13.03.2020 - 17:26 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Zähneputzen bald wieder "billiger"

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Seit fünf Wochen muss das Wasser in fünf Gemeinden des nördlichen Landkreises abgekocht werden. "Eine sehr teuere Angelegenheit", klagt eine Betroffene aus Döllnitz und will Grund und Ende der Maßnahme wissen.

Wenn die aktuellen Wasserproben in Ordnung sind, dann könnten die Haushalte im Bereich der Glaubendorfer Gruppe ab Montag wieder aufs Abkochen verzichten. Zähneputzen mit Mineralwasser ist dann auch überflüssig.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Jetzt ist es fast fünf Wochen her, dass wir das Wasser in Preppach und Döllnitz abkochen müssen", wendet sich eine Betroffene aus Döllnitz an Oberpfalz-Medien und würde gerne wissen, wie lange es noch dauert und was die Ursache für diesen Umstand ist. Es sei schließlich auch eine "sehr teuere Angelegenheit", wenn man Wasser für die einfachsten Dinge wie Zähneputzen oder Salatwaschen abkochen oder Mineralwasser verwenden müsse. Doch inzwischen gibt es Hoffnung, dass diese Vorsichtsmaßnahme bald überflüssig sein könnte.

30 Kilometer Trinkwasserleitung und fünf betroffene Gemeinden: Mit Anordnung vom 7. Februar muss wegen coliformer Keime das kostbare Nass in allen Haushalten abgekocht werden, die vom Zweckverband Glaubendorfer Gruppe versorgt werden. In Pfreimd trift das die Ortsteile Stein, Gnötzendorf und Weihern, in Wernberg-Köblitz die Orte Deindorf, Schwarzberg, Kötschdorf, Glaubendorf, Woppenhof, Rattenberg und Alletshof. Leuchtenberg ist mit Döllnitz und Preppach tangiert, Luhe-Wildenau mit Meisthof, Seibertshof und Glaubenwies, und auch für Trausnitz gilt die Warnung.

Längst sind Gegenmaßnahmen angelaufen, als Quelle der Verunreinigung ist der Brunnen in Meisthof ausgemacht und vom Netz genommen. Im Moment bezieht der Zweckverband das Wasser vom Markt Wernberg-Köblitz. Die Leitungen werden gechlort. Doch es dauert, bis alles Wasser, das möglicherweise Keime enthält, über Hochbehälter und Hähne abgeflossen ist. Die Spülung mit Chlor-Zusatz soll schließlich jeden Kubikzentimeter im langen Leitungsnetz erreichen.

Ausgerechnet durch die Brunnen-Sanierung in Meisthof sind laut Markus Gebhard, zuständiger Sachbearbeiter im Bauamt der Stadt Pfreimd, überhaupt erst Keime ins Wasser gelangt, die seien vermutlich gerade bei der Reinigung eingeschleppt worden. Aufgefallen ist das bei einer Routine-Untersuchung. Daraufhin wurden über Medien und Info-Blätter im Briefkasten die betroffenen Haushalte informiert. "Erst wenn das Chlor in allen Endverbraucher-Leitungen nachgewiesen ist, können wir sicher sein, dass soweit alles in Ordnung ist", erklärt Gebhard.

Am Donnerstag wurden die letzten Proben gezogen, bis Montag rechnet der Bauamts-Mitarbeiter mit dem Ergebnis. Wenn alles passt, kann das Abkochen entfallen. Aufheben kann die Anordnung nur das Gesundheitsamt. Das Wasser kommt dann aber zunächst weiterhin aus Wernberg, der Brunnen in Meisthof darf erst nach einer Reihe von engmaschigen Tests wieder ans Netz.

Auch wenn dank Chlorung das Zähneputzen mit Leitungswasser – bei einem positiven Ergebnis am Montag – in den betroffenen fünf Gemeinden wieder gefahrlos möglich ist, die Besitzer von Aquarien müssen sich noch etwas länger gedulden: Zunächst muss das gechlorte Wasser noch die Leitungen komplett passiert haben, denn für empfindliche Fische ist es nicht geeignet. Die leidige "Fastenzeit" beim Wasser ist dann abgehakt – und vielleicht auch das Bewusstsein für das kostbare Lebensmittel"Wasser" etwas geschärft.

Mit diesem Info-Blatt informierte der Zweckverband zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe alle betroffenen Haushalte über die Notwendigkeit, das Wasser vorerst abzukochen. Am Montag sollen die neuen Messerergebnisse vorliegen. Davon hängt ab, ob man man auf diese Prozedur künftig wieder verzichten kann.

Infos zur Wasserversorgung unter:

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