12.01.2020 - 10:16 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Urgestein der Flachglas

Albert Völkl war mit 97 Jahren der älteste Mitarbeiter aus der Aufbaugeneration der Flachglas Wernberg (Sigla) nach dem Krieg. Über die Firmengeschichte wusste er so viel, wie kein anderer, zu erzählen.

Verstorben: Albert Völkl.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Albert Völkl war mit 97 Jahren der älteste Mitarbeiter aus der Aufbaugeneration der Flachglas Wernberg (Sigla) nach dem Krieg. Über die Firmengeschichte wusste er so viel, wie kein anderer, zu erzählen.

Eine große Trauergemeinde nahm auf dem Oberköblitzer Friedhof Abschied. Pfarrer Markus Ertl, der das Requiem in der Kirche St.-Emmeram zelebrierte, verglich das Leben eines Menschen mit einer Bibliothek, mit Büchern und Seiten, die ganz unterschiedlich gefüllt sind. Jeder schreibe selbst an seinem Buch des Lebens.

Albert Völkl wurde im Sudetenland geboren. Er hatte seine Ausbildung am Technikum für Maschinenbau in Aussig noch keine zwei Wochen beendet, als er zur Luftwaffe eingezogen wurde: Pilotenausbildung, Kriegseinsatz, drei Jahre Gefangenschaft.

In Wernberg-Köblitz fand Albert Völkl 1948 eine neue Heimat, in der Glasfabrik einen Arbeitsplatz. In der Sigla wurde die Mitentwicklung von Spezialgläsern, die Konstruktion geeigneter Einbaumethoden für den Fahrzeugbau sein Metier. Unter seiner Federführung entstand 1967 im Flachglas-Standort Wernberg die Werkschule für technische Berufe. Später wurde er mit dem Bereich Arbeitssicherheit betraut. Er erlebte einen Treuhänder, sieben Werksleiter und fünf Namensänderungen der Firma. Nach 45 Jahren trat er in den Ruhestand. Albert Völkl freute sich sehr, als er beim 75-jährigen Flachglas-Jubiläum für seine lange Betriebstreue geehrt wurde.

Auch privat wurde Wernberg-Köblitz Dreh- und Angelpunkt von Albert Völkl und seiner Familie. Er schätzte die Gesellschaft anderer Menschen, von Verwandten, Freunden, Kollegen und mancher früheren Azubis aus der Flachglas, die ihn in 31 Jahren Ruhestand immer wieder besuchten. Der Verstorbene pflegte seine Kontakte. In seinem Haus kamen oft Freunde zu einer geselligen Unterhaltung auf der Terrasse zusammen. Bis ins hohe Alter konnte sich Albert Völkl seinen Wissensschatz, sein Interesse an Politik und Sport bewahren.

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