22.12.2019 - 14:00 Uhr
WiesauOberpfalz

Erneut Debatte zur Nutzung von Solarenergie

Der Tiefbrunnen 7 ist akut sanierungsbedürftig. Der Marktrat lässt Maßnahmen anlaufen. Thema sind in der Sitzung auch die geplanten Photovoltaikanlagen.

Photovoltaikanlagen sollten - statt auf grünen Wiesen - auf den Dächern der Logistikhallen (Bild) im interkommunalen Gewerbegebiet installiert werden, wünscht sich FW-Marktrat Franz Dürrschmidt.
von Werner RoblProfil

Die etwa 114 Meter tiefe Quelle im Pechofener Hölzl – unweit von Leugas – wurde 1963 erbohrt. Damit war die Wasserversorgung, die zuvor ein fortwährendes Problem darstellte, für Wiesau langfristig gesichert. „Aufgrund von eindringendem Sand nimmt die Leistung der Brunnenpumpe jetzt aber kontinuierlich ab“, informierte Bürgermeister Toni Dutz in der Marktratssitzung und folgerte: „Sollte das Problem nicht beseitigt werden, ist in naher Zukunft mit einem vollständigen Ausfall der Pumpe zu rechnen.“

Eine reine Reparatur der Förderanlage schloss das Bayreuther Ingenieurbüro Piewak & Partner GmbH aus, da das eigentliche Problem Sand damit nicht gelöst wäre. Dutz schilderte die Lage wie folgt: Die Fachleute gehen von einer schräg stehenden Granitoberfläche aus. Auf dieser Schräge sitzt das Sperrrohr auf. Dies bedeute, dass das Rohr auf einer Seite dicht sei, auf der anderen aber nicht. Dies führe zum ungehinderten Einströmen des Sandes ins Sperrrohr. „Wir müssen das Problem, das bei einer Tiefe von rund 31 Metern besteht, baldmöglichst beseitigen“, fasste Bürgermeister Dutz zusammen.

Für die Sanierung des Tiefbrunnens 7 ist eine staatliche Förderung möglich. Hierfür ist es notwendig, dass noch heuer ein entsprechender Zuwendungsantrag beim Wasserwirtschaftsamt Weiden gestellt wird. Aktuell werden bei Piewak & Partner noch die Sanierungskosten ermittelt, die mit 70 Prozent bezuschusst werden. "Wir sollten also heute entscheiden“, empfahl Bürgermeister Toni Dutz, einen Beschluss für die entsprechende Förderung herbeizuführen, um die Wasserversorgung durch die Quelle bei Leugas auch weiterhin zu sichern. Dutz versprach, die ermittelten Kosten in den Haushalt 2020 einzuplanen. Die Markträte waren sich darüber geschlossen einig, dass man einen Förderantrag stellen sollte, um die Sanierung voranzutreiben.

Über die Sonnenenergienutzung bei Fürstenhof beziehungsweise Schönhaid wurde bereits in zurückliegenden Marktratssitzungen gesprochen. Mit den Bauleitplanungen befasste sich zwischenzeitlich das Ingenieurbüro Bartsch (Sinzing), das versprochen hatte, noch vor Jahresende die Stellungnahmen vorzulegen, um die man die Behörden gebeten hatte. Dennoch regte sich zu Beginn der Marktratssitzung Widerstand aus den Reihen der Freien Wähler, die den Antrag stellten, den Punkt von der Tagesordnung abzusetzen.

„Bürgermeister Toni Dutz sollte sich mit den Firmen Ziegler und Schott AG in Verbindung setzen, um über Alternativen zu sprechen“, begründete FW-Marktrat Franz Dürrschmidt seinen Antrag um Absetzung des Punktes und verwies auf die Firmen im interkommunalen Gewerbegebiet. Seiner Ansicht nach sei es doch sinnvoller, auf den bereits bestehenden beziehungsweise geplanten Dächern der Logistikhallen großflächige Photovoltaikanlagen zu errichten. So könnte man verzichten, Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Grundstücken zu errichten.

„Über den Punkt haben wir doch bereits im Frühjahr gesprochen“, erinnerte Toni Dutz an den Beschluss in der März-Sitzung. „Gerne stelle ich aber Ihren Antrag zur Abstimmung“, so der Bürgermeister, der die Meinung vertrat, die Tagesordnung unverändert zu belassen. Schließlich sei Bernhard Bartsch extra aus Sinzing angereist, um über neueste Informationen zu referieren. „Wir können ihn doch nicht unverrichteter Dinge wieder wegschicken“, mahnte Dutz. Dürrschmidt konterte: „Sie sind unser Bürgermeister und daher auch der Verhandlungspartner der Firmen im neuen Industriegebiet.“ Franz Dürrschmidt beharrte auf Abstimmung und Absetzung, was aber von der Mehrheit - bei vier Gegenstimmen - verweigert wurde.

