Gelassenheit und "Nein"-Sagen

Der Anfahrtsweg nach Wernersreuth war beschwerlich, wegen der winterlichen Straßenverhältnisse. Die aber hielten kaum jemand auf. Sogar Gäste aus Neusorg waren ins Max-Kolbe-Haus gekommen.

65 Frauen aus nah und fern sind der Einladung der KLB zum Frühstücken gefolgt.
von Ulla Britta BaumerProfil

Alle Jahre wieder treffen sich im Januar Frauen aus Wernersreuth und den umliegenden Dörfern. Zum traditionellen Frauenfrühstück eingeladen hatten Brigitte Meyer, Vorsitzende der Katholischen Landbewegung Wernersreuth, Stellvertreterin Petra Fröhlich sowie der Vorstand des Landvolks (KLB). "Das ist seit 17 Jahren immer so. Entweder es schneit oder es ist eiskalt oder glatt. Wir hatten auch schon 20 Grad Minus", weiß Brigitte Meyer, die sich im Vorfeld über angesagtes Blitzeis Sorgen gemacht hat.

Brigitte Meyer und Petra Fröhlich konnten unter den 65 anwesenden Frauen treue Teilnehmerinnen, aber auch viele neue Gesichter begrüßen, was sie sehr freute. Draußen im Flur des ersten Stocks hatte das siebenköpfige Vorstandsteam ein leckeres Frühstücksbüfett aufgebaut. Es fehlte an nichts für herzhaften oder süßen Gaumenschmaus. Brigitte Meyer sagte ihren gut gelaunten Gäste "Hallo" und stellte Paul Meyer mit seiner Gitarre als den musikalischen Begleiter des Vormittags vor. Paul feierte just an diesem Tag seinen elften Geburtstag, trug Blues und Tangomusik auf seinem Instrument vor und wurde mit Sonderapplaus gefeiert.

Der "Zug des Lebens"

Brigitte Meyer erzählte danach die Fabel vom "Zug des Lebens", in dem jeder tagein, tagaus sitzen würde. Viele Begleiter würden an den unterschiedlichsten Lebensstationen aus- und einsteigen. "Und eure heutige Station ist das gemeinsame Frühstück hier im Maximilian-Kolbe-Haus", so Meyer. Mit dieser Überleitung eröffnete die Vorsitzende das Frühstücksbüfett. Bei frischen Brötchen, Marmeladen, Käse, Wurst, Kaffee, Orangensaft und vielem mehr plauderten die Frauen über Familienthemen, Kinder und was Frauen besonders interessiert, sodass der Frühstückssaal bald einem summenden Bienenstock glich.

Leise wurde es wieder, als Referentin Carmen Roose aus Mitterteich ans Rednerpult trat. Roose ist auch in der Hospiz- und Trauerbegleitung tätig und arbeitet als Kriseninterventions-Fachkraft beim BRK. Die Mitarbeiterin im Krankenhaus Waldsassen gab ihren Zuhörerinnen in ihrem Referat mit Titel "Stundenplan des Lebens" Ratschläge, wie der schier unerfüllbare Stundenplan eines jeden auch ohne Alltagsstress und Hetzerei bewältigt werden könne. Roose plädierte für mehr Gelassenheit und riet zum "Nein"-Sagen, wenn es einmal wieder zu dick reinkommt. Denn ein freundliches, aber deutliches "Nein" müsse jeder akzeptieren. Und niemand müsse sich ein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn er einmal "Nein" sagt.

Heiterkeit im Alltag

Carmen Roose erzählte zum Thema viel aus ihrem Leben und ihren Lebenserfahrungen. Auch sie habe sich immer wieder frei strampeln müssen von vielen Verpflichtungen im Leben, sagte sie. Dabei kam der Humor nicht zu kurz: Die Referentin kann vielen unangenehmen Dingen des Alltags auch Heiterkeit abgewinnen. Was sie auf deftig-oberpfälzische Art kundgibt. So durfte vom Anfang bis zum Ende des Vortrags immer wieder herzhaft gelacht werden. Mit Carmen Roose und einer zweiten Geschichte von Petra Fröhlich mit Titel "Der Meister und sein Lehrling" wurde der 17. Frühstückstreff zu einem kurzweilig-netten Winterereignis. Bei der letzten Geschichte des Vormittags ging es darum, nicht nur die richtige Tür auf dem Lebensweg zu finden, sondern auch aus dem "Zimmer" hinter jener Tür, durch die man nun schon einmal getreten sei, wenigstens das Richtige zu machen.

Nach den Vorträgen blieben die Frauen gerne teils bis zum Mittagsläuten sitzen, um sich einmal in gemütlicher Runde und in aller Ruhe über "Gott und die Welt" austauschen zu können.

Carmen Roose erzählte bei ihrem Vortrag auch viel aus ihren eigenem Leben und von ihren Erfahrungen.
Paul Meyer spielte zur musikalischen Unterhaltung auf seiner Gitarre Blues und Tango. Am Samstag war zudem sein 11. Geburtstag. Dafür bekam der junge Mann von den Frühstücksgästen viel Sonderapplaus. .
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