29.07.2020 - 11:28 Uhr
WiesauOberpfalz

Berufsschule in Wiesau mit eigener App für Fahrgemeinschaften

Für Schüler und Lehrer an der Berufsschule in Wiesau gibt es ein neues Angebot: Wer Mitfahrgelegenheit sucht oder anbieten kann, kann auf eine neue, eigens entwickelte App zurückgreifen.

Bei einer Pressekonferenz stellten (von links) Melda Yayar, Paula Mai, Oberstudienrätin Ute Döhler, die stellvertretende BSZ-Leiterin Martina Auer-Bertelshofer, Kean Kökten, Thomas Frischholz und Programmier-Lehrer Thilo Bareuther die neue App vor.
von Werner RoblProfil

"Egal war gestern" nennt sich ein Nachhaltigkeitsprojekt, an dem sich auch das Berufliche Schulzentrum (BSZ) Wiesau beteiligte. Eine Entwicklungsidee daraus wendet sich an Lehrer und Schüler, die von daheim in die Schule und wieder nach Hause fahren wollen, ohne eine geeignete Fahrgelegenheit zu haben.

Das Ganze nennt sich "Mitfahrzentrale" und ist ein App, die die Fachschüler am IT-Campus, Kean Kökten und Thomas Frischholz, mit dem Programmier-Lehrer Thilo Bareuther entwickelt haben. Die Anregung dazu stammt von den Schülern der Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement, die von Paula Mai und Melda Yayar beim Pressetermin vertreten wurden. "Schade, dass wir jetzt erst darüber reden können. Corona hat uns alle ausgebremst", klagte die stellvertretende Schulleiterin am BSZ, Martina Auer-Bertelshofer. Das Nachhaltigkeitsprojekt ist eine Maßnahme des Landesbunds für Vogelschutz (LBV). Mit im Boot sind das Umwelt- und Kultusministerium. "Leider musste auch die Abschlussveranstaltung am Bayerischen Staatsministerium entfallen", bedauerte Oberstudienrätin Ute Döhler.

Reiseengel und Programmierer

IT-Pädagoge Thilo Bareuther erläuterte die App: "Ich war von der Idee einer Mitfahrzentrale - unterstützt durch ein App - sofort begeistert", bekannte der Lehrer am Informatik-Campus Wiesau. "Wenn Reiseengel auf Programmierer treffen, kommt etwas positives heraus", spielte er auf die Hotelfachschule an. Bayreuther versprach, die Mitfahr-App zeitnah auch auf der Schul-Homepage vorzustellen und weiterzuentwickeln.

Den Titel "Reiseengel" nahm man zum Anlass, die gemeinsame Arbeit, in der verschiedene, nachhaltige Projekte eingebunden waren, den Namen "Reiseengel auf Nachhaltigkeits-Safari" zu geben. Als einen besonderen Höhepunkt bezeichnete Döhler die Entwicklung der vor wenigen Tagen präsentierten "Mitfahr-App". Sie erinnerte an die Anfänge. "Nach einem eintägigen Workshop, mit In- und Output-Analyse und einer entsprechenden Zielvorgabe brachten die Schüler das erarbeitete Projekt auf den Weg." Die Fortschritte wurden in einem Internet-Blog des LBV dokumentiert.

Geld und Treibstoff sparen

Die Berufsschule war beim Nachhaltigkeitsprojekte „Egal war gestern“ mit einer weiteren Maßnahme beteiligt

Wiesau

Döhler machte deutlich, dass viele Schüler - trotz der Nähe zum Bahnhof - mit dem Auto zur Schule fahren würden. Die Tatsache gab den Anstoß, sich eine Möglichkeit auszudenken, wie auf eine bequeme Art Fahrgemeinschaften gebildet werden können, um damit Geld und Treibstoff zu sparen.

Um den Gedanken verwirklichen zu können, musste eine Schnittstelle zwischen dem IT-Campus und der Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement geschaffen werden. "Es entstand eine moderne Software-Architektur", beschrieben die EDV-Fachschüler Kean Kökten und Thomas Frischholz ihre viele hundert Stunden dauernde, selbstständige Programmierarbeit daheim in ihren Wohnungen. Dabei habe es auch Rückschläge und zwischendurch Stillstand bei der Entwicklung gegeben. Ursprünglich nicht geplant war aber die aktuell fertig realisierte Nutzung als reine Handy-App, "die einen Mehrwert darstellt und die Anwendung deutlich erhöht".

Hintergrund:

Die neue Mitfahr-App können momentan nur Schüler und Lehrer des Beruflichen Schulzentrums Wiesau nutzen. Wie die Entwickler betonten, ist die Nutzung selbsterklärend.

  • Anmeldung: Erfolgt über den persönlichen Schul-Account.
  • Start: „Die Mitfahrzentrale kann, sobald die Einschränkungen von Corona es zulassen, zeitnah an den Start gehen. Sie ist in fortentwickelter Version sicher auch für Firmen interessant“, erläuterte André Putzlocher, Leiter Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement.

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