03.01.2020 - 11:42 Uhr
WiesauOberpfalz

Beratung und soziale Sicherung

Der Verband Wohneigentum besuchte mit seinen „Siedlerfamilien“ aus dem Landkreis Tirschenreuth die Bezirksverwaltung in Regensburg. Bürgermeister und Bezirksrat Toni Dutz aus Wiesau machte den informativen Tagesausflug möglich.

Über 50 Mitglieder aus Siedlervereinen im Landkreis Tirschenreuth waren der Einladung von Toni Dutz (vorne, Dritter von rechts) gefolgt und informierten sich bei einem Besuch in Regensburg über die Arbeit des Bezirks Oberpfalz. Benedikt Schreiner, Leiter der Sozialverwaltung, und Hermann Krauß, Leiter der Bezirkshauptverwaltung, (hinten von rechts) stellten die Arbeit und Aufgaben ausführlich vor. Der Vorsitzende des Verbands Wohneigentum Kreisverband Tirschenreuth, Otmar Zeitler, (Neunter von links) dankte besonders Bezirksrat Toni Dutz, der die Fahrt ermöglich hatte.
von Bernhard SchultesProfil

Bei einem Besuch in Regensburg informierten sich über 50 Mitglieder aus Siedlervereinen im Landkreis Tirschenreuth über die Arbeit des Bezirks Oberpfalz. Bei einem kurzen Vortrag schilderte der Leiter der Bezirkshauptverwaltung, Hermann Krauß, das breite Betätigungsfeld. "Neben den Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten bilden die Bezirke in Bayern die dritte kommunale Ebene. Der Bezirk Oberpfalz ist, wie die sechs weiteren Bezirke in Bayern, eine kommunale Gebietskörperschaft öffentlichen Rechts. Der Bezirk hat das Recht und die Pflicht, überörtliche Aufgaben der Daseinsvorsorge, die über die Zuständigkeit oder das Leistungsvermögen der Landkreise und kreisfreien Städte hinausgehen, im Rahmen der Gesetze zu ordnen."

Außerdem sei der Bezirk Oberpfalz Träger öffentlicher Einrichtungen, die für das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Wohl der Bevölkerung sorgen. Interessant waren auch die Zahlen, die Hermann Krauß einfließen ließ. So umfasst der Bezirkshaushalt 2020 ein Gesamtvolumen von 486 Millionen Euro. Rund 450 Millionen Euro fließen in den Sozialbereich, für Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung sowie an Pflegebedürftige.

Der Leiter der Bezirkssozialverwaltung, Benedikt Schreiner, nannte als wichtiges Betätigungsfeld die soziale Sicherung. Zu diesem Zweck wende der Bezirk Oberpfalz über 92 Prozent seiner Ausgaben auf. "Eine kostenlose, unabhängige und bürgernahe Erstberatung bieten Fachleute der Bezirkssozialverwaltung in allen Landkreisen an." Im Rahmen der Eingliederungshilfe unterstütze der Bezirk seelisch, geistig und körperlich behinderte beziehungsweise von Behinderung bedrohte Menschen von der Frühförderung im Kindesalter über die Ausbildung und das Berufsleben bis zum Lebensabend. "In der Eingliederungshilfe ist er bemüht, Menschen mit Behinderung eine weitestmögliche gesellschaftliche Teilhabe für eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen." Im Bereich ambulante und stationäre Hilfe zur Pflege unterstützt der Bezirk pflegebedürftige Bürger, die den notwendigen Pflegeaufwand nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können, so Schreiner.

Nach Artikel 48 der Bezirksordnung sind die Bezirke in Bayern in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, die erforderlichen stationären und teilstationären Einrichtungen für Psychiatrie und Neurologie zu betreiben. Die "medbo" betreibt Kliniken, Tageskliniken, Ambulanzen und Heime an sechs Standorten in der Oberpfalz, erfuhren die Mitglieder der Siedlervereinigungen. Die "medbo" stelle so die Versorgung von über einer Million Einwohner der Oberpfalz auf dem Gebiet der Neurologie, Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie auf universitärem Niveau sicher.

Bezirksrat Toni Dutz dankte für die Informationen mit kleinen Präsenten. Am Bismarckplatz warteten dann zwei "Regensburger Stadtmäuse", die der Reisegruppe die Stadt zeigten. Der Vorsitzende des Verbands Wohneigentum Kreisverband Tirschenreuth, Otmar Zeitler, dankte Dutz für die Organisation des aufschlussreichen Ausflugs.

Hintergrund:

Kultur lebendig halten

Als einen weiteren Förderbereich stellte der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Florian Schwemin den Bereich Heimatpflege sowie Kultur und Bildung vor. "Kulturarbeit zählt zu den Hauptaufgaben der bayerischen Bezirke. Neben den klassischen Feldern der Heimatpflege wie Denkmalpflege, Volksmusik, Regionalgeschichte, Bräuche und Dialektpflege zählen hierzu etwa auch die Medienfach-, Laienspiel- und Popularmusikberatung sowie die Förderung der Bezirksjugendringe und der Jugendbildungsstätten." Mit umfangreichen Förderprogrammen - von der Festspielförderung bis zur kulturellen Zusammenarbeit zwischen der Oberpfalz und Tschechien - unterstützt der Bezirk Oberpfalz kulturelle Vorhaben und Leistungen auch finanziell. Darüber hinaus besitzt er eine Bezirksgalerie, die jedes Jahr mit dem Ankauf von Werken zeitgenössischer Künstler aus der Oberpfalz erweitert wird. Jährlich wird der Kultur- und Jugend-Kulturförderpreis verliehen. Damit werden herausragende Leistungen der Kulturschaffenden aus der Oberpfalz ausgezeichnet. Der Denkmalpreis des Bezirks Oberpfalz würdigt das hohe Engagement in diesem Bereich. "Die Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz möchte auf Grundlage eines modernen Selbstverständnisses die reiche Tradition der Oberpfälzer Kultur lebendig halten und weiterentwickeln." (bsc)

Mit Wiesauer Stollen dankte Bezirksrat Toni Dutz (links) für die umfassende Information. Der Leiter der Bezirkshauptverwaltung, Hermann Krauß (rechts), freute sich sehr.

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