02.07.2019 - 16:12 Uhr
WiesauOberpfalz

Befallene Bäume müssen aus dem Forstrevier in Fuchsmühl raus

Die Borkenkäferplage zwingt die Stadt Augsburg, Eigentümerin der Fuchsmühler Wälder, dazu, befallene Bäume in großem Ausmaß – und dazu auch noch so rasch wie möglich – aus ihrem Forstrevier in Fuchsmühl zu schaffen.

Sie freuten sich über die schnelle Einigung über die Lagerstätte: (von links) stellvertretender Bauhofleiter Alexander Bäumler, Daniel Völkl von der VG Wiesau, Bürgermeister Toni Dutz, Revierförster Eckhard Deutschländer (Fuchsmühl), Revierförsterin Annette Schödel (Wiesau) und Martin Kraus in seiner Eigenschaft als Borkenkäferfachkraft.
von Werner RoblProfil

Die Borkenkäferplage zwingt die Stadt Augsburg, Eigentümerin der Fuchsmühler Wälder, dazu, befallene Bäume in großem Ausmaß – und dazu auch noch so rasch wie möglich – aus ihrem Forstrevier in Fuchsmühl zu schaffen. Da aber geeignete Lagerflächen fehlen und diese so schnell wie möglich zur Verfügung stehen müssen, hat sich der zuständige Revierleiter Eckhard Deutschländer mit der Bitte um Unterstützung an den Markt Wiesau gewandt.

"Sofort bereit"

"Bürgermeister Toni Dutz hat sich sofort bereit erklärt, uns zu helfen", informiert der Fuchsmühler Revierförster bei der Ortsbesichtigung an der Egerstraße. Ins Auge gefasst wurde der derzeit brachliegende Festplatz am Sportzentrum, den man - so Dutz - als Holz-Zwischenlager gerne zur Verfügung stellen werde.

"Die Fläche wird derzeit nicht benötigt", ergänzte das Gemeindeoberhaupt. Zudem sei die Ablagerung, die "aufgrund der besonderen Umstände" entstanden sei, zeitlich begrenzt, kommentierte Dutz die spontane Nachbarschaftshilfe, zu der man - wie er am künftigen Lagerplatz hervorhob - gerne bereit sei.

Kostenlos ist die Überlassung aber nicht. Für die Nutzung der rund 10 000 Quadratmeter, die momentan angemietet wurden, erhält die Marktgemeinde eine vereinbarte Aufwandsentschädigung. "Nach der Aktion wird der Platz wieder hergestellt", versprach Deutschländer. Nach vorläufigen Schätzungen sollen dort rund 1500 Festmeter Holz zwischengelagert werden.

Vielleicht noch mehr

"Die Menge kann aber durchaus noch steigen", sagte die Wiesauer Revierförsterin Annette Schödel zur Einlagerung, die noch am gleichen Tag gestartet wurde. Der genaue Umfang der Holzmenge sei aktuell nicht bestimmbar.

Die Maßnahme hat für die betroffenen Waldgebiete zudem auch einen ökologischen Vorteil, informierten die Fachleute. Auf die Verwendung von Pestiziden könne im Wald verzichtet werden, weil die befallenen Bäume direkt abtransportiert werden.

Hintergrund:

Förderung möglich

Mit einem Merkblatt informiert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Fördermöglichkeiten von waldbaulichen Maßnahmen, zu denen auch die Zwischenlagerung von Schadholz gehört. Annette Schödel mahnte jedoch, bereits vor der Maßnahme Kontakt mit den örtlichen Revierleitern aufzunehmen, um die Unterstützung nicht zu gefährden. Gefördert werden insektizitfreie, waldschutzwirksame Maßnahmen gegen Schadholz außerhalb der Schutzwälder. Die forstfachliche Beurteilung, ob die Aufarbeitung waldschutzwirksam ist, trifft das jeweilige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Die Förderung wird nur auf schriftlichen Antrag gewährt, dem die dafür erforderlichen Unterlagen und nachgewiesenen Holzmengen beizufügen sind. Die Antragsformulare sind beim zuständigen Forstrevierleiter bzw. beim AELF erhältlich, dort können auch die Voraussetzungen für die Bekämpfung der Schädlinge erfragt werden. Abschlags- oder Teilzahlungen sind nicht möglich. Weitere Informationen zur Thematik finden sich im Internet unter www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/065 609 /index.php.

Der brachliegende Festplatz am Wiesauer Sportzentrum dient als Zwischenlager für größere Mengen Holz.

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