21.11.2019 - 15:42 Uhr
WiesauOberpfalz

"Arbeit der Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth unbezahlbar"

Bei der Herbstdienstversammlung der Feuerwehren gab es viel Lob von Kreisbrandrat Andreas Wührl, aber auch etwas Kritik. Besonders ärgerten den Kreisbrandrat kurzfristige Absagen bei einer Aktion in Wiesau.

Höhepunkt der Dienstversammlung waren die Ehrungen langjähriger Führungskräfte durch den Feuerwehrverband des Landkreises. Es gratulierten die Führungskräfte, zudem auch Kreisbrandrat Andreas Wührl und der stellvertretende Landrat Roland Grillmeier (ganz vorne, 2. bzw. 3. von rechts).
von Werner RoblProfil

Der Kreisbrandrat (KBR) hatte sich gut auf den Abend vorbereitet. Seine zwölf Seiten umfassende Rede war vollgepackt mit Rückblicken, Namen, Zahlen und Fakten, die er abarbeitete. "Wir leisten eine unbezahlbare Hilfearbeit", betonte Kreisbrandrat Andreas Wührl im Pfarrzentrum. "Zahlreiche Fahrzeuge und Geräte wurden neu beschafft." Wührl erinnerte an die neuen Tragkraftspritzenfahrzeuge der Feuerwehren Pfaffenreuth, Pilgramsreuth-Langentheilen, Riglasreuth und Zinst. Zudem erwähnte er die Fahrzeugweihen in Fuchsmühl und Pullenreuth. "Neue Gerätehäuser entstanden in Groschlattengrün und Tirschenreuth." Wert lege man auch auf eine gute Ausbildung. "Damit können wir die Vielzahl der Einsätze, auch beim Katastrophenschutz, wirkungsvoll abarbeiten", so der Wiesauer.

Brandcontainer in Wiesau

Ausführlich ging Wührl auf den Brandcontainer ein, der vor einigen Wochen zu einer mehrtägigen Ausbildung in Wiesau stationiert war. Kein Verständnis zeigte der KBR für kurzfristige Absagen, die eingegangen waren. "Die Ausbilder geben sich viel Mühe, um den Geräteträgern eine Heiß-Ausbildung anbieten zu können." Die Absagen, wenige Stunden vor der Ausbildung, seien ein 'No Go', zumal die kurzfristig frei gewordenen Ausbildungstermine nicht mehr aufgefüllt werden konnten, kritisierte Wührl. Zum letzten Mal werden die Feuerwehrleute am "technisch veralteten" Fahrsimulator ausgebildet, informierte der Wiesauer über einen bevorstehenden Termin in Waldershof. Eine Fortsetzung mit neuer Technik sei ungewiss.

Schulen gut ausgelastet

"Der Digitalfunkbetrieb läuft einwandfrei", äußerte sich der KBR auch zu diesem Thema und ermahnte die Feuerwehren, "die nicht täglich damit befasst sind", verstärkt zu üben. Angeboten wurden zudem auch 9 Lehrgänge. Gut angenommen - mit 93 Teilnehmern - wurde das Basismodul "Modulare Truppausbildung". 92 Feuerwehrleute hatten sich zum Sprechfunklehrgang angemeldet. Anklingen ließ er auch die gute Auslastung der Feuerwehrschulen. Ungemein beliebt sei weiter das Feuerwehr-Erholungsheim in Bayerisch Gmain. "Für 2020 haben wir wieder zehn siebentägige Freiplätze zugeteilt bekommen", freute sich der Redner.

Rund 4000 Aktive

Als erfreulich kommentierte Wührl den konstanten Personalbestand der aktiven Feuerwehrleute. "Rund 4000 Frauen und Männer leisten aktiven Feuerwehrdienst", rechnete er vor und spannte damit auch einen Bogen zu einem Thema, das dem Kreisbrandrat besonders am Herzen liegt. Wichtig sei nach wie vor die Gewinnung von Nachwuchskräften. Ein besonderes Augenmerk legte er auch auf die aktuelle Imagekampagne "Wir sind Ehrenamt". "Sie soll verdeutlichen, dass die Freiwilligen Feuerwehren nicht nur unbezahlbare Hilfeleistungen durchführen, sondern auch Jugendarbeit, sinnvolle Freizeitbeschäftigung und den Zusammenhalt in der Gemeinde fördern."

