05.02.2020 - 13:27 Uhr
WiesauOberpfalz

Anfragen ja, aber keine Zusage

Die Marktgemeinde Wiesau legt das bestehende Einzelhandelskonzept fünf Jahre lang auf Eis. Darauf einigten sich die Markträte einstimmig. Und das hat triftige Gründe.

Aktuell werden die ehemaligen Netto-Markt-Verkaufsflächen von Rewe genutzt. Wie es am Marktplatz nach dem Umzug an die Egerstraße weitergeht, ist noch offen.
von Werner RoblProfil

Bereits im Februar 2012 beschloss der Marktrat ein sogenanntes Einzelhandelskonzept zur Sicherung des zentralen Versorgungsbereiches Marktplatz. Eingebunden darin waren die von der Gemeinde ausgewählten Revitalisierungsteile für - so Bürgermeister Toni Dutz wörtlich - eine zentrale beziehungsweise sinnvolle räumliche Zuordnung der am Marktplatz gelegenen Mischgebiete. Hintergrund der seinerzeit beschlossenen Maßnahme war vordergründig der Erhalt des seinerzeit noch bestehenden Netto-Marktes.

"Ohne Erfolg", wie Toni Dutz hinsichtlich der Schließung vor zwei Jahren bedauerte. "Regelmäßig erreichen uns Anfragen verschiedener Discounter oder Einzelhändler, um sich im Ort anzusiedeln", fuhr der Bürgermeister in der jüngsten Marktratssitzung fort. "Leider fand der von uns vorgeschlagene Standort Marktplatz bei den Bewerbern noch keine Zustimmung."

Die aktuellen Gegebenheiten schilderte Dutz wie folgt: Derzeit plane die Sparkasse Oberpfalz Nord eine Umsiedelung auf den Marktplatz. Zudem befänden sich am Marktplatz Wohnanlagen, die Gemeindeverwaltung, ein Friseurladen, eine Eisdiele und aktuell noch die Rewe-Übergangsfiliale. "Es erscheint sinnvoller, den Marktplatzbereich für den Dienstleistungsbereich zu erschließen", tat Dutz die Meinung der Verwaltung kund. Auch empfahl er, die Hauptstraße ins künftige Einzelhandelskonzept einzubinden. Als Grund dafür nannte der Bürgermeister "das erheblich attraktivere Bild der Straße, die sich nach der Sanierung deutlich schöner präsentiert als zuvor".

Nachnutzer finden

Dutz ergänzte: "Zusätzlich sollten weitere Anstrengungen unternommen werden, um für die aktuelle Rewe-Filiale am Marktplatz nach der Wiedereröffnung an der Egerstraße eine adäquate Nachnutzung zu finden." Dies könnte eine "abgespeckte Version" eines Discountermarktes sein, der die Grundversorgung im Marktplatz-Nahbereich abdecken könnte. Dutz fasste das momentan nicht zu lösende Thema "Festlegung des zentralen Versorgungskonzept" zusammen: "Die Verwaltung schlägt eine Außerkraftsetzung des Einzelhandelskonzepts bis Ende 2025 vor." Dutz bat um Abstimmung und ergänzte, man werde die Entwicklung im Auge behalten und falls notwendig entsprechend handeln. "Der Bestandsschutz für die bereits vorhandene Einzelhandelsnutzung im Gewerbepark Egerstraße bleibe auf jeden Fall erhalten, fügte er hinzu.

Zudem ließ Dutz anklingen, dass sich nach der Aussetzung die Möglichkeit öffne, Anfragen von Investoren "allumfänglich" (mit Blick auf das gesamte Gemeindegebiet) zu untersuchen, "um die Folgewirkungen zu durchleuchten". Als Standortbeispiel für eine erhoffte Ansiedlung möglicher Investoren erwähnte der Bürgermeister das derzeit noch als Festplatz genutzte Gelände beim Sportzentrum. Laut Dutz könnten auch eine Fläche an der Andreas-Thoma-Straße, zudem Grundstücke südwestlich der Mittelschule in Betracht gezogen werden. Der empfohlene Beschluss, das Einzelhandelskonzept fünf Jahre lang außer Kraft zu setzen, erging einstimmig.

Geld für Jugendarbeit

Rückwirkend für das Jahr 2019 werden den Vereinen, die dafür einen Antrag gestellt haben, Zuschüsse für die Jugendarbeit in Höhe von insgesamt 1200 Euro gewährt. In Abstimmung mit dem Jugendbeauftragten Oliver Sturm einigte man sich auf folgende Verteilung: Stiftländer Heimatverein (130 Euro), Jugendrotkreuz (70 Euro), SpVgg Wiesau (400 Euro), TB Jahn Wiesau (100 Euro), Jugendfeuerwehr Wiesau (200 Euro), Kinderfeuerwehr "Löschdrachen" (100 Euro) und Jugendchöre (200 Euro). "Schade", bedauerte Bürgermeister Toni Dutz danach: "Die Haushaltsstelle wurde nicht in vollem Umfang ausgeschöpft." Marktrat Michael Klarner (CSU) empfahl den Vereinen, Anträge zu stellen. Zudem neigte er zur Ansicht, dass nicht nur die Jugendarbeit an sich, sondern auch die Kosten für Sportgeräte gefördert werden sollten (zum Beispiel Jugendgewehre für Schützenvereine). Dem entgegnete Jugendbeauftragter Sturm: "Sinn ist es doch, Aktivitäten zu unterstützen." Der Jugendbeauftragte riet den Vereinen, man sollte sich nach Förderalternativen erkundigen, was die Anschaffung von Sportgeräten angeht.

Diskutiert wurde ein Bauantrag, den zwei Wiesauer für ein mobiles Modulhaus in Holzbauweise bei der Gemeinde einreichten. Grund für die Aussprache waren die im Antrag erwähnte "autarke Wasserversorgung" und der fehlende Kanalanschluss für das künftig als Büro- und Wohngebäude genutzte Objekt. Aus Sicht der Verwaltung könne dem "sonstigen Bauvorhaben" zugestimmt werden, klinkte sich Bürgermeister Toni Dutz in die Debatte ein und bat um Abstimmung. Öffentliche Belange, die dem Bauvorhaben entgegenstünden, seien nicht ersichtlich, fügte er dem einstimmigen positiven Beschluss hinzu.

Im Blickpunkt:

Verpackungsmüll auf Feldern und Wiesen

Als ein Ärgernis bezeichnete CSU-Marktrat Hubert Konz den Müll zwischen Oberteich und Triebendorf. "Entlang der Straße, auch in den Wiesen und Feldern, findet man oft Berge von Einwegverpackungen", klagte der Triebendorfer. Längst habe er die Übeltäter - wenn auch nur pauschal - ausfindig machen können. "Bei den Verursachern handelt es sich um Kunden eines nahen Fastfood-Restaurants." Verpackungsreste würden einfach aus dem Auto geworfen. "Wer soll das entsorgen?" Konz schlug vor: "Eine Möglichkeit wäre, auf den Schnellrestaurant-Betreiber einzuwirken, um dessen Kunden zu sensibilisieren." Bürgermeister Toni Dutz, dem das Problem - auch im Gemeindebereich - seit Jahren bekannt ist, bezeichnete die Erfolgsaussichten als eher gering. (wro)

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