16.07.2020 - 08:35 Uhr
WiesauOberpfalz

A93 voll gesperrt: Dreifach-Unfall bei Wiesau

Bei nasser Fahrbahn hat es am Mittwochabend, 15. Juli, auf der A93 gleich drei Mal gekracht: Ein Opel-Fahrer rammt die Leitplanke. Kurz darauf wird auch noch der Rettungswagen in einen Unfall verwickelt. Ein Hubschrauber kommt zum Einsatz.

Insgesamt drei aufeinanderfolgende Unfälle ereigneten sich nahe Wiesau auf der A93. Ein Verletzter wurde dabei erneut verletzt, als er im Krankenwagen liegend ein zweites Mal in einen Unfall verwickelt wurde. Ein Rettungshubschrauber kam zum Einsatz.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Auf der A93 in Fahrtrichtung Hof hat es am Mittwochabend kurz vor der Anschlussstelle Wiesau gleich drei Unfälle gegeben, die miteinander zusammenhängen. Eine kurzzeitige Totalsperrung der Autobahn war die Folge. Gegen 19.15 Uhr hat laut Pressebericht der Weidener Verkehrspolizeiinspektion ein 51-Jähriger auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verloren. Der Niederbayer krachte mit seinem Opel Mokka in die Leitplanke und schrammte über 25 Meter an ihr entlang. Polizeihauptkommissar Johannes Meckl schreibt dazu: "Den alarmierten Rettungskräften zeigte sich ein Trümmerfeld. 25 Meter der rechten Schutzbeplankung hatten nur noch Schrottwert und müssen erneuert werden." Ob beim Unfall des 51-Jährigen noch ein zweites Fahrzeug beteiligt war, ist bislang unklar und muss noch ermittelt werden, informiert Meckl.

Der Fahrer des Opels verletzte sich bei dem Unfall nur leicht. Am Fahrzeug entstand dabei ein Schaden von 8000 Euro. Ungefähr genauso hoch ist laut Polizei der Schaden an der Leitplanke.

Für die Rettungs- und Bergungsarbeiten des bislang noch weitgehend glimpflichen Unfalls waren die Feuerwehren Wiesau, Falkenberg, Gumpen und Neuhaus im Einsatz. Eine Fahrspur der Autobahn war gesperrt – bis es zu einem überraschenden Folgeunfall kam.

Beim ersten Unfall nahe Wiesau krachte ein Opel-Fahrer in die Leitplanke. Das war der Auslöser für zwei weitere Folgeunfälle und eine Totalsperre der A93.

Lkw rammt Rettungswagen – Verletzter wird nochmal verletzt

Beim Abtransport des leicht verletzten Opel-Fahrers übersah der 51-jährige Fahrer des Rettungswagens einen herannahenden Lkw – ebenfalls von einem 51-Jährigen gesteuert. Der Lkw-Fahrer aus dem Raum Passau konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und touchierte den aus dem gesperrten Fahrstreifen herausfahrenden Rettungswagen. Dabei wurde der Fahrer des Rettungswagens und der sich an Bord befindliche 52-jährige Rettungssanitäter leicht verletzt. Der beim vorhergehenden Unfall verletzte Opel-Fahrer, der sich ebenfalls im Rettungswagen befand, wurde durch den Aufprall des Lkws erneut verletzt. Daraufhin haben die Einsatzkräfte den Rettungshubschrauber Christoph 80 verständigt und den doppelt Verletzten ins Klinikum Weiden geflogen. Die beiden ebenfalls verletzten Rettungssanitäter wurden ins Klinikum Marktredwitz transportiert. Allein der Schaden am Rettungswagen beträgt laut Pressesprecher Meckl rund 25.000€.

Dritter Unfall – Bremsmanöver zu spät erkannt

Doch damit noch nicht genug – kurz darauf kam es zu einem dritten Crash, als ein weiterer, bis dahin unbeteiligter Mann, mit seinem Auto auf ein vorherfahrendes Auto auffuhr. Der 26-jähriger Audifahrer aus Niedersachsen übersah das Bremsmanöver eines Gleichaltrigen aus dem Landkreis Tirschenreuth zu spät und fuhr in das Heck dessen VW Passats. Der Tirschenreuther hatte gebremst, um selbst nicht auf das durch die vorhergehenden Unfälle zurückstauende Autoschlange aufzufahren. Bei diesem Auffahrunfall – inzwischen der dritte an diesem Abend – wurde niemand verletzt. Am Audi des Niedersachsen entstand ein leichter Schaden in Höhe von 1500 Euro. Der Schaden am Pkw des Tirschenreuthers wird mit rund 1000 Euro beziffert.

Insgesamt gab es durch das aufeinanderfolgende Unfallgeschehen sechs Leichtverletzte. Insgesamt sechs Rettungswagen des Roten Kreuzes aus Mitterteich, Tirschenreuth, Marktredwitz und Weiden eilten zum Unfallort, hinzu kam der Rettungshubschrauber Christoph 80 samt Notarzt.

Vollsperrung für eineinhalb Stunden

An der Anschlussstelle Falkenberg wurde der fließende Verkehr ausgeleitet. Insgesamt war die Autobahn in Fahrtrichtung Hof rund eineinhalb Stunden komplett gesperrt, ehe der Verkehr um 20.50 Uhr wieder frei gegeben werden konnte. Die Autobahnmeisterei Windischeschenbach sicherte den schweren Schaden an der Leitplanke ab.

Der vermisste 17-Jährige aus Grafenwöhr ist tot aufgefunden worden.

Grafenwöhr
Die A93 war für die Rettungs- und Bergungsarbeiten rund 1,5 Stunden komplett gesperrt.
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