Schweren Herzens verkündigte er die Auflösung der aktiven Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth (bei Kemnath). "Das schmerzt mich." Wie Wührl andeutete konnte der Fortbestand nicht mehr gesichert werden. Grund war der permanente Personalrückgang. Als Verein bleibe die Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth aber weiterhin bestehen. "Um die Geselligkeit zu pflegen", ergänzte der Kreisbrandrat.

"Den gesamten Aufwand an Übungen, Ausbildungen, Leistungsprüfungen usw. leisten wir nicht aus Selbstzweck. Das alles ist dringend notwendig", legte Wührl die aktuellen Zahlen der Einsatzstatistik vor. "Sie ist erstmals wieder rückläufig", kommentierte er die - so wörtlich - "Verschnaufpause" für die Feuerwehren (siehe Hintergrund).

Kreisbrandrat Wührl schloss seine Ausführungen mit einem Dank an die Aktiven, Kommandanten, Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandräte. Anerkennend äußerte er sich, was die Unterstützung der Kommunen, Landkreis, Polizei, THW und BRK anbelangt. "Ich wünsche allen Feuerwehrleuten eine gute Hand beim Dienst zum Wohl der Allgemeinheit. Ich wünsche euch aber vor allem auch eine gute Heimkehr von den Einsatzstellen."

Lob und Dank

Die Kassenbilanz erläuterte Willi Horn. Für den Landkreis würdigte Roland Grillmeier die Arbeit und den Einsatz der Aktiven. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei kam zur Sprache. "An uns soll die gute Zusammenarbeit nicht scheitern", betonte Polizeihauptkommissar Roland Heldwein von der Polizeiinspektion Waldsassen in Vertretung der Inspektionen Tirschenreuth und Kemnath. Dank an die Feuerwehren sprach auch der Leiter des BRK-Rettungsdienstes, Klaus Dvorak, am Rednerpult aus.

Das Geschehen im Nachwuchsbereich beleuchtete Kreisjugendfeuerwehrwart Wolfgang Bauer. Außerdem standen Ehrungen auf dem Programm (gesonderte Berichte darüber folgen).

Die Dienstversammlung leitete Kreisbrandrat Andreas Wührl aus Wiesau.
Beim gut besuchten Treffen informierten sich die Führungskräfte über die zurückliegende Arbeit der Feuerwehren im Landkreis.
Hintergrund:

Immer öfter falscher Alarm

Im Jahr 2019 gab es bislang 1 983 Alarmierungen (Vorjahr 2 300). Kreisbrandrat Wührl betonte, dass dies aber noch eine Momentaufnahme sei. Mit Blick auf den Kalender könne sich die Zahl aber durchaus erhöhen, mahnte der Kreisbrandrat. Zu 296 Bränden (Vorjahr 484) seien die Einsatzkräfte gerufen worden. Angestiegen seien dagegen die Zahlen der Fehlalarmierungen, die in der Statistik mit 195 (Vorjahr 172) angegeben werden. "Das Hauptgeschäft bilden die technischen Hilfeleistungen", die der KBR auf 1200 bezifferte (Vorjahr 1510). Stark rückläufig waren die Alarmierungen bei Hochwasser und Überschwemmungen. Statt 119 im Jahr 2018, waren die Helfer nur 13-mal gefordert. Die restlichen Einsatzstunden fielen für sonstige Hilfeleistungen an. (wro)

Info:

Höhepunkt - Ehrungen

Ein besonderer Höhepunkt bei der Dienstversammlung ist die Ehrung der Führungsleute durch den Kreisbrandmeister Andreas Wührl und den stellvertretenden Landrat Roland Grillmeier.

Für 15 Jahre Dienstzeit wurden ausgezeichnet: Christian Bischof (Feuerwehr Friedenfels), Thomas Lindner (Großensees), sein Namenskollege Thomas Lindner (Leonberg) und Franz Bauernfeind (Mitterteich). Für 20 Jahre wurden geehrt: Christof Schindler (Brand), Armin Kellermann (Schönficht) und Kreisbrandmeister Roland Frank. Begleitet von je einer Laudatio wurden Michael Zintl (Bärnau), Gerhard Popp ( Punreuth) und Kreisbrandmeister Dieter Höfer für 25 Dienstjahre belobigt.

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