29.07.2020 - 14:49 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Im Wernberg-Köblitzer Marktrat einstimmiges Ja für die neue Halle

„Stand heute können wir das Projekt angehen und im Jahr 2022 umsetzen.“ Mit diesen aufmunternden Worten zum Neubau einer Sporthalle gab Bürgermeister Konrad Kiener den Startschuss für eine bemerkenswerte Abstimmung im Marktrat.

Der Wernberg-Köblitzer Marktrat will sich die „Jahrhundertchance“ auf einen geförderten Neubau einer Sporthalle nicht entgehen lassen, für den sich besonders Marianne Schieder (rechts) und Bürgermeister Konrad Kiener (links) stark gemacht haben.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Seit über einem Jahrzehnt ringt der Marktrat mit der Entscheidung, eine neue Sporthalle zu bauen. Sie wird teuer und das hat bislang einen echten Fortschritt in der Diskussion verhindert. Immerhin ist Wernberg-Köblitz am Rande einer Haushaltsnotlage und muss jeden Euro zweimal umdrehen.

Umso erfreulicher die Nachricht, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags dem Markt einen Zuschuss von bis zu drei Millionen Euro für dieses Vorhaben und einen Fördersatz von 45 Prozent zugesprochen hat. Dass hier die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder, die auch Mitglied des Marktrats ist, mit angeschoben hat, machte ihr Parteifreund und Ratskollege Alexander Werner deutlich: „Dir gilt dafür ein Dank.“ Dieses Statement fiel bei der dritten Sitzung des neu gewählten Marktrats. Um die Abstandsregeln einzuhalten, fand sie erneut in der Mehrzweckhalle der Grund- und Mittelschule statt.

Mehr Geld durch „Notlage“?

Jetzt muss es schnell gehen. Am 12. August ist ein Koordinierungsgespräch anberaumt, sechs Wochen später muss der Markt die Unterlagen für den Neubau einreichen. Wobei der Bürgermeister bei der Finanzierung strategisch denkt, denn der Markt könne maximal drei Millionen Euro erhalten, wenn er seine Haushaltsnotlage plausibel mache: „Das brächte uns nocheinmal 400 000 Euro mehr“, versicherte Kiener.

Mit den neuen Förderzusagen im Rücken stellt sich das Projekt finanziell so dar, dass die Halle – als Betrieb der gewerblichen Art vorgesehen – zwar 6,885 Millionen Euro kosten werde. "Aber ausschlaggebend sind die Nettokosten“, so Kiener. Und die liegen bei 5,786 Millionen Euro. Die derzeitige 45-prozentige Förderung bringt dem Markt 2,6 Millionen Euro in die Kasse, der Eigenanteil betrage daher 3,18 Millionen Euro.

„Wir packen das jetzt an, da wir den Zuschuss erhalten haben,“ warb Fraktionsvorsitzende Marianne Schieder für ein positives Votum des Rats-Plenums. Es sei, so betonte sie, „kein sehr leichter Kampf gewesen, die drei Millionen Euro zu bekommen“. Ins gleiche Horn stieß CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Rosenberg und nach ihm die zahlreichen anderen Räte, die sich zu dem Thema meldeten. „Jetzt müssen wir endgültig den Startschuss geben“, forderte Rosenberg. Er wies auch darauf hin, dass es keine reine Sporthalle werden dürfe: „Dort müssen auch Veranstaltungen stattfinden.“ Das fand auch Hubert Schöner (CSU). Parallel zum Bau müsse ein Veranstaltungskonzept erarbeitet werden, wünschte er sich und bat zu überlegen, wie es künftig mit den Benutzungsgebühren für die Sportvereine aussehen soll: „Gehen da Vereine rein, wenn sie dafür bezahlen müssen?“

Gebührenthema klären

„Wir müssen eine Lösung finden für den Breitensport, bei dem kein Geld verdient wird“, zeigte sich auch Marianne Schieder überzeugt und riet, zu klären, wie es andere Kommunen mit dem Thema Gebühren halten.

Für Bürgermeister Kiener war klar, „wir brauchen Vereine und Veranstalter, die diese Halle betreiben“. Der Markt könne das nicht leisten. Sein Ideal: „Eine Sporthalle mit soundsoviel außersportlichen Veranstaltungen.“

Das kommt schon sehr nah an die Vorstellung einer „Halle für alle“, die sich Alexander Werner (SPD) seit langem auf die Fahne geschrieben hat. Eine Idee seines CSU-Kollegen Thomas Weber aufgreifend sprach sich auch Werner für Photovoltaik auf der Halle aus.

Am Ende wollte niemand im Rat die „Jahrhundertchance“ (Franz Josef Putz, CSU) vorbeiziehen lassen. Bei der Abstimmung gab es nur Ja-Stimmen, so dass das weitere Förderverfahren mit der vorliegenden Planung des Büro Schultes stattfinden wird.

Bürgermeister Konrad Kiener wirft einen Blick auf anstehende Großprojekte

Wernberg-Köblitz

Wir packen das jetzt an, da wir den Zuschuss erhalten haben

SPD-Fraktionsvorsitzende Marianne Schieder

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