Dem damals 76-jährigen Dieter Loew werden in seinem Haus in der Graf-Schall-Straße in Wernberg-Köblitz mit einem stumpfen Gegenstand schwere Schädel- und Gesichtsverletzungen zugefügt. Vier Wochen später verstirbt der Unternehmer.
Einsatzgruppe Wernberg
Die Polizei sichert am Tatort Spuren, ein Großaufgebot an Beamten rückt an. Bei der Kripo Amberg wird zur Aufklärung des Raubmordes die "Einsatzgruppe Wernberg" gebildet. Ins Visier der Ermittler geraten Ende März 2015 die getrennt lebende, damals 51-jährige Ehefrau von Dieter Loew und ihr 26-jähriger Partner. Die Polizei durchsucht Häuser, Wohnungen und Liegenschaften, stellt Gegenstände und Dokumente sicher, bei denen laut Staatsanwaltschaft nicht auszuschließen ist, dass sie eine Verbindung zum Tatanwesen haben. Ermittelt wird wegen Mordes und schweren Raubes mit Todesfolge. Allerdings gibt es keinen Haftbefehl. Die beiden Verdächtigen werden nicht in U-Haft genommen, bleiben auf freiem Fuß.
Sie fahren daraufhin schwere Geschütze gegen die Ermittlungsarbeit der Polizei auf. Die Kriminalpolizei Amberg gibt sich zum damaligen Zeitpunkt mit Blick auf die Ermittlungen bedeckt. Sie ziehen sich in die Länge: Gutachten, Beweisanträge und Zeugenvernehmungen werden von seiten der Staatsanwaltschaft als Grund angeführt.
Die Rechtsanwälte der Beschuldigten, für die feststeht, dass ihre Mandanten nichts mit der Bluttat zu tun haben, suchen vor zwei Jahren die Öffentlichkeit. Sie kritisieren die Dauer der Spurenanalyse. Da die umfangreichen Ermittlungen und Spurenauswertungen zu keinen greifbaren Ergebnissen geführt hätten, beantragen die Verteidiger vor zwei Jahren die Einstellung der jeweiligen Ermittlungsverfahren.
Diffizile Gutachten
Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier macht eine Entscheidung vom Vorliegen des polizeilichen Abschlussberichtes abhängig: Die Resultate diffiziler Gutachten stehen demnach noch aus. Strohmeier verweist auf die Durchsuchungen der Wohnungen der Verdächtigen in Wernberg. Lochau und Zürs, auf Fasern und Haare, die auf Mikrospuren untersucht würden. Das könnten nur Spezialisten mit entsprechendem Equipment leisten, die Nischen besetzen, entsprechend gefragt und über Monate ausgelastet seien. "Das ist für die Bevölkerung extrem schwer nachzuvollziehen", räumt Strohmeier damals ein. Er verweist auch auf die dünne Sachbearbeiter-Decke. Sobald aktuelle Fälle hinzukommen, müsse diesen Priorität eingeräumt werden. Erst wenn die komplexe Ermittlungsarbeit im Fall Loew in einen Abschlussbericht gegossen sei, könne die Staatsanwaltschaft eine Entscheidung über eine Einstellung treffen.
Gesamtergebnis prüfen
Wie jetzt eine aktuelle Nachfrage von Oberpfalz-Medien bei der Pressestelle der Staatsanwaltschaft Amberg ergab, "sind die Ermittlungen der KPI Amberg nunmehr vorerst abgeschlossen, das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Amberg jedoch noch nicht". Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft noch das Gesamtergebnis der bisherigen umfangreichen polizeilichen Ermittlungen und die bislang seitens der Verteidiger eingegangenen Stellungnahmen.
"Die Ergebnisse der Auswertungen werden nunmehr in einer diffizilen Gesamtschau zu bewerten sein", betont der Pressesprecher. "Mit einem Abschluss des Ermittlungsverfahrens ist nach derzeitiger vorläufiger Beurteilung voraussichtlich im Januar 2019 zu rechnen."














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