und sagen den Parteifunktionären ordentlich die Meinung. Mit dem "neuen Format" nahm ihnen die Pressesprecherin des Hohlmeier-Büros, Gisela Schlenker, aber den Wind aus den Segeln. Sie befragte die Strauß-Tochter ausführlich nach ihrer Kindheit und bekam zu hören, wie die Familie unter der terroristischen Bedrohung zu leiden hatte. Und wie es sich anfühlt, "wenn der Vater angefeindet wird".

Ein "Handelsgegner"

Heute spürt Monika Hohlmeier wieder extremistische Tendenzen, wenn von Enteignung und Verstaatlichung die Rede sei. Sie tritt für Werte wie Frieden, Freiheit und soziale Marktwirtschaft ein, die ihr das Elternhaus vermittelt habe. Mutter Marianne sei "eine politische Frau" gewesen, erinnert sich die Tochter. Mit dem Gedankengut der Frauen-Union, des Frauenbundes und der CSU im Herzen. Ihre Forderung nach Anerkennung der Erziehungszeiten für die Mütter habe schließlich Eingang in das CSU-Programm gefunden, stellte Monika Hohlmeier fest. Europa werde sich in der globalen Welt nur mit vereinten Kräften behaupten können, ist die Abgeordnete aus Oberfranken überzeugt.

Deutschland sei für Amerika ein "Handelsgegner" und für sich alleine unterlegen. Nur eine starke EU-Gemeinschaft könne ein Gegengewicht zu den russischen, chinesischen und amerikanischen Märkten bilden. Auch beim Klimaschutz und der Energiewende bedürfe es einer einheitlichen Ausrichtung. Monika Hohlmeier setzt bei der Energie auf die Speichertechnologie, mit der sich Deutschland unabhängig machen könne.

Nur auf Elektromobilität zu bauen, hält sie für den falschen Weg, denn: "Wir sind noch lange nicht am Ende mit dem Verbrennungsmotor". Die Abgeordnete, die seit zehn Jahren für die CSU im Europaparlament sitzt, hält es inzwischen für "besser, wenn die Briten draußen bleiben". Länder, die nur die Vorteile abschöpfen wollen, würden der EU schaden.

Gemeinsame Politik

Monika Hohlmeier spricht sich für eine gemeinsame europäische Wirtschafts- und Außenpolitik und eine Sicherung der Grenzen aus. Die Ursachen für die Flüchtlingsbewegung müssten vor Ort bekämpft werden. Dazu kam der Hinweis aus dem Zuhörerkreis, dass die Kolonialpolitik der Industriestaaten verantwortlich sei für das Elend in den Entwicklungsländern und Europa deshalb eine Bringschuld zu leisten habe.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.