15.11.2021 - 10:03 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Tödliche Oberpfalz: Die Schüsse eines Verachteten

Der sogenannte "Amoklauf von Saltendorf" hat die Dorfgemeinschaft bis heute in Mark und Bein erschüttert. Johann M. hat in einem Gasthaus einen Menschen erschossen und sechs weitere verletzt. Wie ist es zu dieser Wahnsinnstat gekommen?

In der 6. Folge sprechen wir über den Amoklauf von Saltendorf.
von Redaktion ONETZProfil

Johann M. hat sein ganzes Leben auf einem kleinen Hof bei Saltendorf (Lkr. Schwandorf) verbracht. Er war engagiert in vielen Vereinen und fest verwurzelt in seinem Dorf. Doch die Abwärtsspirale beginnt, als sein Bruder den Hof von den Eltern übernimmt. Er will Johann raushaben, mit allen Mitteln.

Auch innerhalb des Dorfes wird Johann mit Argwohn beäugt. Er gilt als arbeitsscheu, lebt von Arbeitslosengeld, hat keine Stelle länger als maximal drei Monate inne. Die Dorfbewohner quittieren das gut und gerne abfällig mit verletzenden Sprüchen am Stammtisch.

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Dann, irgendwann, stirbt der Vater, welchen Johann bis zum Schluss aufopferungsvoll gepflegt hat. Johann verfällt in eine tiefe Depression. Die Uhr tickt immer schneller, die Frist, in welcher er den Hof verlassen soll, rückt immer Näher.

All diese Zurückweisungen - der Zorn auf den Bruder, die Herabwürdigung durch die Dorfgemeinschaft, der Tod des Vaters - gipfelt schließlich in einer unfassbaren Katastrophe, die Saltendorf bis heute in Mark und Bein erschüttert hat. Johann, ein passionierter Jäger, nimmt seine Pistole und fährt zielgerade zum Gasthaus Schlosser, der Dorfwirtschaft, in der eine Pfarrversammlung stattfindet. Es ist der 4. November 2005, dreiviertel 10 abends. Johann schießt in die Menge. Am Ende wird ein Mensch tot und sechs werden verletzt sein.

Für Folge sechs unseres Podcasts "Tödliche Oberpfalz" haben wir uns intensiv mit dem Fall beschäftigt. Wie kam es zu dieser Wahnsinnstat? Als Experte spricht Uli Piehler, Redakteur bei Oberpfalz-Medien. Er war damals kurz nach den Geschehnissen direkt vor Ort und schildert seine Eindrücke.

Eine Expertin gibt Tipps, wie sich Stalking-Opfer verhalten sollen

Vohenstrauß

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Vohenstrauß
Info:

Opfer- und Täterschutz

Es ist uns wichtig, die Opfer, Angehörigen und Zeugen sowie die Täter zu schützen. Deshalb werden wir bei diesem Fall die ganzen Namen der Beteiligten nicht nennen. Wir bitten unsere Hörer und Mitglieder der Facebook-Gruppe "Tödliche Oberpfalz" deshalb, den Opfer- und Täterschutz zu respektieren.

Falls ihr uns anonym etwas mitteilen wollt, könnt ihr dazu gerne unsere E-Mail-Adresse nutzen: ToedlicheOberpfalz[at]oberpfalzmedien[dot]de

 

 

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