Bernhard Bartsch zeigte sich erleichtert darüber und stellte die vorhabenbezogenen Bebauungspläne mit integriertem Grünordnungsplan für die Sonnenenergienutzung im Osten bei Schönhaid und Fürstenhof (zwischen Wiesau und Fuchsmühl) den Markträten vor. Die eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen werde man berücksichtigen, versprach der Fachberater, der detailliert informierte. Schließlich wurden die Pläne – erneut bei vier Gegenstimmen – auf den Weg gebracht.

Die Sanierungsmaßname an der Trinkwasserquelle bei Leugas ist beschlossene Sache. Einstimmig folgten die Markträte der dringenden Empfehlung des Ingenieurbüros Piewak & Partner.
Ansprachen zum Jahreswechsel:

„Mit dem Geschäftsjahr können wir zufrieden sein. Wir stecken mitten in den beschlossenen Maßnahmen“, ergriff Georg Wurzer, Fraktionssprecher der SPD, das Wort. Dennoch zeigte er sich in seinem Jahresrückblick kritisch: „Kann die Verwaltung das alles überhaupt stemmen?“ Besorgt zeigte sich Wurzer auch über eine andere Angelegenheit: „Ist es sinnvoll, alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen?“ Wurzer empfahl sorgfältiges Handeln, was Zuschussanträge anbelangt, zudem aber auch sinnvolles Investieren. „Aber halt nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.“ Zudem empfahl der SPD-Sprecher, dass sich der Markt Wiesau auch ein finanzielles Polster schaffen sollte, „um Sicherheiten zu schaffen“.

Erneut bekräftigte Wurzer den auch von ihm erklärten Wunsch nach einer Einrichtung für Betreutes Wohnen. Auch kam er auf die in Wiesau geplanten Photovoltaikanlagen zu sprechen. „Die SPD spricht sich für eine Energiewende aus. Photovoltaikanlagen sind aber der falsche Weg.“ Als „enttäuschend“ bezeichnete er den Wegfall der Straßenausbaubeiträge und die dafür gewährten – in seinen Augen aber viel zu niedrigen – staatlichen Ausgleichsleistungen. Zuletzt äußerte Wurzer noch ein Anliegen: „Wir wünschen uns, dass die solide Haushaltsführung fortgesetzt wird.“

„Es wurde viel bewegt“, erklärte Thomas Streber von den Freien Wählern. Als einen großen Erfolg wertete er die Ansiedelung der Unternehmen Schott und Ziegler. Mit Blick auf das zurückliegende Bürgerfest, aber auch auf die anderen Veranstaltungen sprach er von „großen Erfolgen“.

Ebenso kurz fasste sich Marktrat Michael Dutz, der im Namen der CSU sprach. „2019 war ein Jahr der wegweisenden Entscheidungen.“ Gefordert sei man jetzt, was den Bahnhof und das Schulsportzentrum anbelange, ergänzte Michael Dutz.

Bürgermeister Toni Dutz hob hervor: „Wir haben uns bemüht, Wiesau voranzubringen.“ Die Frage, ob man alle Zuschüsse annehmen sollte, sei durchaus berechtigt, verwies er auf den Einwand Wurzers. „Bei dringenden Maßnahmen kommen wir aber nicht umhin, die Zuschüsse auch abzurufen." Zum Thema Bahnhof sagte das Gemeindeoberhaupt: „Wir sind uns der Folgekosten schon bewusst. Daher konzentrieren wir uns auf Maßnahmen, die sinnvoll und wichtig sind.“

Dutz sagte an anderer Stelle: „Es ist viel passiert. Es steht aber auch viel an. Auch weiterhin werden wir positive Signale setzen.“ Man habe keine Zeit zum Atemholen. Vordringlich sei außerdem das Baugebiet am Kreuzberg. „Ein Investor, der sich bereit erklärt, im Schmuckergarten Betreutes Wohnen anzubieten, wird bei uns mit offenen Armen willkommen geheißen.“ Dutz forderte auch einen Ideenwettstreit, "um die Wiesauer an Wiesau zu binden“. (wro)

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