13.04.2021 - 11:45 Uhr
WiesauOberpfalz

In Etappen zum "Kulturbahnhof Wiesau"

In einer öffentlichen Sondersitzung beschäftigen sich die Wiesauer Gemeinderäte mit den Sanierungsmaßnahmen am Bahnhof. Doch das ist nicht das einzige Thema.

von Werner RoblProfil

Derzeit liegen die Pläne für den künftigen "Kulturbahnhof Wiesau" zur Genehmigung im Landratsamt Tirschenreuth. Vor wenigen Tagen wurde aber bereits beschlossen, einen Teil der Abbrucharbeiten rasch voranzutreiben. Das geschieht mit Hilfe eines Teilbauantrags und der entsprechenden Genehmigung (wir berichteten).

Hier der Bericht zur Entscheidung über den Teilbauantrag

Wiesau

Über den aktuellen Planungsstand informierte nun Architekt Uwe Reil in der öffentlichen Sondersitzung des Marktgemeinderates. Reil verwies auf den erstellten Werkplan und ließ durchblicken: „Wir sind jetzt in den wichtigen Teil der Ausführungsplanung eingestiegen.“ Gedanklich wanderte Architekt Reil ausgehend vom Keller über die einzelnen Etagen hinauf zum Dachstuhl. Einige der Details, die der Architekt darlegte, waren bereits bekannt. Doch es gibt auch einige Änderungen, die der Weidener Fachberater von SHL-Architekten und Stadtplaner vorstellte. Sie wurden in die Planungen neu eingearbeitet.

Dazu gehört laut Reil eine von Regionalbus Ostbayern (RBO) vorgeschlagene Ergänzung auf insgesamt vier Stellflächen für beim Bahnhof wartende Fahrzeuge. Die Frage nach dem Wie für einen zusätzlichen Busparkplatz im Norden des Wiesauer Bahnhofs müsse aber erst noch gelöst werden, unterstrich Reil.

„Daraus machen wir einen Jugendbereich mit Küchenzeile.“

Architekt Uwe Reil

Eine weitere Änderung - im Vergleich zur Erstplanung - betrifft das versprochene Jugendzentrum. Seitens der RBO-Busfahrer gebe es das Angebot, dass man auf den bereits zugesicherten rund 40 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum verzichten werde. „Es wurde die Frage laut, wie kann man den von den Fahrern nicht benötigten Bereich anderweitig nutzen“, so Reil in der Sondersitzung „Daraus machen wir einen Jugendbereich mit Küchenzeile“, kündigte Architekt Uwe Reil sogleich an. Der Raum (von der Bahnsteigseite aus gesehen rechts) sei für diese Planung frei geworden.

„Es kann auch weiterhin wie gewohnt vom Förderverein genutzt werden.“

Bürgermeister Toni Dutz zum Bereich "Hankerlhaus"

Als „weitere Neuerung“ bezeichnete der Fachmann ein geplantes „Heizhäuschen“, wie es Reil wörtlich nannte. Ziel sei es, von dort aus das Hauptgebäude per Fernleitung mit Wärme zu versorgen. Statt wie zunächst angedacht im Keller des Bahnhofes soll die Heizungsanlage nur wenige Schritte vom historischen Anwesen entfernt im Norden separat untergebracht werden. Das sogenannte "Hankerlhaus" werde davon zwar berührt. „Es kann auch weiterhin wie gewohnt vom Förderverein genutzt werden“, informierte Bürgermeister Toni Dutz auf Anfrage von Oberpfalz-Medien.

„Der bestehende Dachstuhl bleibt, soweit es möglich ist, erhalten“, versicherte Uwe Reil an anderer Stelle. Den Bahnhof werde man komplett entkernen, informierte der Planer weiter. Gedanken machte sich das Architektenteam bereits über die Gestaltung der Treppen, Böden und Wandflächen. Zudem habe man sich für eine mobile Glastrennwand im Erdgeschoss des künftigen "Kulturbahnhofes" entschieden.

Aufgeteilt in mehrere Bauabschnitte soll das Vorhaben umgehend in Angriff genommen werden. „Wir müssen die Arbeiten sauber in Etappen abarbeiten“, kommentierte Reil die Entscheidung, die in Absprache mit dem Statiker getroffen wurde. Die im "Kulturbahnhof" geplante Bücherei werde mit einer Teeküche ergänzt. Die derzeit noch vorhandenen Garagen würden zurückgebaut, um auf der frei werdenden Fläche die Baustelleneinrichtung zu organisieren. Um den Zugang zu den Bahnsteigen gefahrlos zu ermöglichen, werde im Süden des Bahnhofs ein gesonderter Weg geschaffen. Zudem komme man auch der Auflage der Deutschen Bahn AG nach, dass der Arbeitsbereich des Baukranes nicht bis an die Gleise reichen dürfe.

Tourismusstelle des Landkreises

„Es gibt noch viele Details zu besprechen“, fasste Bürgermeister Toni Dutz zusammen. Außerdem unterstrich das Gemeindeoberhaupt die regionale Bedeutung und Tragweite des künftigen "Kulturbahnhofes", in dem – nach seinen derzeitigen Vorstellungen – auch die Tourismusstelle des Landkreises Platz finden könnte. „Darüber werde ich mit Landrat Roland Grillmeier sprechen“, erklärte Toni Dutz mit Blick auf das touristische Informationsangebot.

„Ich bin allem, was Kinder betrifft, sehr aufgeschlossen.“

Bürgermeister Toni Dutz

Mit jedem Kind, das auf die Welt kommt, solle die Stadt Nürnberg grüner werden. Diesen Gedanken - „Pro Baby ein Baum“ - könnte man doch auch in der Marktgemeinde Wiesau aufgreifen, schlug Marktrat Markus Schäffler (Freie Wähler) am Ende der Gemeinderatssitzung vor und verwies auf die Idee, die in Nürnberg bereits beschlossene Sache sei. „Die neu gepflanzten Bäume bekämen einen gewissen Symbolcharakter“, kommentierte Schäffler die Anregung für Wiesau. Junge Menschen, die aus beruflichen oder anderen Gründen anderswo leben, festigten durch den persönlichen Baum ihre Bindung an den früheren Wohnort Wiesau, folgerte Schäffler. Zudem schlug der FW-Marktrat vor, die jungen Bäume mit Namensschildern zu versehen.

„Gut unterwegs“

Bürgermeister Toni Dutz meinte, dass man bei solchen Ideen auch einmal klarlegen sollte, was in Wiesau mit Blick auf die Neugeborenen bereits gemacht werde. „Ich gehe aber der Sache nach“, versprach er dem Antragsteller. „Ich bin allem, was Kinder betrifft, sehr aufgeschlossen.“ Dutz sagte weiter: „Bäumchen hin, Bäumchen her. Man sollte bei aller Diskussion nicht die großen Dinge außer Acht lassen.“ Egal, ob es sich nun um Kinder oder geforderte Anpflanzungen handle, so Dutz: „In beiden Dingen sind wir gut unterwegs.“ Markus Schäffler bohrte nach und untermauerte das in seinen Augen wichtige Anliegen „Babybaum“: „Diese Kinder bleiben uns für immer treu!“ Diese Aussage sei sehr romantisch, so Bürgermeister Dutz zur Äußerung des FW-Marktrates.

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