Wernberg-Köblitz
30.09.2019 - 13:27 Uhr

Tipps fürs dörfliche Make-up

Ein adretter Holzzaun, ein schmucker Balkon oder eine gepflegte Hofeinfahrt: In Neunaigen ist jetzt Zeit für eine Schönheitskur. Die muss nicht vorm Eigenheim stoppen.

Die Dorferneuerung in Neunaigen erstreckt sich nicht nur auf Maßnahmen der öffentlichen Hand, wie sie hier in der St.-Vitus-Straße erfolgen sollen. Sie betrifft auch private Anwesen: Die Anwohner können eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen. Bild: bl
Die Dorferneuerung in Neunaigen erstreckt sich nicht nur auf Maßnahmen der öffentlichen Hand, wie sie hier in der St.-Vitus-Straße erfolgen sollen. Sie betrifft auch private Anwesen: Die Anwohner können eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen.

Die "Vergabe von begleitender gestalterischer Beratung" stand kürzlich auf der Tagesordnung bei der Marktratssitzung. Diese Beratungsleistung ist Teil der Dorferneuerung in Neunaigen, die heuer im Juli eingeleitet wurde. Der Fördersatz steht auch schon fest: Wie beim Dorfentwicklungskonzept liegt er bei 56 Prozent. Für alle anderen Maßnahmen gilt ein Fördersatz von 51 Prozent. Das bedeutet maximal 300 000 Euro für das auf 588 000 Euro veranschlagte Gemeinschaftszentrum. Derzeit geht man von einer Gesamtförderung bei Umsetzung aller Maßnahmen in Höhe von einer Millionen Euro aus.

Bis Ende 2025 hat die Kommune Zeit, die entsprechenden Pläne zu realisieren und gegenüber dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) abzurechnen.

Ein weiterer Schritt war es nun, die begleitende gestalterische Beratung in Angriff zu nehmen. "Ziel dieser Beratung ist, dass die Bürger von Neunaigen in den Genuss einer Beratung für ihre Privatgrundstücke kommen", so die Informationen seitens der Verwaltung. Angestrebt wird dabei eine Aufwertung im Sinne der Dorferneuerung. Pro Anwesen rechnet man für diesen Service mit einem Zeitaufwand von fünf Stunden, die Bürger können dieses Angebot kostenlos in Anspruch nehmen. "In Saltendorf haben die Bürger das auch rege getan", so Geschäftsleiter Stefan Falter auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

10 000 Euro für Rat

Da das Büro Schultes bereits den Dorferneuerungsplan erstellt hatte, lag es nahe, die Mitarbeiter auch mit der begleitenden Beratung zu beauftragen. Eine Summe von rund 10 000 Euro wurde als Honorar für diese Tätigkeit vorgeschlagen. Der Gemeinderat stimmte dieser Summe und der Vergabe an das Büro Schultes einstimmig zu. Für diese Beratung wurde ein vorzeitiger Maßnahmen-Beginn beantragt, dieser ist inzwischen auch vom Amt für Ländliche Entwicklung genehmigt. Für Ende Oktober/Anfang November planen die Verantwortlichen eine Informationsveranstaltung zum Thema "Privatförderung". Auch für die Gemeinderäte gab es bei der Sitzung noch Informationen, die das Ergebnis eines Abstimmungstermins mit dem Projektbetreuer vom ALE waren. Er hatte darauf hingewiesen, dass sich die tatsächlichen Fördersätze nach der Finanzkraft der Gemeinde in den drei Jahren vor dem Antrag richten. Weiter gab er zu bedenken, dass nicht alle Maßnahmen realisiert werden müssen. Er empfahl aber, zeitnah mit einem Projekt wie dem Umbau des Vereinsgebäudes und dem zugehörigen Umfeld zu beginnen.

Erste Brennpunkte für eine private Beratung zeichneten sich bereits ab: Marktgemeinderat Helmut Ries machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, das bei einer geplanten Erneuerung der St.-Vitus-Straße, die Höhe der Hausanschlüsse zu klären sei, falls eine Hofeinfahrt erneuert wird. Dritter Bürgermeister Georg Schlögl erinnerte daran, dass immerhin ein Kritikpunkt in Sachen Dorferneuerung inzwischen überholt ist: Zunächst hatte man für die Erneuerung der St.-Vitus-Straße erhebliche Belastungen durch Straßenausbau-Beiträge befürchtet. Mit der Abschaffung dieser Beiträge seien diese Bedenken nun zerstreut.

Auch für die Pflicht

Marktrat Vitus Bauer erinnerte an Pflichtaufgaben der Gemeinde im Bereich Wasser und Kanal, die nun im Zuge der Dorferneuerung umgesetzt werden können, und zwar bei einem hohen Fördersatz. Ähnlich äußerte sich auch Marianne Schieder, die den Blick auf Vorteile für Infrastruktur lenkte und sich Resonanz von den Bürgern versprach. Dieter Rosenberg lobte den langsamen Einstieg in die Dorferneuerung und die Verlängerung der Umsetzung bis zum Jahr 2025.

 
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